Login




oder neu registrieren?



Suche

Suchen Sie im kath.net Archiv in über 70000 Artikeln:







Top-15

meist-diskutiert

  1. Massiver Anstieg der Kirchenaustritte in Deutschland - Bätzing ist (wieder einmal) 'erschüttert'
  2. US-Höchstgericht hebt Abtreibungsurteil auf - Gewaltiger Sieg für die Pro-Life-Bewegung!
  3. Kurienkardinal Koch: "Versöhnte Verschiedenheit" ein Ziel bei Ökumene
  4. Der Missbrauch, die Medien und Benedikts Vermächtnis
  5. ‚Psychopathologie und das bevorstehende Ende?’ Wie geht es Papst Franziskus?
  6. Deutscher Bundestag schafft Werbeverbot für Abtreibungen ab
  7. Österreich schafft umstrittene Covid-Impfpflicht ab!
  8. Eine evangelische Pfarrerin in der katholischen Messe und die religiöse Bedeutung von Puzzleteilen
  9. Der Erzbischof von Berlin ist rücktrittsreif!
  10. Papst Franziskus korrigiert den deutsch-synodalen Sonder-Weg
  11. DBK bedauert Bundestagsbeschluss, das Abtreibungswerbeverbot aufzuheben
  12. Ein 'völlig verunglückter Antrag' beim Synodalen Weg
  13. Immer weniger junge Leute beim "Deutschen Katholikentag"
  14. Münsteraner Bischof Genn beurlaubt Dompropst und Offizial Schulte
  15. Kardinal Kasper verschärft Kritik am Synodalen Weg - „... der bricht der Kirche das Genick“

Liebst du mich? – Das Gespräch zwischen Jesus und Petrus

vor 6 Tagen in Aktuelles, 1 Lesermeinung
Druckansicht | Artikel versenden | Tippfehler melden


Franziskus: die ergreifende Bitte und einem Angebot der Liebe, das ganz natürlich mit einem Gespräch zwischen ihnen verbunden ist. Von Armin Schwibach


Rom (kath.net/as) „Zum dritten Mal fragte Jesus ihn: Simon, Sohn des Johannes, liebst du mich? Da wurde Petrus traurig, weil Jesus ihn zum dritten Mal gefragt hatte: Liebst du mich? Er gab ihm zur Antwort: Herr, du weißt alles; du weißt, dass ich dich liebe. Jesus sagte zu ihm: Weide meine Schafe! Amen, amen, ich sage dir: Als du jünger warst, hast du dich selbst gegürtet und gingst, wohin du wolltest. Wenn du aber alt geworden bist, wirst du deine Hände ausstrecken und ein anderer wird dich gürten und dich führen, wohin du nicht willst“ (Joh 21.17-18).

Vierundzwanzigste Generalaudienz des Jahres 2022 mit Pilgern und Besuchern auf dem Petersplatz. Papst Franziskus setzte seine Katechesenreihe zum Alter fort. Die fünfzehnte Katechese stand unter dem Thema: „Petrus, das Gespräch mit Jesus“.

Der Papst dachte über den Dialog zwischen dem auferstandenen Jesus und Petrus am Ende des Johannesevangeliums nach (21,15-23). Es sei ein bewegender Dialog, aus dem die ganze Liebe Jesu zu seinen Jüngern und auch die erhabene Menschlichkeit seiner Beziehung zu ihnen, insbesondere zu Petrus, hervorgehe: eine zärtliche, aber nicht melancholische, direkte, starke, freie und offene Beziehung. Eine Beziehung in Wahrheit“.

So schließe das Johannes-Evangelium, das so spirituell und erhaben ist, mit einer ergreifenden Bitte und einem Angebot der Liebe zwischen Jesus und Petrus, das ganz natürlich mit einem Gespräch zwischen ihnen verbunden sei. Der Evangelist warne uns: er lege Zeugnis von der Wahrheit der Tatsachen ab (vgl. Joh 21,24). In ihnen sei die Wahrheit zu suchen.

Wir könnten uns fragen: „sind wir in der Lage, den Tenor dieser Beziehung Jesu zu den Jüngern beizubehalten, gemäß seinem Stil, der so offen, so freimütig, so direkt, so menschlich real ist? Sind wir nicht stattdessen sehr oft versucht, das Zeugnis des Evangeliums in den Kokon einer ‚zuckrigen’ Offenbarung einzuschließen, zu der wir unsere umstandsbedingte Verehrung hinzufügen können?“. Diese Haltung, die wie Respekt aussehe, entferne uns in Wirklichkeit von dem wirklichen Jesus und werde sogar zum Anlass für einen sehr abstrakten, sehr selbstbezogenen, sehr weltlichen Glaubensweg.

Im Verlauf des Gesprächs Jesu mit Petrus fänden wir zwei Passagen, die sich genau mit dem Alter und der Länge der Zeit befassten: der Zeit des Zeugnisses, der Zeit des Lebens. Der erste Abschnitt sei die Warnung Jesu an Petrus: „als du jung warst, warst du selbstgenügsam, wenn du alt bist, wirst du dich und dein Leben nicht mehr so gut im Griff haben“. Und auch das Zeugnis werde von dieser Schwäche begleitet sein.

Der Evangelist füge seinen Kommentar hinzu und erkläre, dass Jesus auf ein extremes Zeugnis anspiele, nämlich das des Martyriums und des Todes. Aber wir könnten den Sinn dieser Ermahnung allgemeiner verstehen: „eure Nachfolge wird lernen müssen, sich von eurer Gebrechlichkeit, eurer Hilflosigkeit, eurer Abhängigkeit von anderen leiten und formen zu lassen, selbst beim Anziehen, beim Gehen. Ihr aber folgt mir nach“. Die Weisheit der Nachfolge müsse einen Weg finden, um in ihrem Glaubensbekenntnis – „Herr, du weißt, dass ich dich liebe“ (V. 15.16.17) –, auch unter den begrenzten Bedingungen von Schwäche und Alter zu bleiben.

Dieses Gespräch zwischen Jesus und Petrus enthalte wertvolle Lehren für alle Jünger, für alle Gläubigen, auch für alle älteren Menschen. Wir lernten aus unserer Gebrechlichkeit heraus, die Kohärenz unseres Lebenszeugnisses unter den Bedingungen eines Lebens auszudrücken, das weitgehend anderen anvertraut sei, das weitgehend von der Initiative anderer abhänge.

Aber auch hier müssten wir uns fragen: „haben wir eine Spiritualität, die wirklich in der Lage ist, die lange und weit verbreitete Zeit unserer Schwäche zu interpretieren, die wir anderen anvertraut haben, anstatt sie der Kraft unserer Autonomie zu überlassen? Bleiben wir in der gelebten Fortsetzung, der versprochenen Liebe, der angestrebten Gerechtigkeit treu in der Zeit unserer Initiativkraft, in der Zeit der Zerbrechlichkeit der Abhängigkeit, des Verlassens des Protagonismus unseres Lebens?“.

Diese neue Zeit sei sicherlich auch eine Zeit der Prüfung. Angefangen bei der Versuchung, unsere Führungsrolle zu behalten. Alte Menschen sollten nicht neidisch sein auf junge Menschen, die ihren Weg gingen, die ihren Platz einnähmen, die sie überdauerten. Die Ehre ihrer Treue zu ihrer geschworenen Liebe, ihre Treue zur Befolgung des Glaubens, an den sie geglaubt hätten, „auch unter den Bedingungen, die sie dem Abschied vom Leben näher bringen, ist ihr Titel der Bewunderung für die kommenden Generationen und der dankbaren Anerkennung durch den Herrn“.

Selbst die zwangsweise untätige Nachfolge, die aus aufgeregter Kontemplation und verzücktem Hören auf das Wort des Herrn bestehe, werde zum besten Teil ihres Lebens: „was nie wieder weggenommen werden wird“ (vgl. Lk 10,42).

 

Die Pilger und Besucher aus dem deutschen Sprachraum begrüßte der Heilige Vater mit den folgenden Worten:

Von Herzen grüße ich die Gläubigen deutscher Sprache. Das Herz-Jesu-Fest, das wir am Freitag begehen, erinnert an die unendliche Liebe, mit der Jesus den Vater und jeden Menschen liebt. Lasst uns so lieben, wie er uns geliebt hat!

 


Ihnen hat der Artikel gefallen? Bitte helfen Sie kath.net und spenden Sie jetzt via Überweisung oder Kreditkarte/Paypal!

 





Lesermeinungen

 Christa.marga vor 6 Tagen 
 

Drei Mal gefragt - drei Mal JA

Dieses Evangelium berührt mich besonders.

Zur damaligen Zeit bedeutete die dreimalige Bestätigung auf eine 3malige Frage so viel, wie ein notarieller Vertrag. Jesus hat Petrus 3 x das Gleiche gefragt. Dann die Aufforderung an Petrus, "Weide meine Schafe".
Jesus hat Petrus seine Schafe anvertraut. Es war die Gründung der heiligen Kirche und Petrus somit der erste Papst.

"Amen, amen, ich sage dir: Als du jünger warst, hast du dich selbst gegürtet und gingst, wohin du wolltest. Wenn du aber alt geworden bist, wirst du deine Hände ausstrecken und ein anderer wird dich gürten und dich führen, wohin du nicht willst“ (Joh 21.17-18)."

Zweimal Amen bedeutet, das ist von besonderer Wichtigkeit.

Es bedeutet, dass die Nachfolge Jesù nicht nur schöne Seiten hat, sondern dass uns auch ein steiniger Weg, bis hin zum Kreuz erwarten kann. Bei Petrus traf das ja auch zu. Er hat Jesus nicht verleugnet.

Das hat mit "neidisch sein auf die Jugend" absolut gar nichts zu tun!


1
 

Um selbst Kommentare verfassen zu können müssen Sie sich bitte einloggen.

Für die Kommentiermöglichkeit von kath.net-Artikeln müssen Sie sich bei kathLogin registrieren. Die Kommentare werden von Moderatoren stichprobenartig überprüft und freigeschaltet. Ein Anrecht auf Freischaltung besteht nicht. Ein Kommentar ist auf 1000 Zeichen beschränkt. Die Kommentare geben nicht notwendigerweise die Meinung der Redaktion wieder.
kath.net verweist in dem Zusammenhang auch an das Schreiben von Papst Benedikt zum 45. Welttag der Sozialen Kommunikationsmittel und lädt die Kommentatoren dazu ein, sich daran zu orientieren: "Das Evangelium durch die neuen Medien mitzuteilen bedeutet nicht nur, ausgesprochen religiöse Inhalte auf die Plattformen der verschiedenen Medien zu setzen, sondern auch im eigenen digitalen Profil und Kommunikationsstil konsequent Zeugnis abzulegen hinsichtlich Entscheidungen, Präferenzen und Urteilen, die zutiefst mit dem Evangelium übereinstimmen, auch wenn nicht explizit davon gesprochen wird." (www.kath.net)
kath.net behält sich vor, Kommentare, welche strafrechtliche Normen verletzen, den guten Sitten widersprechen oder sonst dem Ansehen des Mediums zuwiderlaufen, zu entfernen. Die Benutzer können diesfalls keine Ansprüche stellen. Aus Zeitgründen kann über die Moderation von User-Kommentaren keine Korrespondenz geführt werden. Weiters behält sich kath.net vor, strafrechtlich relevante Tatbestände zur Anzeige zu bringen.


Mehr zu

Generalaudienz

  1. Kohelet: die ungewisse Nacht des Sinns und der Dinge des Lebens
  2. Judit. Eine bewundernswerte Jugend, ein großzügiger Lebensabend.
  3. Noomi, das Bündnis zwischen den Generationen, das die Zukunft eröffnet
  4. Ehre deinen Vater und deine Mutter: Liebe zum gelebten Leben
  5. Der Osterfriede und Dostojewskis Legende vom Großinquisitor
  6. Treue gegenüber der Heimsuchung durch Gott für die kommende Generation
  7. Das Abschiednehmen und das Erbe: Erinnerung und Zeugnis
  8. Das Alter, eine Ressource für die unbeschwerte Jugend
  9. Die Langlebigkeit: Symbol und Chance
  10. Sinn und Wert des Alters







Top-15

meist-gelesen

  1. JETZT ANMELDEN! kath.net-Leserreise nach Fatima und auf die Azoren - Oktober 22
  2. Papst Franziskus korrigiert den deutsch-synodalen Sonder-Weg
  3. Der Missbrauch, die Medien und Benedikts Vermächtnis
  4. Massiver Anstieg der Kirchenaustritte in Deutschland - Bätzing ist (wieder einmal) 'erschüttert'
  5. US-Höchstgericht hebt Abtreibungsurteil auf - Gewaltiger Sieg für die Pro-Life-Bewegung!
  6. ‚Psychopathologie und das bevorstehende Ende?’ Wie geht es Papst Franziskus?
  7. Der Erzbischof von Berlin ist rücktrittsreif!
  8. Münsteraner Bischof Genn beurlaubt Dompropst und Offizial Schulte
  9. Kardinal Kasper verschärft Kritik am Synodalen Weg - „... der bricht der Kirche das Genick“
  10. Eine evangelische Pfarrerin in der katholischen Messe und die religiöse Bedeutung von Puzzleteilen
  11. "Gestern war ich Erzbischof, heute bin ich Kaplan"
  12. Ein Zeichen Gottes? - 'Kriegs-Patriarch' Kirill auf Weihwasser ausgerutscht
  13. Diese Unsicherheiten aus den eigenen Reihen
  14. Ein 'völlig verunglückter Antrag' beim Synodalen Weg
  15. Österreich schafft umstrittene Covid-Impfpflicht ab!

© 2022 kath.net | Impressum | Datenschutz