Login




oder neu registrieren?



Suche

Suchen Sie im kath.net Archiv in über 70000 Artikeln:







Top-15

meist-diskutiert

  1. Möchte Herr Bätzing die Schweizer Gardisten gegen Giorgia Meloni ausrücken lassen?
  2. Katholikenprotest zu Beginn der Herbstvollversammlung der Deutschen Bischofskonferenz
  3. „Im Geist der Wahrheit bleiben“ (Joh 14, 17) – Eine brüderliche Korrektur der Bischöfe von Flandern
  4. Wird Bätzing zur Petze?
  5. Deutschland: Nuntius äußert erneut Bedenken zum "Synodalen Weg"
  6. 300 Teilnehmer bei Pilgermarsch für die Alte Messe in Washington D.C.
  7. „Gerade die Bischöfe als Nachfolger der Apostel sind gebunden an die ‚Lehre der Apostel‘“
  8. "Bischof Bode sollte nach jahrzehntelangem Fehlverhalten von allen Ämtern zurücktreten"
  9. Franziskus in Assisi aus Anlass des Wirtschaftsforums „Economy of Francesco“
  10. Wenn ein Belasteter am Amt kleben bleibt, hat sich eine glaubwürdige Aufarbeitung erledigt!
  11. Die deutsch-queere Kirche schreitet voran, auch im Bistum Mainz
  12. Papst: wir erleben den dritten Weltkrieg
  13. Hat Putin "Fridays for Future" usw. mit Millionen unterstützt?
  14. Deutsches Gericht möchte Informationen vom emeritierten Papst Benedikt XVI.
  15. Wahl in Tirol: Sogar ÖVP und FPÖ für das kostenlose Töten ungeborener Kinder!

Völkermord: Türkische Christen bitten Armenier um Vergebung

25. April 2015 in Chronik, keine Lesermeinung
Druckansicht | Artikel versenden | Tippfehler melden


„Wir flehen euch an, wenn ihr könnt, uns und unseren Vorfahren für diese Verbrechen zu vergeben“, erklärten türkischen Christen in Anwesenheit von armenischen Evangelikalen


Eriwan/Manila (kath.net/idea) Türkische Christen haben Armenier um Vergebung für den Völkermord gebeten, den ihre Vorfahren vor 100 Jahren an Aramäern, Armeniern und Griechen begangen haben. Bei einem Besuch in der armenischen Hauptstadt Eriwan legten sie einen Kranz an der Gedenkstätte nieder. Rund 1,5 Millionen Christen waren 1915 und 1916 Opfer von Massenmord, Deportation und Vertreibung im Osmanischen Reich geworden, dem die heutige Türkei entstammt. Diese leugnet den Völkermord. „Wir flehen euch an, wenn ihr könnt, uns und unseren Vorfahren für diese Verbrechen zu vergeben“, erklärten die türkischen Christen in Anwesenheit von armenischen Evangelikalen. Diese bildeten mit ihnen einen Kreis um die Gedenkstätte. Der Besuch in Eriwan war Teil einer Versöhnungsinitiative von türkischen und armenischen Evangelikalen. Sie war von türkischen Pastoren, meist mit muslimischem Hintergrund, und Exil-Armeniern in den USA gestartet worden, wie der Informationsdienst World Watch Monitor berichtet. Nach Angaben eines armenischen Pastors wurden bei dem Besuch zum ersten Mal gemeinsame Gebete auf Türkisch und Armenisch gesprochen.

Völkermord hatte auch religiöse Ursachen

Der Völkermord, in den auch Deutschland als Verbündeter des Osmanischen Reiches verwickelt war, hatte nicht nur politische und ethnische Ursachen, sondern auch religiöse. Das armenische Reich hatte als erstes im Jahr 301 das Christentum zur Staatsreligion erhoben. In der Türkei bilden Christen heut eine kleine Minderheit. Von den rund 75 Millionen Einwohnern sind 95 Prozent Muslime; die Zahl der Christen liegt bei 120.000. Von den 3.000 bis 5.000 evangelischen Christen hat die Mehrheit einen muslimischen Hintergrund. Armenien hat rund drei Millionen Einwohner. Davon gehören etwa 94 Prozent der orthodoxen Kirche an. Die übrigen sind Mitglieder anderer christlicher Konfessionen sowie Jesiden und Muslime.

Evangelikale: Der Völkermord wiederholt sich heute

Auch die Weltweite Evangelische Allianz (WEA) gedenkt des Völkermordes an Aramäern, Armeniern und Griechen, der am 24. April 1915 begann. Der Generalsekretär der Dachorganisation von mehr als 600 Millionen Evangelikalen, Bischof Efraim Tendero (Manila/Philippinen), vergleicht in einem Offenen Brief die damaligen Massaker mit der heutigen Verfolgung von tausenden Christen im Nahen und Mittleren Osten. Man trauere mit allen nicht-muslimischen Minderheiten im Irak, in Syrien und deren Nachbarländern, die von islamischen Terroristen vertrieben und getötet werden. Heute wiederhole sich der Völkermord von vor 100 Jahren, so Tendero.

Bundespräsident: Es war ein Völkermord

Um die Frage, ob die damaligen Massaker als Völkermord gelten, sind heftige Kontroversen entbrannt, weil die Türkei diese Bezeichnung ablehnt. Daraus könnten diplomatische Probleme entstehen. Bundespräsident Joachim Gauck wählte aber dieses Wort bei einem ökumenischen Gottesdienst am 23. April in Berlin. Er sprach auch von einer deutschen „Mitverantwortung“ oder gar „Mitschuld“. Die großen Kirchen und die Deutsche Evangelische Allianz haben ebenfalls ihre Trauer über den Völkermord zum Ausdruck gebracht.

ZDF: Bundespräsident Gauck - Massaker an Armeniern war Völkermord - Mit kurzem Hintergrund zu Völkermordbenennung durch Bundesregierung


ARD Hintergrund: Völkermord an den Armeniern durch die Türken



Ihnen hat der Artikel gefallen? Bitte helfen Sie kath.net und spenden Sie jetzt via Überweisung oder Kreditkarte/Paypal!

 





Lesermeinungen

Um selbst Kommentare verfassen zu können müssen Sie sich bitte einloggen.

Für die Kommentiermöglichkeit von kath.net-Artikeln müssen Sie sich bei kathLogin registrieren. Die Kommentare werden von Moderatoren stichprobenartig überprüft und freigeschaltet. Ein Anrecht auf Freischaltung besteht nicht. Ein Kommentar ist auf 1000 Zeichen beschränkt. Die Kommentare geben nicht notwendigerweise die Meinung der Redaktion wieder.
kath.net verweist in dem Zusammenhang auch an das Schreiben von Papst Benedikt zum 45. Welttag der Sozialen Kommunikationsmittel und lädt die Kommentatoren dazu ein, sich daran zu orientieren: "Das Evangelium durch die neuen Medien mitzuteilen bedeutet nicht nur, ausgesprochen religiöse Inhalte auf die Plattformen der verschiedenen Medien zu setzen, sondern auch im eigenen digitalen Profil und Kommunikationsstil konsequent Zeugnis abzulegen hinsichtlich Entscheidungen, Präferenzen und Urteilen, die zutiefst mit dem Evangelium übereinstimmen, auch wenn nicht explizit davon gesprochen wird." (www.kath.net)
kath.net behält sich vor, Kommentare, welche strafrechtliche Normen verletzen, den guten Sitten widersprechen oder sonst dem Ansehen des Mediums zuwiderlaufen, zu entfernen. Die Benutzer können diesfalls keine Ansprüche stellen. Aus Zeitgründen kann über die Moderation von User-Kommentaren keine Korrespondenz geführt werden. Weiters behält sich kath.net vor, strafrechtlich relevante Tatbestände zur Anzeige zu bringen.


Mehr zu

Völkermord

  1. Gesellschaft für bedrohte Völker kritisiert Nobelpreis für Handke
  2. Österreich: Nationalrat erkennt Christenverfolgung als Völkermord an
  3. 'Genozid'-Wort des Papstes sorgt für Ärger zwischen Türkei und Vatikan
  4. Der weite Weg zur Vergebung
  5. 'Papst hat Völkermord beim Namen genannt'
  6. 'Blick in Vergangenheit soll Zukunft des Miteinanders eröffnen'
  7. SPD: Türkei kann Beschluss zu Armenien nicht verhindern
  8. Ist die Verfolgung durch den IS als Völkermord zu definieren?
  9. Bundestagsresolution zu Völkermord an Armeniern gestoppt
  10. Staatssekretär verteidigt Papst gegen türkische Kritik







Top-15

meist-gelesen

  1. Katholikenprotest zu Beginn der Herbstvollversammlung der Deutschen Bischofskonferenz
  2. Möchte Herr Bätzing die Schweizer Gardisten gegen Giorgia Meloni ausrücken lassen?
  3. „Im Geist der Wahrheit bleiben“ (Joh 14, 17) – Eine brüderliche Korrektur der Bischöfe von Flandern
  4. "Es erschreckt mich, dass dies – wieder – in Deutschland geschieht"
  5. „Gerade die Bischöfe als Nachfolger der Apostel sind gebunden an die ‚Lehre der Apostel‘“
  6. "Bischof Bode sollte nach jahrzehntelangem Fehlverhalten von allen Ämtern zurücktreten"
  7. Deutschland: Nuntius äußert erneut Bedenken zum "Synodalen Weg"
  8. Schon wieder Rücktrittsforderungen
  9. Wird Bätzing zur Petze?
  10. Facebook-Reaktion zu Bodes fehlendem Rücktritt: „Bei Woelki würden alle den Rücktritt fordern“
  11. Der Tag, Herr, den Du gabst, der endet.
  12. Italienischer Bischof weist Priester nach unwürdiger Messfeier zurecht
  13. Wahl in Tirol: Sogar ÖVP und FPÖ für das kostenlose Töten ungeborener Kinder!
  14. Hat Putin "Fridays for Future" usw. mit Millionen unterstützt?
  15. Kardinal Zuppi: Wahltag in Italien kein "schwarzer Tag"

© 2022 kath.net | Impressum | Datenschutz