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Vatikan exkommuniziert Anhänger des 'Bambinello von Gallinaro'

7. Juni 2016 in Weltkirche, 3 Lesermeinungen
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Glaubenskongregation: Gemeinschaft steht in Widerspruch zur katholischen Lehre, da sie ihre Anhänger von der Teilnahme an den katholischen Sakramenten abhält und gegen die Lehre der Päpste aufruft.


Vatikanstadt (kath.net/KAP) Der Vatikan hat die Anhänger des "Bambinello von Gallinaro" für exkommuniziert erklärt. Das entsprechende Dekret der römischen Glaubenskongregation wurde am Sonntag in den Kirchen der mittelitalienischen Diözese Sora verlesen und auf dessen Internetseite publiziert. Aus Sicht der Kirchenleitung handelt es sich bei der Gemeinschaft, die sich im Oktober 2015 zur "Christlichen Universalkirche vom Neuen Jerusalem" ausrief, um eine "pseudoreligiöse Organisation". Ihre Wallfahrtskirche im Dorf Gallinaro zieht jährlich Tausende Pilger an, vor allem jeden letzten Sonntag im Juni.


Die Wallfahrten nach Gallinaro gründen in den angeblichen Visionen von Giuseppina Norcia (siehe Foto). 1947 wollte sie das Jesuskind schlafend auf einer Wolke gesehen haben. Die Erscheinung wiederholte sich den Angaben ihrer Gemeinschaft zufolge am 15. Mai 1974. Damals forderten demnach die Jungfrau Maria und der Erzengel Michael die Seherin auf, eine Wiege für das Jesuskind zu bauen. Daraus entstand die heutige Wallfahrtskirche. Seitdem verstärkten weitere Wunderberichte den Zustrom von Gläubigen. Norcia starb 1989 im Alter von 49 Jahren.

Die Glaubenskongregation erklärte jetzt, die Gemeinschaft stehe in Widerspruch zur katholischen Lehre, da sie ihre Anhänger von der Teilnahme an katholischen Sakramenten wie auch von Kontakten zu Priestern und Pfarrmitgliedern abhalte und zur Missachtung der Lehre der Päpste aufrufe. Ferner wird darauf verwiesen, dass sich die Diözese Sora schon 2001 von der Gruppe und den angeblich übernatürlichen Botschaften distanzierte.

Da die selbsterklärte Kirche ein Schisma begangen, also die Gemeinschaft mit dem Papst aufgegeben habe, unterlägen ihre Anhänger der von selbst eintretenden Beugestrafe der Exkommunikation, teilte die Glaubenskongregation weiter mit. Der Bischof von Sora, Gerardo Antonazzo, gab seinen Priestern mit der Bekanntgabe des Dekrets zugleich die Vollmacht, die Exkommunikation in der Beichte zu lösen. Dabei müsse aber feststehen, dass es sich um eine bewusste und förmliche Mitgliedschaft bei der "Kirche des Neuen Jerusalem" handelte und dass die betreffende Person sich definitiv von ihr abkehren wollte.

Copyright 2016 Katholische Presseagentur KATHPRESS, Wien, Österreich
Alle Rechte vorbehalten
Foto: Werbebild der Sekte


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