
'Genozid'-Wort des Papstes sorgt für Ärger zwischen Türkei und Vatikan26. Juni 2016 in Aktuelles, 6 Lesermeinungen Druckansicht | Artikel versenden | Tippfehler melden
Türkischer Vize-Ministerpräsident Canikli nennt Papst-Aussage "sehr unglücklich" und spricht von "Kreuzzugsmentalität
Jerewan (kath.net/KAP) Papst Franziskus hat mit der Bezeichnung der Armenier-Massaker 1915 als "Genozid" harsche Kritik seitens der Türkei ausgelöst. Vize-Ministerpräsident Nurettin Canikli nannte die Äußerung am Samstagabend laut Medienberichten "sehr unglücklich" und sprach von einer "Kreuzzugmentalität". Vatikansprecher Federico Lombardi wies dies umgehend zurück. "Der Papst versucht nicht Kriege zu organisieren, sondern Frieden zu schaffen", sagte Lombardi am Sonntag vor Journalisten in Etschmiadzin. 
Dem Papst gehe es darum, "Brücken zu bauen und keine Mauern", so der Vatikansprecher weiter. Franziskus habe auch "nichts gegen das türkische Volk gesagt", sondern im Gegenteil zu Versöhnung zwischen Armeniern und Türken aufgerufen. Der Papst hatte zu Beginn seines Armenienbesuchs am Freitagabend im Präsidentenpalast von Jerewan mit Bezug auf die Vertreibungen und Ermordungen von 1915 von einer "Tragödie" gesprochen, die eine Reihe von Gräueltaten des 20. Jahrhunderts eröffnet habe. Abweichend vom Redeskript fügte er das Wort "Genozid" ein. Armenische und türkische Medien griffen die Nachricht lebhaft auf. Copyright 2016 Katholische Presseagentur KATHPRESS, Wien, Österreich Alle Rechte vorbehalten
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