Login




oder neu registrieren?



Suche

Suchen Sie im kath.net Archiv in über 70000 Artikeln:









Top-15

meist-diskutiert

  1. Kirchen verfehlen die Lebensrealität vieler Christen in Deutschland
  2. Rundumschlag statt geistige Auseinandersetzung
  3. "Möchte ich mich formell für die Klimaangst entschuldigen!"
  4. Papst mahnt "Gewissenserforschung" im Umgang mit Flüchtlingen an
  5. Lobpreis, die Beziehung zum Vater, Ruhe in Jesus
  6. Kritik: „Gewissensfreiheit durch die Hintertür eines faktischen Teilberufsverbots aushebeln“
  7. Diözese Linz verlinkt umstrittenes Bekenntnis zur LGBT-Propaganda
  8. „Meine Zeit im Gefängnis“ – „Mein katholischer Glaube hat mich gestützt“
  9. Grüne wollen Ärzte zur Abtreibung zwingen!
  10. Umwandlung der Hagia Sophia löst Proteste in Ost und West aus
  11. R.I.P. Ennio Morricone
  12. Der synodale Weg funktioniert nicht
  13. Türkisches Gericht annulliert Museumsstatus der Hagia Sophia
  14. Der Glaube ist „verdunstet, verdampft, verflüchtigt“, auch an den katholischen Schulen
  15. Überraschende Wende: Macron will identischen Nachbau des Notre-Dame-Vierungsturms

Ethikerin: Leihmutterschaft nach Skandal in Ukraine verbieten

24. Mai 2020 in Prolife, 2 Lesermeinungen
Druckansicht | Artikel versenden | Tippfehler melden


IMABE-Geschäftsführerin Kummer: Schockierende Bilder aus Wunschbabyklinik sollten dazu führen, "blinde Flecken in der Debatte" aufzudecken - Babys zur "Abholware" degradiert.


Würzburg/Wien (kath.net/ KAP)

Babys - bestellt und nicht abgeholt: So könnte man die Tatsache auf den Punkt bringen, dass in der Ukraine mehr als 100 von Leihmüttern geborene Säuglinge wegen der Corona-Krise nicht abgeholt werden können. Für die Wiener Bioethikerin Susanne Kummer haben die schockierenden Bilder, die dazu von Presseagenturen weltweit ausgestrahlt wurden, System und zeigen einen unakzeptablen Missstand im Zusammenhang mit der in der Ukraine besonders verbreiteten Leihmutterschaft auf: "Pure finanzielle Not" veranlasse die betreffenden Frauen dazu, "sich als Gebärmutter zur Verfügung zu stellen", schrieb die Expertin des von der Österreichischen Bischofskonferenz getragenen Instituts für medizinische Anthropologie und Bioethik (IMABE) in der jüngsten Ausgabe der deutschen Wochenzeitung "Die Tagespost". Sie forderte ein internationales Verbot dieser entwürdigenden Praxis.

 

Auch der Wiener Erzbischof, Kardinal Christoph Schönborn, zeigte sich in seiner Predigt zu Christi Himmelfahrt berührt vom Schicksal dieser zwischen Bestelleltern und Leihmüttern liegen gebliebenen "Menschenkinder". Es sei "erschütternd" und ein Beispiel für die vielen Facetten der Not in der Welt.


 

Susanne Kummer sieht durch das jüngst verbreitete Video aus der Kiewer Wunschbabyklinik "BioTexCom" Assoziationen mit einer "Babyfabrik" geweckt: Neugeborene lägen in Reih und Glied in ihren Bettchen und schreien, "abgenabelt von den Müttern, die sie geboren haben, ohne Beziehung zu den Eizell- und Samenspendern, von denen sie genetisch abstammen, bezahlt von den ausländischen Bestelleltern, die nicht einreisen dürfen - quasi als Abholware bereit".

 

Die Ukraine als eines der ärmsten Länder Europas sei weltweit eines der aktivsten Länder in Bezug auf Leihmutterschaft und "bekannt für besonders unwürdige Angebote geschäftstüchtiger Privatkliniken", wies die IMABE-Geschäftsführerin hin. Es gebe Pauschalangebote von bis zu 60.000 Euro - mit "100 Prozent-Baby-Garantie". Das bedeutet laut Kummer nichts anderes, als dass sowohl Leihmutter als auch Eizellenspenderin - falls eine nötig ist - so lange ausgetauscht werden können, bis eine Schwangerschaft hält und ein Kind geboren wird.

 

"Auf eine Art Brutkasten reduziert"

 

Dass es Paare gibt, die sich nichts sehnlicher als ein Kind wünschen, rechtfertige nicht, auf Leihmutterschaft als Mittel zum Zweck zurückzugreifen. Damit sei "immer eine Ausbeutung von Frauen - körperlich und seelisch -" verbunden, betonte die studierte Philosophin und frühere Wissenschaftsjournalistin. Mütter würden über neun Monate hindurch eine tiefe Bindung zu ihrem Kind aufbauen, Leihmütter müssten hingegen "emotional, physisch und vertraglich wie eine Maschine funktionieren". Sie würden "auf eine Art Brutkasten reduziert" und depersonalisiert. Nicht umsonst werde die Praxis der Leihmutterschaft als eine "neue, moderne Form des Menschen- und Kinderhandels" bezeichnet, gegen die nicht nur Feministen auf die Barrikaden steigen müssten, schrieb Kummer.

 

Auch die Kinder würden als Objekt, als Ware gegen Geld gehandelt: "Bestelleltern bezahlen, Agenturen verdienen und die Leihmutter erhält ihren (oft kargen) Lohn erst, wenn sie das (gesunde) Kind abgeliefert hat." Dieses Kind habe wie jedes andere auch ein international geschütztes Recht darauf, nach Möglichkeit bei den leiblichen Eltern aufzuwachsen, betonte Kummer. Dieses Recht werde durch Leihmutterschaft systemimmanent und aus Kindessicht ohne Notwendigkeit verwehrt. Dem Kind drohe eine lebenslang zu bewältigende Bürde.

 

Für die IMABE-Geschäftsführerin wäre es hoch an der Zeit, die "blinden Flecken in der Debatte" aufzudecken. Leihmutterschaft müsse international verboten werden, die gesetzlichen Schranken in Österreich und Deutschland gelte es abzusichern. "Weder der Körper der Frau noch die Geburt eines Kindes können in Form von Produktion und Warenaustausch gehandelt werden, ohne dass dabei die Rechte des Einzelnen grob verletzt werden", hielt Kummer fest. "Frauen sind keine Gebärmaschinen, Kinder keine Handelsware."

 

Copyright 2020 Katholische Presseagentur KATHPRESS, Wien, Österreich (www.kathpress.at) Alle Rechte vorbehalten


Ihnen hat der Artikel gefallen? Bitte helfen Sie kath.net und spenden Sie jetzt via Überweisung oder Kreditkarte/Paypal!

 





Lesermeinungen

 exnonne 25. Mai 2020 
 

Skandal

Nicht nur die "bestellten und nicht abgeholten Kinder" sind ein Skandal, sondern die Tatsache, dass so etwas wie das "Geschäftsmodell Leihmutterschaft" überhaupt möglich ist. Meiner Ansicht nach entwürdigt das alle Beteiligten: sowohl die genetischen Eltern, besonders aber auch die von diesen "benutzte" Leihmutter und das Kind, das zur Ware degradiert wird.


1

0
 
 hauch 24. Mai 2020 
 

Und dies weiß man erst seit die Bilder durch die Medien sind?? Was glauben manche Leute wie diese „Geschäfte“ laufen!!!!!!


2

0
 

Um selbst Kommentare verfassen zu können müssen Sie sich bitte einloggen.

Für die Kommentiermöglichkeit von kath.net-Artikeln müssen Sie sich bei kathLogin registrieren. Die Kommentare werden von Moderatoren stichprobenartig überprüft und freigeschaltet. Ein Anrecht auf Freischaltung besteht nicht. Ein Kommentar ist auf 1000 Zeichen beschränkt. Die Kommentare geben nicht notwendigerweise die Meinung der Redaktion wieder.
kath.net verweist in dem Zusammenhang auch an das Schreiben von Papst Benedikt zum 45. Welttag der Sozialen Kommunikationsmittel und lädt die Kommentatoren dazu ein, sich daran zu orientieren: "Das Evangelium durch die neuen Medien mitzuteilen bedeutet nicht nur, ausgesprochen religiöse Inhalte auf die Plattformen der verschiedenen Medien zu setzen, sondern auch im eigenen digitalen Profil und Kommunikationsstil konsequent Zeugnis abzulegen hinsichtlich Entscheidungen, Präferenzen und Urteilen, die zutiefst mit dem Evangelium übereinstimmen, auch wenn nicht explizit davon gesprochen wird." (www.kath.net)
kath.net behält sich vor, Kommentare, welche strafrechtliche Normen verletzen, den guten Sitten widersprechen oder sonst dem Ansehen des Mediums zuwiderlaufen, zu entfernen. Die Benutzer können diesfalls keine Ansprüche stellen. Aus Zeitgründen kann über die Moderation von User-Kommentaren keine Korrespondenz geführt werden. Weiters behält sich kath.net vor, strafrechtlich relevante Tatbestände zur Anzeige zu bringen.


Mehr zu

Leihmutterschaft

  1. Kindeswohl als zentrales Kriterium
  2. Lackner: Urteil zu Leihmutterschaft widerspricht Menschenrechten
  3. Indien: Ärzte fordern schärfere Kontrolle in Leihmutterschaftskliniken
  4. Leihmutterschaft in Luxemburg: Eine unangenehme Debatte
  5. Hier müssen wir auf die Barrikaden: Leihmutterschaft!
  6. Oberlandesgericht Braunschweig lehnt Leihmutterschaft ab
  7. Bioethikerin Merckens begrüßt EGMR-Urteil zu Leihmutterschaft
  8. EGMR: Staat muss Leihmutterschaftskind nicht legal anerkennen
  9. Erleichterung über Europarats-Entscheid gegen Leihmutterschaft
  10. Weiterer Anlauf für Leihmutterschaft im Europarat abgeblitzt








Top-15

meist-gelesen

  1. Benedikt XVI.: „Vergelt’s Gott, lieber Georg, für alles“
  2. Rundumschlag statt geistige Auseinandersetzung
  3. "Möchte ich mich formell für die Klimaangst entschuldigen!"
  4. „Meine Zeit im Gefängnis“ – „Mein katholischer Glaube hat mich gestützt“
  5. Grüne wollen Ärzte zur Abtreibung zwingen!
  6. Der synodale Weg funktioniert nicht
  7. Kirchen verfehlen die Lebensrealität vieler Christen in Deutschland
  8. „Herr, ich bin da!“ – Georg Ratzinger über seine Primiz
  9. Wir knien nur vor dem allmächtigen Gott nieder!
  10. „Unser aller aufrichtige Anteilnahme gilt dem Papa emerito Benedikt XVI.“
  11. „Das Bekenntnis zur Wahrheit betrachtete Kardinal Meisner als heilige Pflicht“
  12. „Black Lives Matter“ fordert Auflösung der Kernfamilie
  13. „Der nächste Papst“: Welchen Herausforderungen muss er sich stellen?
  14. Papst mahnt "Gewissenserforschung" im Umgang mit Flüchtlingen an
  15. Trondheim bekommt nach elf Jahren wieder eigenen Bischof

© 2020 kath.net | Impressum | Datenschutz