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SPD: Türkei kann Beschluss zu Armenien nicht verhindern

1. Mai 2016 in Chronik, 5 Lesermeinungen
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SPD-Fraktionschef Oppermann: «Der Bundestag wird am 2. Juni eine Resolution verabschieden, die die massenhafte Ermordung und Vertreibung von Armeniern im Ersten Weltkrieg klar als Völkermord bezeichnet».


Berlin (kath.net/KNA) SPD-Fraktionschef Thomas Oppermann will eine Bundestagsresolution zum Völkermord an den Armeniern im Osmanischen Reich auch gegen türkischen Widerstand durchsetzen. «Der Bundestag wird am 2. Juni eine Resolution verabschieden, die die massenhafte Ermordung und Vertreibung von Armeniern im Ersten Weltkrieg klar als Völkermord bezeichnet», sagte Oppermann dem in Berlin erscheinenden «Tagesspiegel» (Sonntag).

Die Angst vor heftigen Reaktionen aus der Türkei dürfe dabei kein Hindernis sein, sagte der SPD-Politiker: «Es war schon ein Fehler, dass die Bundeskanzlerin gegen den Widerstand der SPD die Ermächtigung für ein Strafverfahren gegen Herrn Böhmermann erteilt hat. Schon deshalb darf Deutschland nun beim Antrag zum Völkermord in Armenien keine falsche Rücksicht nehmen.»

Ursprünglich sollte es schon vor einem Jahr zum 100. Jahrestag des Völkermords eine fraktionsübergreifende Armenien-Resolution geben, doch diese wurde wegen Vorbehalten in Teilen der großen Koalition vertagt. Allerdings benannte Bundespräsident Joachim Gauck die Massaker an den Armeniern im Osmanischen Reich damals klar als «Völkermord» und wies auf eine deutsche Beteiligung daran hin. 2005 sprach der Deutsche Bundestag in einer Erklärung lediglich von «Deportationen und Massakern». Aus Sorge um das deutsch-türkische Verhältnis wurde der Begriff Völkermord aus dem eigentlichen Antrag gestrichen und in die Begründung verbannt.



Auch Papst Franziskus sprach im vergangenen Jahr vom «ersten Genozid des 20. Jahrhunderts». Zahlreiche Parlamente, darunter das französische, schwedische und niederländische und das Europäische Parlament haben den Völkermord an den Armeniern bereits benannt.

Zwischen 1915 und 1918 waren im damaligen Osmanischen Reich bis zu 1,5 Millionen christliche Armenier, Pontos-Griechen, Assyrer und Aramäer ermordet worden. Während Historiker vom «ersten Völkermord des 20. Jahrhunderts» sprechen und der türkischen Regierung die Verantwortung zuweisen, räumt die Türkei bisher lediglich ein, dass es Massenvertreibungen und gewalttätige Auseinandersetzungen gegeben habe. In deren Folge seien Hunderttausende gestorben.

Beyoncé singt ´Genocide 1915´ - Musikalisches Gedenken an den Völkermord an den Armeniern 1915


Bemerkenswerte Rede des Grünenpolitikers Cem Özdemir im April 2015 im Deutschen Bundestag zum Gedenken an den Völkermord an den Armeniern


ARD Hintergrund: Völkermord an den Armeniern durch die Türken


ARD: Papst bezeichnet Armenien-Massaker von 1915 als erster ´Genozid im 20. Jhd.´



(C) 2016 KNA Katholische Nachrichten-Agentur GmbH. Alle Rechte vorbehalten.


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Lesermeinungen

  3. Mai 2016 
 

@ Schlegl Lassen Sie uns darauf anstoßen,

dass wir einmal zu 100% einer Meinung sind. Ihren Worten ist nichts hinzuzufügen.


1
 
  3. Mai 2016 
 

@ Schlegl Lassen Sie und darauf anstoßen,


0
 
 SCHLEGL 2. Mai 2016 
 

ENDLICH!

Es war höchste Zeit! Das österreichische Parlament hat bereits vor einem Jahr, trotz GROSSEN PROTESTES und Rückruf des Botschafters der Türkei, im Parlament feierlich diese Resolution beschlossen.
Leider waren die Donaumonarchie und Deutschland als Achsenmächte an diesen Genozid mitschuldig geworden, weil nur MÜNDLICH dagegen protestiert worden ist.
Gleichzeitig sollte auch der syrisch orthodoxen Christen und der assyrischen Christen, von denen ebenfalls 10tausende damals ermordet worden sind, gedacht werden. Der deutsche Pastor Lepsius hatte diese ganze traurige Angelegenheit angesprochen und niedergeschrieben.
Kardinal Ratzinger hatte vor seiner Wahl zum Papst als eine der Bedingungen überhaupt über die Möglichkeit eines Beitritts der Türkei in die EU zu diskutieren, das Eingeständnis dieses Völkermordes durch die Türken gefordert.Msgr. Franz Schlegl


3
 
 ottokar 2. Mai 2016 
 

Frage: Wer hat denn Angst vor einet türkischen Reaktion und warum sollte man Angst haben? n


2
 
 Faustyna-Maria 2. Mai 2016 
 

Ich wünsche den Türken und der Türkei, dass sie sich mit diesem Teil ihrer Geschichte aussühnen können.
Das geht aber leider erst, wenn das wütende Leugnen und das Glorifizieren der eigenen Geschichte überwunden wird. Aus Erfahrung weiß ich, gegen was für eine Mauer man mit diesem Gesprächsthema läuft.
Es ist eine offene Wunde, die erst heilen kann, wenn sie in ihrer Natur verstanden wird.
Der sanfte Druck anderer Länder kann hier hoffentlich nachhelfen.


5
 

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