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Zollitsch: Die Kirche soll nicht so zentralistisch bleiben

7. August 2013 in Deutschland, 40 Lesermeinungen
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Der Vorsitzende der deutschen Bischofskonferenz teilt in der "Süddeutschen" seine Wünsche mit: "Er spürt, dass der, der sich nicht verändert, rückwärts geht und nicht nach vorne"


München (kath.net/KNA/red) Der Vorsitzende der Deutschen Bischofskonferenz, Erzbischof Robert Zollitsch, hält Veränderungen in der katholischen Kirche beim Umgang mit wiederverheirateten Geschiedenen für möglich. Er hoffe, dass die Bischofskonferenz hier in Papst Franziskus einen guten Gesprächspartner habe, sagte der Freiburger Erzbischof im Interview der «Süddeutschen Zeitung». «Er spürt, dass der, der sich nicht verändert, rückwärts geht und nicht nach vorne.» Auch die Frage nach einem Diakonat der Frau, das kein Weiheamt sei, habe Franziskus bisher offengelassen. «Dafür bin ich ihm sehr dankbar», so Zollitsch.


Der Vorsitzende der Bischofskonferenz lobte generell das Auftreten des neuen Papstes. Dies äußere sich etwa in seinen Aussagen zum Thema Homosexualität. Er habe zwar nur das aufgegriffen, was auch im Katechismus stehe, aber «neu ist die Sprache, in der er spricht: Ich will nahe bei den Menschen sein. Das ist sein Grundthema.» Ein weiterer wichtiger Punkt sei seine starke Betonung der Kollegialität der Bischöfe. Auch die Berufung der Gruppe aus acht Kardinälen, die ihn bei der Kurienreform beraten soll, zeige, «die Kirche soll nicht so zentralistisch bleiben, wie sie das in der Vergangenheit manchmal war.»

Zollitsch rief die Gemeinden auf, sich stärker caritativen und sozialen Fragen zuzuwenden. «Ich ermuntere die Gemeinden immer, dass die Armen, die Ausgeschlossenen, die Gebrochenen bei uns vorkommen müssen, in den Predigten wie im Gemeindeleben.» Der Papst sei hier ein starker Verbündeter. Die Schere zwischen Arm und Reich gehe auch in Deutschland weiter auseinander. «Da müssen die Kirchen bis hinunter in die Gemeinden hinein dagegenwirken», forderte der Vorsitzende der Bischofskonferenz.

In der Seelsorge gelte es, die «Pfarrerzentriertheit, die es ja auch in der evangelischen Kirche gibt», zu verringern. Auch Pastoral- und Gemeindereferenten sowie die Diakone seien eigenständige seelsorgerische Dienste, so Zollitsch. Angesichts der demografischen Entwicklungen seien Gemeinden in Zukunft nicht mehr so geschlossen wie früher. «Ich denke eher an Netzwerke innerhalb von Seelsorgeeinheiten.»


(C) 2013 KNA Katholische Nachrichten-Agentur GmbH. Alle Rechte vorbehalten.

Foto: (c) Erzbistum Freiburg


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