Login




oder neu registrieren?


Suche

Suchen Sie im kath.net Archiv in über 70000 Artikeln:







Top-15

meist-diskutiert

  1. Warum bei dem hohen Aufkommen an Bischöfen in Deutschland eine solch vehemente Entchristlichung?
  2. Freikirche oder katholische Kirche? Überlegungen eines Konvertiten
  3. Am Grab des Petrus – Die diesjährige Romwallfahrt Ad Petri Sedem
  4. „Drohende Worte von Kardinal Roche: Besucht nicht die überlieferte lateinische Messe!“
  5. Steigende Zahl erwachsener Taufbewerber in ostdeutschen Städten, aber...
  6. „Menschen können die Kirche weder reformieren noch nach eigenem Gutdünken eine neue gründen“
  7. „Als Bischof ist es meine Pflicht, den Glauben der Kirche zu verkünden“
  8. Priester spendete bei Zugunglück in Spanien die Generalabsolution, tröstete Opfer und Angehörige
  9. „Wir werden erwartet“
  10. Wir machen da was mit Medien
  11. Nach Christus-Verhöhnung: CDU-Politikerin Bosbach legt Beschwerde gegen Jan Böhmermann ein
  12. Auf zu den Friedhöfen! Wir bitten für unsere Verstorbenen um Gottes Gnade!
  13. Zisterzienserpater Isaak Maria Käfferlein aus Neuzelle: „Getauft sein reicht nicht!“
  14. Neuerlich umstrittene Ehrung durch Kardinal Cupich
  15. Wie Halloween begann: Das Fest wurzelt in einem großen Exorzismus

Über 20 Jahre Christen bespitzelt: Wolfgang Schnur gestorben

22. Jänner 2016 in Chronik, 2 Lesermeinungen
Druckansicht | Artikel versenden | Tippfehler melden


Der Vertrauensanwalt der Kirche wäre 1990 fast DDR-Ministerpräsident geworden, doch zehn Tage vor der Wahl wurde er als langjähriger Stasi-Mitarbeiter enttarnt.


Wien/Berlin (kath.net/idea) Der Vertrauensanwalt der evangelischen Kirche in der DDR, Wolfgang Schnur, ist tot. Medienberichten zufolge starb er im Alter von 71 Jahren in einem Krankenhaus in Wien. Schnur erlag einem Krebsleiden. Nach der Friedlichen Revolution 1989 war er einer der bekanntesten Politiker und Kirchenmänner in der noch bestehenden DDR. Als Spitzenkandidat der „Allianz für Deutschland“ – dem Wahlbündnis aus Christlich-Demokratischer Union der DDR (CDU), Demokratischem Aufbruch (DA) und Deutscher Sozialer Union (DSU) – wäre er 1990 fast der erste frei gewählte Ministerpräsident der DDR geworden. Doch zehn Tage vor der Wahl wurde er als langjähriger Inoffizieller Mitarbeiter (IM) der Staatssicherheit enttarnt. Später kam heraus, dass er bereits 1964 eine Verpflichtungserklärung unterschrieben hatte. 1993 entzog ihm die Berliner Justizverwaltung seine Zulassung als Anwalt. 1996 verurteilte das Berliner Landgericht Schnur wegen Verrats von DDR-Bürgerrechtlern an die Stasi zu einem Jahr Freiheitsstrafe auf Bewährung. Danach bestritt er seinen Lebensunterhalt als Berater verschiedener Projekte.


Seine Spitzeleien füllen 41 Ordner mit je 300 Seiten

Als IM „Torsten“ und „Dr. Ralf Schirmer“ hatte Schnur mehr als 20 Jahre lang Bürger bespitzelt und verraten – Freunde und Mandanten, Wehrdienstverweigerer und Würdenträger aus den Reihen von Kirche und Bürgerrechtsbewegung. Seine Mitschriften füllen 41 Ordner mit jeweils mindestens 300 Seiten; zwei weitere Ordner sind verschwunden. In der evangelischen Kirche genoss er höchstes Vertrauen. Zunächst wurde er Mitglied des Konsistoriums der pommerschen Kirche in Greifswald, später gehörte er zeitweise zur Leitung des Bundes der Evangelischen Kirchen in der DDR. Er war Vizepräses der Evangelischen Kirche der Union (Region Ost). Außerdem wurde er Sprecher des Evangelischen Jungmännerwerks. Damit konnte er die kirchliche Jugendarbeit ausspionieren. Dort lernte er unter anderem den Begründer der Friedensbewegung „Schwerter zu Pflugscharen“, den Dresdner Pfarrer Harald Bretschneider, kennen. Bretschneider war als Landesjugendpfarrer für die Betreuung der sogenannten Bausoldaten und Wehrdienstverweigerer zuständig.


Ihnen hat der Artikel gefallen? Bitte helfen Sie kath.net und spenden Sie jetzt via Überweisung oder Kreditkarte/Paypal!

 




Mehr zu

Kommunismus

  1. Der Tod ist ein Kommunist
  2. China: Wie es der regimetreuen und der Untergrund-Kirche zwei Jahre nach dem Abkommen ergeht
  3. Stalin wollte Beziehungen mit dem Heiligen Stuhl aufnehmen
  4. Mit Marxscher Blindheit geschlagen
  5. Münchner Erzbischof würdigt den Theoretiker des Kommunismus
  6. Prag: Kardinal sieht Überstellung Berans als Demokratie-Mahnung
  7. Das Seufzen der 90 Millionen Toten
  8. „Christenverfolgung von Kaliningrad bis zum Pazifik“
  9. Marx' Gespenster spuken weiter!
  10. 'Bis zum Tod blieb sie ihrem Ruf einer bösen, verstockten Frau treu'







Top-15

meist-gelesen

  1. Ostern 2027 in Rom - Große kath.net-Leserreise!
  2. „Alles wieder in den Urzustand versetzen“: Das Oxford Oratory wird wieder einen Hochaltar errichten
  3. Wenn das Scrollen in die Gnade eintaucht
  4. Äthiopien: Mehr als 60 Tote bei Angriffen auf Christen
  5. Venezuela: Machado kehrt zurück und besucht Marienheiligtum
  6. Waffenruhe für Oleschky: Papst-Appell für besetzte Stadt greift
  7. Vatikan-Außenminister: Papstreise nach USA 2027?
  8. “As a bishop, my duty is to proclaim the faith of the Church”
  9. Erzbischof Marini über Johannes Paul II.: Er war für mich ein zweiter Vater
  10. ‚Ghost Soldier‘ – Action-Film mit Jim Caviezel in der Hauptrolle und Gebet zum Erzengel Michael
  11. ‚Big Bang Theory‘-Produzent warnt: Gesellschaften ohne Gott fallen in Tyrannei
  12. "Österreich-Feier" im Stephansdom mit Lichterprozession und Pummerin
  13. Pakistan: Gericht prüft erneut Fall von entführter Christin
  14. Vatikan bestätigt Papstreise nach Südamerika im vollen Umfang
  15. Manuel Ostermann: „Ich möchte hier widersprechen, liebes WDR“

© 2026 kath.net | Impressum | Datenschutz