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Vatikan prüft Exkommunikation von Mafia-Mitgliedern

19. Juni 2017 in Weltkirche, 7 Lesermeinungen
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Pressemitteilung nach internationaler Tagung zum Thema Korruption im Vatikan berichtet von Arbeiten an einem Dokument, das "die Frage einer Exkommunikation wegen Korruption und wegen Zugehörigkeit zu einer mafiösen Gruppe vertieft"


Vatikanstadt (kath.net/KAP) Der Vatikan denkt offenbar über eine härtere Gangart gegen die Mafia und andere kriminelle Vereinigungen nach. Künftig könnte bereits die Zugehörigkeit zum organisierten Verbrechen automatisch zur Exkommunikation führen, also dem Ausschluss aus der aktiven kirchlichen Gemeinschaft, wie aus einer vatikanischen Mitteilung vom Wochenende hervorgeht. Die Exkommunikation ist die schwerste Strafe, die das Kirchenrecht kennt.

Eine Arbeitsgruppe bereite ein Dokument vor, das "die Frage einer Exkommunikation wegen Korruption und Zugehörigkeit zu einer mafiösen Vereinigung vertieft", heißt es in der Presseerklärung der vatikanischen Behörde "für die ganzheitliche Entwicklung des Menschen". Diese Frage solle auf internationaler Ebene und mit Blick auf die kirchliche Lehre geklärt werden.


Papst Franziskus hatte vor drei Jahren im süditalienischen Kalabrien gesagt, Mafiosi seien exkommuniziert. Im Gegensatz zum weltlichen Recht vieler Staaten stellt das katholische Kirchenrecht allerdings bislang die Zugehörigkeit zu einer Verbrecherorganisation nicht unter Strafe. Sanktioniert werden nur konkrete Delikte. Kirchenrechtlich würde die Einführung dieses neuen Straftatbestands daher einen Paradigmenwechsel bedeuten.

Auch Korruption verurteilt der Papst regelmäßig mit scharfen Worten. Sie ist laut Franziskus die "schlimmste soziale Plage". Am Donnerstag hatten 50 Kirchenvertreter, Antimafia-Staatsanwälte, UN-Vertreter und Verbrechensopfer aus aller Welt im Vatikan über Strategien zum Kampf gegen Korruption beraten. Organisatoren waren das vatikanische "Dikasterium für den Dienst zugunsten der ganzheitlichen Entwicklung" und die Päpstliche Akademie für Sozialwissenschaften.

Copyright 2017 Katholische Presseagentur KATHPRESS, Wien, Österreich
Alle Rechte vorbehalten


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