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Pater Dietrich von Stockhausen überreicht Papst Leo XIV. Hesemanns aktuelle Studie über Heroldsbach

18. März 2026 in Aktuelles, 20 Lesermeinungen
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„Nach 75 Jahren scheint also wieder Bewegung in die Sache zu kommen. Nun liegt es am Vatikan, zu überprüfen, ob nicht doch in Oberfranken die Muttergottes erschien.“ Von Verena Fabekovec


Rom (kath.net) Vor einigen Tagen wurde Pater Dietrich von Stockhausen (83), langjähriger Rektor der Gebetsstätte Heroldsbach (von 1998 bis 2014) von Papst Leo XIV. im Vatikan empfangen. Es war eine Begegnung zweier „Söhne des heiligen Augustinus“ – der Papst ist Augustiner, der Pater Augustiner Chorherr –, doch im Mittelpunkt stand die Muttergottes. Von Stockhausen überreichte dem Papst die neueste Studie über die mutmaßlichen Marienerscheinungen in Heroldsbach von 1949 bis 1952 – und bat ihn, sie einer Neubewertung zu unterziehen. 

Am 9. Oktober 1949 hatten vier Mädchen im oberfränkischen Heroldsbach behauptet, dass ihnen die Muttergottes erschienen sei. Es war der Beginn der vielleicht bemerkenswertesten Manifestation des Übernatürlichen in der Geschichte der katholischen Kirche. Drei Jahre lang, bis zum 31. Oktober 1952, sahen die vier Mädchen sowie fünf weitere Altersgenossinnen, aber auch zahlreiche Erwachsene, an hunderten Tagen Maria und Jesus, Engel und Heilige, ja sogar die Heilige Dreifaltigkeit. Zugleich kam es am 8. Dezember 1949 vor 10.000 Augenzeugen zu einem Sonnenwunder, am 2. Februar 1950 vor 70.000 Augenzeugen zu einem Lichtwunder und am 1. November 1950 sahen dreihundert Beter, wie nachts die leuchtende Gestalt Mariens, ihr Kind im Arm, langsam vom Himmel hinab- und in diesen wieder aufstieg. Doch obwohl namhafte Experten nach ausgiebigen Gesprächen mit den Zeugen für die Echtheit der angeblichen Erscheinungen eintraten, ging das Erzbistum Bamberg eher ungnädig mit ihnen um. Insbesondere Weihbischof Artur Michael Landgraf lehnte das in Heroldsbach manifestierte Aufflammen der Volksfrömmigkeit mit ihrem nach Meinung des Theologen „überwundenen Wunderglauben“ entschieden ab und setzte durch, dass Wallfahrten nach Heroldsbach erst vom Erzbistum, dann auch von Rom verboten wurden. Die Seherkinder und alle Unterstützer der Erscheinungen wurden für exkommuniziert erklärt, Priester, die sie weiterhin verteidigten, kurzerhand strafversetzt. Trotzdem beharren die Seherkinder, von denen vier noch leben, bis auf den heutigen Tag darauf, dass ihnen tatsächlich Maria erschienen war. Erst 1998 wurde die Wallfahrt auf den Erscheinungshügel vom Erzbistum Bamberg offiziell erlaubt und in Heroldsbach eine diözesane Gebetsstätte eingerichtet, deren erster Rektor Pater von Stockhausen war. Seit 2025 steht die Gebetsstätte unter Leitung seines Ordensbruders Pater Markus Straubhaar.


2020 gab Papst Franziskus die Akten zur „causa Heroldsbach“ für die Forschung frei. Der deutsche Historiker Michael Hesemann erhielt Zugang zu den vatikanischen Archiven, wertete sie aus und veröffentlichte vier Jahre später ein Buch. In „Heroldsbach – Als der Himmel die Erde berührte“ (2024) wies er nach, mit welchen Tricks, allem voran gezielter Desinformation, Weihbischof Landgraf die vatikanische Verurteilung von Heroldsbach bewirkte. „Haltloser Dorfklatsch wurde für bare Münze genommen, hunderte Zeugenaussagen, die übernatürliche Ereignisse bestätigten, dagegen unter den Tisch gekehrt“, erklärte Hesemann 2024 bei der Präsentation seines Buches in Heroldsbach. „Es ist Zeit, dass der Vatikan den Fall neu aufrollt – und sein vernichtendes Urteil von 1951 revidiert“, fordert der Autor.

Mit großer Aufmerksamkeit nahm Leo XIV. Hesemanns Studie zur Kenntnis, als Pater Dietrich von Stockhausen sie ihm am letzten Mittwoch überreichte. Er kannte den Autor, denn Hesemann hatte erst im Herbst 2025 die Biografie „Leo XIV. – Papst und Brückenbauer“ über ihn herausgegeben. Und er versprach, sich über die „causa Heroldsbach“ näher zu informieren. 

Nach 75 Jahren scheint also wieder Bewegung in die Sache zu kommen. Nun liegt es am Vatikan, zu überprüfen, ob nicht doch in Oberfranken die Muttergottes erschien. 

Foto: Pater Dietrich von Stockhausen überreicht Papst Leo XIV. die aktuelle Studie über Heroldsbach © Fabekovec


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