Login




oder neu registrieren?


Suche

Suchen Sie im kath.net Archiv in über 70000 Artikeln:







Top-15

meist-diskutiert

  1. Vatikan untersagt jährlicher Wallfahrt im Rahmen der überlieferten lateinischen Liturgie den Zutritt
  2. Wenn die Falschbehauptung einer evangelischen Sängerin zum Eklat bei einer Musiksendung führt
  3. Warum bei dem hohen Aufkommen an Bischöfen in Deutschland eine solch vehemente Entchristlichung?
  4. „Drohende Worte von Kardinal Roche: Besucht nicht die überlieferte lateinische Messe!“
  5. Steigende Zahl erwachsener Taufbewerber in ostdeutschen Städten, aber...
  6. Am Grab des Petrus – Die diesjährige Romwallfahrt Ad Petri Sedem
  7. „Menschen können die Kirche weder reformieren noch nach eigenem Gutdünken eine neue gründen“
  8. „Als Bischof ist es meine Pflicht, den Glauben der Kirche zu verkünden“
  9. Priester spendete bei Zugunglück in Spanien die Generalabsolution, tröstete Opfer und Angehörige
  10. Chick-fil-A-Chef stellt klar: Keine Öffnung an Sonntagen – das wird sich nicht ändern
  11. Nordische Bischöfe: Europa sucht bei der Migration „nach einem neuen Gleichgewicht“
  12. Wir machen da was mit Medien
  13. Neuerlich umstrittene Ehrung durch Kardinal Cupich
  14. Zisterzienserpater Isaak Maria Käfferlein aus Neuzelle: „Getauft sein reicht nicht!“
  15. Nach Christus-Verhöhnung: CDU-Politikerin Bosbach legt Beschwerde gegen Jan Böhmermann ein

Das Gebet des Bartimäus

24. Oktober 2021 in Aktuelles, 1 Lesermeinung
Druckansicht | Artikel versenden | Tippfehler melden


Franziskus: wie steht es um unsere Gebet? Von Armin Schwibach


Rom (kath.net/as) Angelus mit Papst Franziskus auf dem Petersplatz am 30. Sonntag im „Jahreskreis“: „Jesus fragte ihn: Was willst du, dass ich dir tue? Der Blinde antwortete: Rabbúni, ich möchte sehen können“.

Das Evangelium der heutigen Liturgie erzähle, dass Jesus Jericho verlässt, um dem blinden Bartimäus, der am Straßenrand gebettelt habe, das Augenlicht wiederzugeben (vgl. Mk 10,46-52). Es sei dies eine wichtige Begegnung, die letzte vor dem Einzug des Herrn in Jerusalem zum Paschafest.

Bartimäus „hatte sein Augenlicht verloren, aber nicht seine Stimme! Als er nämlich hörte, dass Jesus vorbeikommen würde, begann er zu schreien: „Sohn Davids, Jesus, hab Erbarmen mit mir!“ (V. 47). Die Jünger und die Menge seien von seinem Geschrei genervt und schimpften ihn aus, er solle still sein. Aber er schreie noch lauter: „Sohn Davids, hab Erbarmen mit mir“ (V. 48). Jesus höre es und bleibe sofort stehen: „Gott hört immer auf den Schrei der Armen und lässt sich von der Stimme des Bartimäus nicht beirren, sondern erkennt, dass sie voller Glauben ist, ein Glaube, der sich nicht scheut, darauf zu bestehen, an das Herz Gottes zu klopfen, trotz des Unverständnisses und der Vorwürfe. Und hier liegt die Wurzel des Wunders. Tatsächlich sagt Jesus zu ihm: ‚Dein Glaube hat dich gerettet’“ (V. 52).


Bartimäus’ Glaube zeige sich in seinem Gebet. Es sei kein zaghaftes und konventionelles Gebet. Zunächst nenne er den Herrn „Sohn Davids“, er erkenne ihn also als den Messias, den König, der in die Welt kommen werde. Dann nenne er ihn vertrauensvoll beim Namen: „Jesus“. Er habe keine Angst vor ihm, er distanziere sich nicht. Und so schreie er von Herzen zu dem Gott, swe Freund ist seines ganzen Dramas: „hab Erbarmen mit mir!“.

Er bitte ihn nicht um ein paar Münzen, wie er es bei Passanten tut. Er bitte den, der alles für alles tun könne: „hab Erbarmen mit mir, mit allem, was ich bin“. Er bitte nicht um eine Gnade, sondern er stelle sich selbst vor. Er bitte um Gnade für seine Person, für sein Leben: „es ist keine kleine Bitte, aber sie ist schön, denn sie ruft das Mitleid, das heißt die Barmherzigkeit und die Zärtlichkeit Gottes hervor“.

Bartimäus benutze nicht viele Worte. Er sage das Wesentliche und vertraue sich der Liebe Gottes an, „der sein Leben wieder zum Blühen bringen kann, indem er tut, was für Menschen unmöglich ist“. Deshalb bitte er den Herrn nicht um Almosen, sondern offenbare alles, seine Blindheit und sein Leiden, das über das Nicht-Sehen-Können hinausgehe: „die Blindheit war nur die Spitze des Eisbergs, aber in seinem Herzen muss es Wunden, Demütigungen, zerbrochene Träume, Fehler und Reue gegeben haben“.

„Sohn Davids, Jesus, hab Erbarmen mit mir!“: „Machen wir dieses Gebet heute zu unserem eigenen. Und fragen wir uns: ‚Wie steht es um mein Gebet? Ist es mutig, hat es die gute Beharrlichkeit des Bartimäus, weiß s den Herrn, der vorbeikommt, zu ‚ergreifen’, oder begnügt sie sich damit, ihm ab und zu einen förmlichen Gruß zu entbieten, wenn ich mich erinnere?“.

Und dann: „ist mein Gebet „substantiell“, legt es mein Herz vor dem Herrn offen? Bringe ich ihm die Geschichte und die Gesichter meines Lebens? Oder ist es blutleer, oberflächlich und besteht aus Ritualen ohne Zuneigung und Herz?“.

Wenn der Glaube lebendig sei, dann komme das Gebet von Herzen. Es bettlr nicht um ein paar Münzen, es sei nicht auf die Bedürfnisse des Augenblicks reduziert. Jesus, der alles tun könne, „muss um alles gebeten werden“. Er könne es kaum erwarten, seine Gnade und Freude in unsere Herzen zu gießen, aber leider seien wir es, die aus Scheu, Faulheit oder Unglauben auf Distanz blieben.

„Bartimäus möge uns mit seinem konkreten, beharrlichen und mutigen Glauben ein Vorbild sein“, so der Papst abschließend: „Und möge die Muttergottes, die betende Jungfrau, uns lehren, uns mit ganzem Herzen an Gott zu wenden, im Vertrauen darauf, dass er jedes Gebet erhört“.

 


Ihnen hat der Artikel gefallen? Bitte helfen Sie kath.net und spenden Sie jetzt via Überweisung oder Kreditkarte/Paypal!

 





Lesermeinungen

Um selbst Kommentare verfassen zu können müssen Sie sich bitte einloggen.

Für die Kommentiermöglichkeit von kath.net-Artikeln müssen Sie sich bei kathLogin registrieren. Die Kommentare werden von Moderatoren stichprobenartig überprüft und freigeschaltet. Ein Anrecht auf Freischaltung besteht nicht. Ein Kommentar ist auf 1000 Zeichen beschränkt. Die Kommentare geben nicht notwendigerweise die Meinung der Redaktion wieder.
kath.net verweist in dem Zusammenhang auch an das Schreiben von Papst Benedikt zum 45. Welttag der Sozialen Kommunikationsmittel und lädt die Kommentatoren dazu ein, sich daran zu orientieren: "Das Evangelium durch die neuen Medien mitzuteilen bedeutet nicht nur, ausgesprochen religiöse Inhalte auf die Plattformen der verschiedenen Medien zu setzen, sondern auch im eigenen digitalen Profil und Kommunikationsstil konsequent Zeugnis abzulegen hinsichtlich Entscheidungen, Präferenzen und Urteilen, die zutiefst mit dem Evangelium übereinstimmen, auch wenn nicht explizit davon gesprochen wird." (www.kath.net)
kath.net behält sich vor, Kommentare, welche strafrechtliche Normen verletzen, den guten Sitten widersprechen oder sonst dem Ansehen des Mediums zuwiderlaufen, zu entfernen. Die Benutzer können diesfalls keine Ansprüche stellen. Aus Zeitgründen kann über die Moderation von User-Kommentaren keine Korrespondenz geführt werden. Weiters behält sich kath.net vor, strafrechtlich relevante Tatbestände zur Anzeige zu bringen.


Mehr zu

Angelus

  1. Die Gnade der Eucharistie: essen und gesättigt werden
  2. Der Sinn von Christi Himmelfahrt. Zwei Handlungen: Ankündigung der Gabe des Geistes und Segen
  3. Frieden hinterlasse ich euch, meinen Frieden gebe ich euch!
  4. Hören, kennen, folgen
  5. Die Zeit, mit Jesus neu anzufangen, mit ihm hinauszufahren
  6. Auch wir sind wie Thomas
  7. Die Wahrheit, die uns frei macht
  8. Bekehren wir uns vom Bösen, entsagen wir der Sünde!
  9. Die Verklärung und die Gnade der Wachsamkeit
  10. Die Versuchungen und der Kampf gegen das Böse







Top-15

meist-gelesen

  1. Ostern 2027 in Rom - Große kath.net-Leserreise!
  2. Pakistan: Gericht prüft erneut Fall von entführter Christin
  3. Vatikan bestätigt Papstreise nach Südamerika im vollen Umfang
  4. Wir machen da was mit Medien
  5. „Habe Entwicklung zur Ausblendung wichtiger Themen und der Tabuisierung von Kritik selbst erlebt“
  6. Glaubensweitergabe im Wandel der Zeit
  7. Nach Anschlag in Paris: Kritik an Macrons Aussage über religiös motivierte Gewalt
  8. Vatikan untersagt jährlicher Wallfahrt im Rahmen der überlieferten lateinischen Liturgie den Zutritt
  9. Fatima-Tag in Berlin
  10. Lucky Luke wird in Jubiläums-Comic zum Heiligen
  11. Die Liebe als Mitte des Glaubens: Das Gebot, das den ganzen Menschen umfasst
  12. Wenn die Falschbehauptung einer evangelischen Sängerin zum Eklat bei einer Musiksendung führt
  13. Chick-fil-A-Chef stellt klar: Keine Öffnung an Sonntagen – das wird sich nicht ändern
  14. Impuls für Körper und Geist: Kirchensportler empfehlen das Jesus-Gebet
  15. Wie Halloween begann: Das Fest wurzelt in einem großen Exorzismus

© 2026 kath.net | Impressum | Datenschutz