Login




oder neu registrieren?


Suche

Suchen Sie im kath.net Archiv in über 70000 Artikeln:







Top-15

meist-diskutiert

  1. Journalist von Gersdorff: Bischöfen in Deutschland „fehlt schlicht und ergreifend Bekennermut“
  2. ‚Polithetze gegen die einzige Opposition’ – AfD kritisiert Grundsatzpaper der deutschen Bischöfe
  3. Bestätigt Fiducia Supplicans Häresie?
  4. Identität des nächsten Papstes: Kardinal schreibt
  5. Ein unterkomplexes Schreiben blamiert die Bischöfe
  6. Gericht verbietet Falschbehauptung! - Müssen deutsche Bischöfe AfD-Papier zurückziehen?
  7. FDP-Taktiktipp für Bätzing/DBK: Mit Rom reden aber gleichzeitig Synodalen Rat weiter vorantreiben
  8. P. Karl Wallner: "Bei der Weltsynode spielen deutsche Bischöfe keine Rolle mehr"
  9. Papst trifft Pater Andrzej Komorowski, Leiter der Petrusbruderschaft
  10. Ablehnung der AfD? - „Eine wenig überzeugende Einstimmigkeit der Deutschen Bischofskonferenz“
  11. Werden Sie Schutzengerl für kath.net für mindestens 2024 und 2025!
  12. Kardinal Sarah ‚sehr stolz’ auf afrikanische Bischöfe nach Ablehnung von Fiducia supplicans
  13. Evanglische Kirche im Rheinland schafft Sonntagsgottesdienst ab
  14. Essener Weihbischof Schepers zum Queer-Beauftragten ernannt
  15. "Auf dem Berg Golgota ist es nicht unsere Aufgabe, einen Stuhlkreis zu machen“

Der Tod ist ein Kommunist

10. Juli 2021 in Buchtipp, 2 Lesermeinungen
Druckansicht | Artikel versenden | Tippfehler melden


Auszug aus dem neuen Buch von Giuseppe Gracia


Linz (kath.net)

Noch nie war der Hofstetter entführt worden und hätte sich nicht träumen lassen, dass es eines Tages in einer Limousine weit über seiner Einkommensklasse geschehen würde, auf dem Rücksitz neben einer schönen Frau, die nach Parfüm roch (Zitrus in der Kopfnote, Holz in der Basisnote).

 

«Wer sind Sie?»

Die Frau betrachtete ihn mit dem Schweigen ihrer grünen Augen, während sie hin- und her geschüttelt wurden, weil der Fahrer mit hoher Geschwindigkeit durch die Strassen Zürichs schoss und eine Tiefgarage ansteuerte.

 

Im Innern der Garage dann quietschende Reifen im Halbdunkel, und im Innern des Halbdunkels weiterhin das Parfüm der Unbekannten mit den grünen Augen, durchschnitten vom hereinflackernden, vorbeigleitenden Neonlicht der Tiefgarage.

«Bitte, ich bin total unwichtig!» rief Hofstetter. «Ich bin Journalist.»

 

Keine Antwort, nur ein Grunzen vom Fahrer vorne.

Man brachte Hofstetter in einen grossen, klimatisierten Raum und fesselte ihn an einen Bürostuhl.

Ein Mann mit graumelierten Haaren und randloser Brille, der im Raum gewartet hatte und sich neben die Frau mit den grünen Augen stellte, fragte ihn: «Wissen Sie, was los ist?»


 

«Was los ist? Ich bin gefesselt.»

Der Mann mit der Brille schien überrascht. Er runzelte die Stirn, während die Frau mit den grünen Augen zu Hofstetter kam.

Sie beugte sich zu ihm herab, ganz so, als wolle sie sich sein Gesicht einprägen, seine Augen, seine Stirn, seine Haare. Dann küsste sie ihn plötzlich – mit Lippen wie Rosenblätter.

 

Hofstetter begann zu zittern.

«Ich werde ihn lieben,» sagte die Frau. «Ich habe es gewusst, ich habe es von Anfang an gewusst

«Bitte,» keuchte Hofstetter, «das ist Folter.»

Der Mann mit der Brille schickte die Frau hinaus.

«Du kannst ihn nachher sehen, im Hotel,» sagte er.

 

Als die Frau weg war, erklärte der Mann: «Mein Name ist Brenner.»

«Gratuliere.»

«Ich werde Ihnen erklären, warum Sie hier sind,» erklärte Brennee. «Sie werden zuhören. Sie werden offen sein für die Möglichkeit, dass das, was Sie hören, wahr ist.»

 

Hofstetter nickte. «Ich werde offen sein wie nie.»

Brenner begann zu sprechen. Die Verschwörungstheorie, erklärte er, wonach es globale Mächte gebe, die verschiedene Pandemien sowie die Klimakrise dazu nutzten, um einen Umbau der sozialen und ökonomischen Grundlagen der Menschheit durchzuführen, sei keine Theorie, sondern eine Tatsache. Das werde dem einfachen Volk verschwiegen, denn dieses sei zu dumm und würde, wenn es die Wahrheit wüsste, nur Probleme machen, also den grossen Plan stören.

 

Dieser grosse Plan allerdings, erklärte Brenner, sei nicht das Problem, denn auf der Welt habe es immer grosse Pläne gegeben, genauer gesagt: Es habe immer Reiche und Mächtige gegeben, die versucht hätten, der Menschheit ihren Stempel aufzudrücken. Diese Mächtigen seien zum Glück aber regelmässig gestorben, und so seien auch ihre Pläne gestorben, vom Winde in alle Himmelsrichtungen der Vergänglichkeit gestreut, so Brenner in einem Anflug von Poesie. Irgendwann beende der Tod nun einmal alles, meistens mitten unter der Woche. Grosse Pläne seien also nicht das Problem, so Brenner.

 

Das wirkliche Problem bestehe in den Kollateralschäden des Grössenwahns. Während Pläne und Grössenwahn vergänglich seien, könnten die Kollateralschäden eine sehr langlebige Wirkung entfalten. Wirtschaftlicher Massenruin, Bürgerkrieg, ja die totale Auslöschung der Menschheit.

«Bisher alles klar?» wollte Brenner wissen.

«Ganz und gar nicht,» erwiderte Hofstetter.

 

«Gut», fuhr Brenner fort. «Das Problem ist, dass wir in wenigen Jahren eine verhängnisvolle Demokratie- und Freiheitskrise erleben werden, verschärft durch die Klimakrise.»

«Und das wissen Sie ganz sicher?»

«Todsicher. Verschiedene wirtschaftliche und politische Krisen führen zum Untergang der Menschheit, wie wir sie heute kennen.»

«Und das wissen Sie so genau, weil Sie – in die Zukunft sehen?»

 

«Ich bitte Sie.» Für einen Moment tanzte die Andeutung eines Schmunzelns um Brenners sachlichen, trockenen Mund. Dazu glänzte die randlose Brille. «Niemand kann in die Zukunft sehen.»

«Natürlich nicht.»

 

«Nein. Wir kommen aus der Zukunft. Aus dem Jahr 2075.»

«Ach so,» antwortete Hofstetter.

 

kath.net Buchtipp
Der Tod ist ein Kommunist - Ein Fiebertraum
Von Giuseppe Gracia
152 Seiten, Paperback
Fontis-Brunnen Basel 2021
ISBN: 9783038482178
Preis: 15,50 Euro


Bestellmöglichkeiten bei unseren Partnern:


Ihnen hat der Artikel gefallen? Bitte helfen Sie kath.net und spenden Sie jetzt via Überweisung oder Kreditkarte/Paypal!

 





Lesermeinungen

 Chris2 11. Juli 2021 
 

Der Kommunismus hat zig Millionen Menschen

den Tod gebracht und Milliarden die Unfreiheit. Je nachdem, ob man den Nationalsozialismus nicht nur dem Namen nach dem Sozialismus zurechnet (weitere Ähnlichkeiten: "Parteigenossen", "Vierjahrespläne" etc.), sind es zwischen 100 und 200 Millionen Tote...


0
 
 Chris2 11. Juli 2021 
 

Na, das hieße doch immerhin,

dass es 2075 noch Menschen und eine (Untergrund-) Opposition gäbe, die sogar die technischen Mittel für Zeitreisen hat. In Deutschland regiert schon heute eine einst konservative Partei aggressiv links, nicht nur dank der entgleisten Partei Helmut Schmidts an ihrer Seite. Und die größte und de facto einzige Oppositionspartei wird bis hinunter auf Gemeindeebene komplett fundamentalblockiert, selbst, wenn es nur um AfD-Anträge zum Einbau von Toiletten in U-Bahnhöfen geht (Hamburg). Dazu werden notfalls sogar auf Landesebene demokratische "Wahlen rückgängiggemacht" (sic!) oder Kommunalkpolitiker aus ihrer Partei ausgeschlossen. Live. Keine Zukunftsvision.


1
 

Um selbst Kommentare verfassen zu können müssen Sie sich bitte einloggen.

Für die Kommentiermöglichkeit von kath.net-Artikeln müssen Sie sich bei kathLogin registrieren. Die Kommentare werden von Moderatoren stichprobenartig überprüft und freigeschaltet. Ein Anrecht auf Freischaltung besteht nicht. Ein Kommentar ist auf 1000 Zeichen beschränkt. Die Kommentare geben nicht notwendigerweise die Meinung der Redaktion wieder.
kath.net verweist in dem Zusammenhang auch an das Schreiben von Papst Benedikt zum 45. Welttag der Sozialen Kommunikationsmittel und lädt die Kommentatoren dazu ein, sich daran zu orientieren: "Das Evangelium durch die neuen Medien mitzuteilen bedeutet nicht nur, ausgesprochen religiöse Inhalte auf die Plattformen der verschiedenen Medien zu setzen, sondern auch im eigenen digitalen Profil und Kommunikationsstil konsequent Zeugnis abzulegen hinsichtlich Entscheidungen, Präferenzen und Urteilen, die zutiefst mit dem Evangelium übereinstimmen, auch wenn nicht explizit davon gesprochen wird." (www.kath.net)
kath.net behält sich vor, Kommentare, welche strafrechtliche Normen verletzen, den guten Sitten widersprechen oder sonst dem Ansehen des Mediums zuwiderlaufen, zu entfernen. Die Benutzer können diesfalls keine Ansprüche stellen. Aus Zeitgründen kann über die Moderation von User-Kommentaren keine Korrespondenz geführt werden. Weiters behält sich kath.net vor, strafrechtlich relevante Tatbestände zur Anzeige zu bringen.


Mehr zu

Buch

  1. Vatikan-Buchhandlung "Benedikt XVI." in Rom schließt
  2. Taufe: die schönsten Buchgeschenke
  3. Gott und die Welt
  4. Braut Christi
  5. „Träumer, Kämpfer, Gentleman“
  6. Gott macht unruhig
  7. Wer sich anpasst, kann gleich einpacken

Kommunismus

  1. China: Wie es der regimetreuen und der Untergrund-Kirche zwei Jahre nach dem Abkommen ergeht
  2. Stalin wollte Beziehungen mit dem Heiligen Stuhl aufnehmen
  3. Mit Marxscher Blindheit geschlagen
  4. Münchner Erzbischof würdigt den Theoretiker des Kommunismus
  5. Prag: Kardinal sieht Überstellung Berans als Demokratie-Mahnung
  6. Das Seufzen der 90 Millionen Toten
  7. „Christenverfolgung von Kaliningrad bis zum Pazifik“






Top-15

meist-gelesen

  1. Werden Sie Schutzengerl für kath.net für mindestens 2024 und 2025!
  2. KOMMEN SIE MIT! EINMALIGE REISE - 13. Oktober 2024 in Fatima + Andalusien!
  3. Identität des nächsten Papstes: Kardinal schreibt
  4. Ein unterkomplexes Schreiben blamiert die Bischöfe
  5. Bestätigt Fiducia Supplicans Häresie?
  6. P. Karl Wallner: "Bei der Weltsynode spielen deutsche Bischöfe keine Rolle mehr"
  7. "Auf dem Berg Golgota ist es nicht unsere Aufgabe, einen Stuhlkreis zu machen“
  8. Gericht verbietet Falschbehauptung! - Müssen deutsche Bischöfe AfD-Papier zurückziehen?
  9. Die Goldsee-Siedlung am Busko See in Bosnien-Herzegowina
  10. ‚Polithetze gegen die einzige Opposition’ – AfD kritisiert Grundsatzpaper der deutschen Bischöfe
  11. Brauchen wir DBK-Wahlempfehlungen?
  12. Journalist von Gersdorff: Bischöfen in Deutschland „fehlt schlicht und ergreifend Bekennermut“
  13. Essener Weihbischof Schepers zum Queer-Beauftragten ernannt
  14. Ablehnung der AfD? - „Eine wenig überzeugende Einstimmigkeit der Deutschen Bischofskonferenz“
  15. „Ein Zeuge der Wahrheit, der Freude und des Lebens“

© 2024 kath.net | Impressum | Datenschutz