Login




oder neu registrieren?


Suche

Suchen Sie im kath.net Archiv in über 70000 Artikeln:







Top-15

meist-diskutiert

  1. Wie die Piusbrüder - Linker belgischer Bischof plant weiterhin verbotene Weihen
  2. Gefeuert wegen AfD-Kandidatur: Deutsche Caritas-Erzieherin zieht vor Gericht
  3. Ist der Islam ‚eine alternative Form des byzantinischen Christentums‘?
  4. Papst Leo singt mit 80.000 Jugendlichen das „Salve Regina“ auf Latein
  5. Asymmetrisch blinder Blick auf die deutsche Landschaft
  6. Sechs Messdiener mit Down-Syndrom ministrierten bei der historischen Papstmesse in Paris
  7. Es gibt drei Erzengel, die vor Gottes Thron für uns eintreten
  8. Wort-Gottes-Feier in katholischer Kirche mit Liedern von Taylor Swift
  9. „Wenn wir den wahren missionarischen Geist, den richtigen Weg finden, gibt es in Deutschland noch…“
  10. Die Deutsche Bischofskonferenz will keine 'Demontage' des deutschen Staatsfunks
  11. Ein Erzbischof auf Staatsbesuch
  12. „Das Ende von Maria 2.0“
  13. 'Amoris Laetitia' oder das Lehramt, das sich selbst abschafft
  14. US-Bischof Robert Barron: „Der Kommunismus erlebt in unserem Land gerade ein Comeback“
  15. Einbürgerung als Wahlstrategie? Linke profitiert massiv von muslimischen Wählern in Berlin

Das Dankgebet

30. Dezember 2020 in Aktuelles, 6 Lesermeinungen
Druckansicht | Artikel versenden | Tippfehler melden


Franziskus: letzte Generalaudienz 2020. Manchmal tun die Menschen sich schwer mit dem Danken, weil sie meinen, sie hätten sozusagen ein Anrecht auf das Gute, das ihnen widerfahre. Doch alles ist letztlich Geschenk, Gnade. Von Armin Schwibach


Rom (kath.net/as) „Freut euch zu jeder Zeit! Betet ohne Unterlass! Dankt für alles; denn das ist der Wille Gottes für euch in Christus Jesus. Löscht den Geist nicht aus!“ (1 Thess 5, 16-19).

Letzte Generalaudienz 2020, die letzte Gespensteraudienz aus der Bibliothek der ehemaligen Papstwohnung des Apostolischen Palastes. Der Papst setzte seine Katechesenreihe zum Gebet fort. In der 20. Katechese ging Franziskus  auf das Dankgebet ein.

Der Papst orientierte sich an einer Episode, die der Evangelist Lukas berichte. Während Jesus auf dem Weg sei, kämen ihm zehn Aussätzige entgegen, die flehten: „Jesus, Meister, erbarme dich unser!“ (Vgl. 17,13). Wir wüssten, dass für die an Lepra Erkrankten das körperliche Leiden mit einer sozialen und religiösen Ausgrenzung einhergingen. Jesus scheue sich nicht vor einer Begegnung mit ihnen. Manchmal gehe er über die von den Gesetzen gesetzten Grenzen hinaus und berühre den Kranken, umarme ihn, heile ihn. In diesem Fall gebe es keinen Kontakt. In einiger Entfernung fordere Jesus sie auf, sich den Priestern vorzustellen, die nach dem Gesetz für die Beglaubigung der Heilung zuständig gewesen seien. Jesus sage nichts mehr. Er habe ihr Gebet, ihren Schrei nach Barmherzigkeit, erhört und schicke sie sofort zu den Priestern.


Diese Zehn vertrauten, sie gingen sofort, „und während sie gehen, werden sie geheilt, alle zehn von ihnen“. So hätten die Priester ihre Heilung feststellen und sie wieder in das normale Leben aufnehmen können. Aber hier komme der wichtigste Punkt. Von dieser Gruppe komme nur einer, bevor er zu den Priestern gehe, zurück, um Jesus zu danken und Gott für die empfangene Gnade zu preisen. Und Jesus stelle fest, dass der Mann ein Samariter gewesen sei, eine Art „Ketzer“ für die Juden der damaligen Zeit. Jesus kommentiere: „Wurde niemand gefunden, der zurückging, um Gott die Ehre zu geben, außer diesem Fremden?“.

Diese Geschichte teile die Welt sozusagen in zwei Hälften: „die, die nicht danken, und die, die danken; die, die alles als ihr Recht ansehen, und die, die alles als Geschenk, als Gnade, annehmen“. Das Gebet der Danksagung beginne immer hier: mit dem Erkennen seiner selbst, dem die Gnade vorausgehe.

Manchmal täten Menschen sich schwer mit dem Danken, weil sie meinten, sie hätten sozusagen ein Anrecht auf das Gute, das ihnen widerfahre. Viele jedoch gelangten zu der entscheidenden Erkenntnis, „dass letztlich alles Geschenk, ja Gnade ist“.

Ehe wir denken konnten, „wurden wir gedacht; ehe wir lernten zu lieben, wurden wir geliebt“. Wir verdankten uns nicht uns selbst. Leben heiße vor allem, empfangen zu haben. So verdankten wir uns unseren Eltern, Erziehern, Freunden und vielen anderen Menschen, ohne die wir nicht dieselben wären, die wir heute seien.

Im letzten aber verdankten wir uns Gott. Seine Gnade gehe allem voraus und was uns auch widerfahre, „wir haben immer Grund zu danken“. Nicht von ungefähr sei für uns Christen das wesentlichste Sakrament das der Danksagung, die Eucharistie.

In der Begegnung mit Jesus erfahre der Mensch, dass er bedingungslos geliebt sei – und diese Liebe verwandle, wie uns die verschiedenen Abschnitte der Evangelien, die wir jetzt in der Weihnachtzeit hörten, bezeugten.

Auch wir seien berufen, in seiner Liebe die Kraft zu erkennen, die die Welt regiere. Wir irrten nicht mehr plan- und ziellos umher: „wir haben in Christus eine Heimat, einen festen Bezugspunkt und von da aus erscheint uns alles noch einmal so viel schöner. Dankbarkeit ist der tiefste Grund der Freude“.

Vor allem sollten wir das Danken also nicht vernachlässigen. Wenn wir Träger der Dankbarkeit seien, werde auch die Welt besser, wenn auch nur ein wenig, aber das reiche, um ihr ein wenig Hoffnung zu geben. Alles sei vereint und verbunden, und jeder könne dort, wo er ist, seinen Teil beitragen: „Betet ohne Unterlass! Dankt für alles; denn das ist der Wille Gottes für euch in Christus Jesus. Löscht den Geist nicht aus!“.

Die Zuschauer und Zuhörer aus dem deutschen Sprachraum grüßte der Heilige Vater mit den folgenden Worten:

Liebe Brüder und Schwestern deutscher Sprache, am Ende dieses schwierigen Jahres, sind wir vielleicht versucht, erst einmal all das zu sehen, was nicht möglich war und was uns gefehlt hat. Vergessen wir darüber aber nicht die vielen, unzählbaren Gründe, die wir haben, Gott und unseren Mitmenschen zu danken. Ich wünsche euch von Herzen jene Freude, die aus der Dankbarkeit kommt!

 


Ihnen hat der Artikel gefallen? Bitte helfen Sie kath.net und spenden Sie jetzt via Überweisung oder Kreditkarte/Paypal!

 





Lesermeinungen

Um selbst Kommentare verfassen zu können müssen Sie sich bitte einloggen.

Für die Kommentiermöglichkeit von kath.net-Artikeln müssen Sie sich bei kathLogin registrieren. Die Kommentare werden von Moderatoren stichprobenartig überprüft und freigeschaltet. Ein Anrecht auf Freischaltung besteht nicht. Ein Kommentar ist auf 1000 Zeichen beschränkt. Die Kommentare geben nicht notwendigerweise die Meinung der Redaktion wieder.
kath.net verweist in dem Zusammenhang auch an das Schreiben von Papst Benedikt zum 45. Welttag der Sozialen Kommunikationsmittel und lädt die Kommentatoren dazu ein, sich daran zu orientieren: "Das Evangelium durch die neuen Medien mitzuteilen bedeutet nicht nur, ausgesprochen religiöse Inhalte auf die Plattformen der verschiedenen Medien zu setzen, sondern auch im eigenen digitalen Profil und Kommunikationsstil konsequent Zeugnis abzulegen hinsichtlich Entscheidungen, Präferenzen und Urteilen, die zutiefst mit dem Evangelium übereinstimmen, auch wenn nicht explizit davon gesprochen wird." (www.kath.net)
kath.net behält sich vor, Kommentare, welche strafrechtliche Normen verletzen, den guten Sitten widersprechen oder sonst dem Ansehen des Mediums zuwiderlaufen, zu entfernen. Die Benutzer können diesfalls keine Ansprüche stellen. Aus Zeitgründen kann über die Moderation von User-Kommentaren keine Korrespondenz geführt werden. Weiters behält sich kath.net vor, strafrechtlich relevante Tatbestände zur Anzeige zu bringen.


Mehr zu

Generalaudienz

  1. Liebst du mich? – Das Gespräch zwischen Jesus und Petrus
  2. Kohelet: die ungewisse Nacht des Sinns und der Dinge des Lebens
  3. Judit. Eine bewundernswerte Jugend, ein großzügiger Lebensabend.
  4. Noomi, das Bündnis zwischen den Generationen, das die Zukunft eröffnet
  5. Ehre deinen Vater und deine Mutter: Liebe zum gelebten Leben
  6. Der Osterfriede und Dostojewskis Legende vom Großinquisitor
  7. Treue gegenüber der Heimsuchung durch Gott für die kommende Generation
  8. Das Abschiednehmen und das Erbe: Erinnerung und Zeugnis
  9. Das Alter, eine Ressource für die unbeschwerte Jugend
  10. Die Langlebigkeit: Symbol und Chance







Top-15

meist-gelesen

  1. Ostern 2027 in Rom - Große kath.net-Leserreise!
  2. Den Willen Gottes für den Menschen bedenken und tun
  3. Buße, Hoffnung, ewiges Leben: Lourdes ruft zur Umkehr
  4. Papst Leo zu den Bischöfen: „Die Kirche in Frankreich liegt dem Papst sehr am Herzen!“
  5. Französische Bischöfe: Papst Leo hat das Herz der Franzosen berührt
  6. Er ist der dritte amtierende Papst in der Grotte von Massabielle/Lourdes: Leo XIV.
  7. ‚Trinkt auch ihr aus dieser Quelle!’ Der Durst, den nur Christus stillt
  8. Papst Leo singt mit 80.000 Jugendlichen das „Salve Regina“ auf Latein
  9. Papst Leo erstaunt über hohe Zahl von Erwachsenentaufen in Frankreich
  10. Wo Begegnung zur Zivilisation der Liebe wurde. Die Armen als Fleisch Christi
  11. US-Bischof Robert Barron: „Der Kommunismus erlebt in unserem Land gerade ein Comeback“
  12. Junge Französin bekennt vor Papst: „Wie der heilige Paulus sagt: ‚Für uns ist Christus das Leben‘“
  13. Papst Leo an 80.000 Jugendliche im Stade de France: "Wer mit Gott lebt, ist frei"
  14. „Wenn wir Eucharistie feiern, dürfen wir mit allem zu ihm kommen, was in uns unvollendet ist“
  15. Wenn das Nein nicht mehr zählt

© 2026 kath.net | Impressum | Datenschutz