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Moskau: Demonstranten suchten Zuflucht in orthodoxer Kirche

30. Juli 2019 in Weltkirche, keine Lesermeinung
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Priester der Kosmas-und-Damian-Kirche am Stoleschnikow Pereulok sind Schüler des legendären "geistlichen Vaters" der Dissidenten, Alexander Men


Moskau (kath.net/KAP) Während der Auseinandersetzungen mit Bereitschaftspolizisten im Zuge der Anti-Regierungsproteste in Moskau haben am vergangenen Samstag rund 100 meist jugendliche Demonstranten in der orthodoxen Kosmas-und-Damian-Kirche am Stoleschnikow Pereulok Zuflucht gefunden. Das berichteten mehrere Nachrichtenportale, u.a. der römische Pressedienst "AsiaNews", am Montag. Die Priester der Kosmas-und-Damian-Kirche sind alle Schüler des 1990 ermordeten Theologen und "geistlichen Vaters" der Dissidenten, Aleksander Men.

Die Kosmas-und-Damian-Kirche sei am Samstag "wie alle Tage" offen für alle gewesen, schilderte einer der orthodoxen Priester, der seit den 1980er Jahren in Moskau lebende gebürtige Italiener Ioann Guaita, im Gespräch mit Journalisten: "Alle aufzunehmen, ist unsere Pflicht, deshalb sind wir Kirche, das ist nichts Besonderes."


Dass die jungen Leute gerade in der Kosmas-und-Damian-Kirche Zuflucht gesucht hätten, habe auch "geographische Gründe", verwies der Priester auf die Nähe der Kirche zum zentralen Ort der Proteste. Wörtlich stellte Guaita weiter fest: "Wir haben sie alle herzlich aufgenommen, ganz unabhängig von ihren politischen Ideen. Dann habe ich dazu eingeladen, dass wir gemeinsam um Frieden und die 'Besänftigung der zornigen Herzen' beten. Alle haben mit großem Interesse und freudig am Gebet teilgenommen".

Es sei ein "Glück", dass es eine "so aktive und sensible Jugend" gebe, fügte Guaita hinzu: "Es ist gut, wenn die Leute wissen, was sie wollen und bereit sind, für das einzutreten, was ihnen am Herzen liegt." Als sich die Situation auf der Straße beruhigt hatte, verließen viele der jungen Leute wieder das Gotteshaus. Aber eine größere Gruppe blieb und betete und diskutierte weiter mit Guaita.

Zu den Demonstrationen war es gekommen, weil bei den bevorstehenden Moskauer Gemeinderatswahlen viele Oppositionskandidaten nicht antreten können. Am Samstag nahmen rund 3.500 Menschen an einer nicht genehmigten Kundgebung für freie Kommunalwahlen in der Nähe des Moskauer Rathauses teil. Die staatlichen Einsatzkräfte gingen in der Folge mit großer Härte gegen die Demonstranten vor, was auch international scharfe Kritik auslöste. "Der Einsatz von Gewalt gegen friedliche Demonstranten in Moskau und über 1.000 Festnahmen, darunter Journalisten und Oppositionspolitiker, sind unverhältnismäßig und unvertretbar", hielt Österreichs Außenminister Alexander Schallenberg am Montag fest.

Copyright 2019 Katholische Presseagentur KATHPRESS, Wien, Österreich
Alle Rechte vorbehalten


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