Login




oder neu registrieren?


Suche

Suchen Sie im kath.net Archiv in über 70000 Artikeln:







Top-15

meist-diskutiert

  1. Nach Berliner Stromausfall: „Herr Erzbischof Koch, wir warten auf Ihre Stellungnahme“
  2. „Sehr brüderliche Atmosphäre, die meisten waren von Dringlichkeit der Neuevangelisierung überzeugt“
  3. Rechtsanwalt Steinhöfel: Maduro war ohne legales Amt, hatte keine völkerrechtliche Immunität mehr
  4. Katholik kritisiert „Schleimjesus“-Fernsehgottesdient mit direktem Brief an verantwortlichen Pfarrer
  5. Unter den kroatischen Katholiken wächst Grundsatzkritik
  6. These: Die Wahrheit steht über der nachdrücklichen Forderung nach Einheit
  7. Menschenrecht auf Abtreibung?
  8. So fühlt sich Nachhausekommen an
  9. Der Stern stört Jerusalem. Epiphanie und die Ruhe der Gewöhnten
  10. Kardinäle votieren für Themen in der Linie von Papst Franziskus
  11. Der Weihnachtsglaube - Sand oder Fels
  12. Regensburger Bischof Voderholzer beim Papst
  13. „Die Ursache der Kirchenkrise und ihre Überwindung“
  14. Gegen Agenden und Aktivismus: das Kardinalskollegium hält inne
  15. Venezuela schließt sein Foltergefängnis, viele politische Gefangene sind auf dem freien Fuß!

Europaparlament verurteilt erstmals Methoden der Leihmutterschaft

8. Jänner 2016 in Familie, 1 Lesermeinung
Druckansicht | Artikel versenden | Tippfehler melden


Europaabgeordneter der Familien-Partei Gericke: „Menschenverachtendes Verfahren verbieten“


Straßburg (kath.net/pm) „Wir verurteilen die Praxis der Ersatzmutterschaft, die die Menschenwürde der Frau herabsetzt, da ihr Körper und seine Fortpflanzungsfunktionen als Ware genutzt werden...“ - in außergewöhnlich klaren Worten hat das Europäische Parlament in einem kurz vor Weihnachten angenommenen, jetzt veröffentlichten Bericht die Praxis der „Leihmutterschaft“ unmissverständlich verurteilt. Durchgesetzt hat diesen Ansatz eine fraktionsübergreifende, konservative Mehrheit - mit angeführt von Arne Gericke, Europaabgeordneten der Familien-Partei und Mitglied der christdemokratischen ECPM: „Nur 13 von 28 EU-Mitgliedsstaaten haben die sogenannte Surrogatmutterschaft aktuell verboten – und selbst dann ist für viele der Sprung in Entwicklungsländer kein Problem. Indien verdient an der Praxis rund 350 Millionen Euro jährlich - Millionen junger Frauen werden missbraucht. Ein Vergehen, das Europa insgesamt anprangern und verbieten muss! Es kann nicht sein, dass es heute leichter ist, eine indische Frau zur Fremdgeburt zu zwingen, als ein Waisenkind aus Haiti zu adoptieren“, so Gericke. Seine Forderung: EU-weit einheitliche und anwendbare Regelungen zur Adoption.


Dabei, so der Europaabgeordnete, „geht es nicht darum, den Kinderwunsch zeugungs- oder gebärunfähiger Europäerinnen und Europäer zu ignorieren – nur: Kein Kinderwunsch darf den seelischen Missbrauch und die körperliche Ausbeutung von Frauen in Indien, China, der Ukraine oder vielen anderen Schwellenländern rechtfertigen. Hier werden Menschenrechte mit Füßen getreten.“ Er habe das Thema als Koordinator seiner EKR-Fraktion im EU-Dialog mit den Staaten Afrikas, der Karibik und des Pazifiks bereits mehrfach und ausführlich mit Vertretern aus diesen Regionen diskutiert.

Entsprechend entschlossen ist der Abgeordnete, Europas Rolle in Sachen Leihmutterschaft zu verändern: „Viele der Auftraggeber und Kunden kommen aus Europa. Wir bestimmen den Markt.“ Als Gründungsmitglied der fraktionsübergreifenden „Arbeitsgruppe Menschenwürde“ im Europäischen Parlament geht Gericke deshalb strategisch gegen die Leihmutterschaft vor: „Der jetzt verabschiedete Bericht ist in seiner Klarheit ein Meilenstein in unserem gemeinsamen Bemühen um mehr Menschenwürde und Menschenrechte für die betroffenen Frauen.“

So heißt es im Artikel 114 des sogenannten „Preda-Berichts“, das Parlament sei „der Auffassung, dass die Praxis der gestationellen Ersatzmutterschaft, die die reproduktive Ausbeutung und die Nutzung des menschlichen Körpers – insbesondere im Fall von schutzbedürftigen Frauen in Entwicklungsländern – für finanzielle oder andere Gewinne umfasst, untersagt werden und dringend im Rahmen der Menschenrechtsinstrumente behandelt werden sollte.“

Bereits im Oktober war Gericke und seiner christdemokratischen Europapartei ECPM ein ähnlicher Erfolg im Europarat gelungen: Ein rundum positiver Bericht zur Leihmutterschaft, erstellt von der belgischen Transsexuellen Petra de Sutter wurde vom Europarat wegen Befangenheit der Berichterstatterin zurückgewiesen: De Sutter ist neben ihrem Sitz im Europarat hauptberuflich Gynäkologin und Vorsitzende der Abteilung für reproduktive Medizin an der Universitätsklinik Gent - eines von vier belgischen Krankenhäusern, trotz des nicht vorhandenen rechtlichen Rahmens die Leihmutterschaft praktizieren.

Entschieden fördern möchte Gericke „EU-weit einheitliche und gut anwendbare Regelungen zur Adoption“. Millionen Waisen weltweit warteten darauf, ihre Zeit im Kinderheim zu beenden und eine neue Familie zu finden - „es kann nicht sein, dass dieser Prozess komplizierter, langwieriger und teurer ist als die menschenverachtende Leihmutterschaft“. Eine entsprechende Anfrage an die EU-Kommission hat der Europaabgeordnete bereits gestellt.

Archivfoto Europaparlament Straßburg


Foto EU-Parlament Straßburg © kath.net/Petra Lorleberg


Ihnen hat der Artikel gefallen? Bitte helfen Sie kath.net und spenden Sie jetzt via Überweisung oder Kreditkarte/Paypal!

 





Lesermeinungen

 antony 8. Jänner 2016 

Das ist eine sehr gute Nachricht!

(obwohl, kleine Randbemerkung, das Europaparlament in dieser Frage vermutlich genauso wenig zuständig ist, wie für das Gender-Geschwafel und die Abtreibungspropaganda im Tarabella-Bericht).

In den USA spielt sich gerade eine entsetzliche Auseinandersetzung um eine Leihmutterschaft: Die Auftraggeber (die genetischen Eltern) wollen die schwangere Leihmutter dazu verdonnern, von den eingesetzten Drillingen eines abzutreiben, um die Gesundheit der anderen beiden nicht zu gefährden. Laut Leihmutterschaftsvertrag haben sie sogar das Recht, das einzufordern. Die Schwangere lehnt das aber - Gott sei Dank! - ab und sagt, sie adoptiere das dritte Kind. S. Link.

Mittlerweile der zweite Fall dieser Art in den USA.

Das nur, um das Thema "Frau (und Kind) als Ware" zu verdeutlichen.

nypost.com/2015/12/14/surrogate-defying-birth-parents-abortion-demand/


4
 

Um selbst Kommentare verfassen zu können müssen Sie sich bitte einloggen.

Für die Kommentiermöglichkeit von kath.net-Artikeln müssen Sie sich bei kathLogin registrieren. Die Kommentare werden von Moderatoren stichprobenartig überprüft und freigeschaltet. Ein Anrecht auf Freischaltung besteht nicht. Ein Kommentar ist auf 1000 Zeichen beschränkt. Die Kommentare geben nicht notwendigerweise die Meinung der Redaktion wieder.
kath.net verweist in dem Zusammenhang auch an das Schreiben von Papst Benedikt zum 45. Welttag der Sozialen Kommunikationsmittel und lädt die Kommentatoren dazu ein, sich daran zu orientieren: "Das Evangelium durch die neuen Medien mitzuteilen bedeutet nicht nur, ausgesprochen religiöse Inhalte auf die Plattformen der verschiedenen Medien zu setzen, sondern auch im eigenen digitalen Profil und Kommunikationsstil konsequent Zeugnis abzulegen hinsichtlich Entscheidungen, Präferenzen und Urteilen, die zutiefst mit dem Evangelium übereinstimmen, auch wenn nicht explizit davon gesprochen wird." (www.kath.net)
kath.net behält sich vor, Kommentare, welche strafrechtliche Normen verletzen, den guten Sitten widersprechen oder sonst dem Ansehen des Mediums zuwiderlaufen, zu entfernen. Die Benutzer können diesfalls keine Ansprüche stellen. Aus Zeitgründen kann über die Moderation von User-Kommentaren keine Korrespondenz geführt werden. Weiters behält sich kath.net vor, strafrechtlich relevante Tatbestände zur Anzeige zu bringen.


Mehr zu

Leihmutterschaft

  1. Leihmutterschaft ist „für Gewalt, Missbrauch und Ausbeutung von Frauen und Kindern verantwortlich“
  2. UN-Sonderberichterstatterin: Leihmutterschaft ist Gewalt gegen Frauen und Kinder
  3. EU-Initiative begünstigt Leihmutterschaft "durch die Hintertür"
  4. Ethikerin: Leihmutterschaft nach Skandal in Ukraine verbieten
  5. Kindeswohl als zentrales Kriterium
  6. Lackner: Urteil zu Leihmutterschaft widerspricht Menschenrechten
  7. Indien: Ärzte fordern schärfere Kontrolle in Leihmutterschaftskliniken
  8. Leihmutterschaft in Luxemburg: Eine unangenehme Debatte
  9. Hier müssen wir auf die Barrikaden: Leihmutterschaft!
  10. Oberlandesgericht Braunschweig lehnt Leihmutterschaft ab






Top-15

meist-gelesen

  1. Weihnachtsspende für kath.net - Wir brauchen JETZT Ihre HILFE!
  2. ISLAND-REISE - SOMMER 2026 - Eine Reise, die Sie nie vergessen werden!
  3. „Die Ursache der Kirchenkrise und ihre Überwindung“
  4. "Beten wir gemeinsam für die kommende Welle!"
  5. Unter den kroatischen Katholiken wächst Grundsatzkritik
  6. Überlebende der Brandkatastrophe in Crans-Montana: „Möchte Gott danken, dass er mich gerettet hat“
  7. Nach Berliner Stromausfall: „Herr Erzbischof Koch, wir warten auf Ihre Stellungnahme“
  8. Oktober 2026 - Kommen Sie mit nach SIZILIEN mit Kaplan Johannes Maria Schwarz!
  9. Katholik kritisiert „Schleimjesus“-Fernsehgottesdient mit direktem Brief an verantwortlichen Pfarrer
  10. Kardinäle votieren für Themen in der Linie von Papst Franziskus
  11. „Sehr brüderliche Atmosphäre, die meisten waren von Dringlichkeit der Neuevangelisierung überzeugt“
  12. "Der Herr ist wirklich in diesen Gestalten von Brot und Wein gegenwärtig"
  13. Regensburger Bischof Voderholzer beim Papst
  14. Rechtsanwalt Steinhöfel: Maduro war ohne legales Amt, hatte keine völkerrechtliche Immunität mehr
  15. Ich bin Staatsanwältin – und ich bete

© 2026 kath.net | Impressum | Datenschutz