Login




oder neu registrieren?


Suche

Suchen Sie im kath.net Archiv in über 70000 Artikeln:







Top-15

meist-diskutiert

  1. Wie die Piusbrüder - Linker belgischer Bischof plant weiterhin verbotene Weihen
  2. Ist der Islam ‚eine alternative Form des byzantinischen Christentums‘?
  3. Vatikan genehmigte 2025 in 34 Diözesen die Feier der Alten Messe in Pfarrkirchen
  4. Gefeuert wegen AfD-Kandidatur: Deutsche Caritas-Erzieherin zieht vor Gericht
  5. Antwerpens Bischof Bonny droht jetzt dem Papst
  6. 'Amoris Laetitia' oder das Lehramt, das sich selbst abschafft
  7. Asymmetrisch blinder Blick auf die deutsche Landschaft
  8. Die Deutsche Bischofskonferenz will keine 'Demontage' des deutschen Staatsfunks
  9. Wort-Gottes-Feier in katholischer Kirche mit Liedern von Taylor Swift
  10. ‚Der Segen für Marie-Garance war auch ein Segen für ihre biologischen Eltern‘
  11. Papst versetzt umstrittenen Kurienkardinal Gambetti vom Petersdom in die Provinz
  12. US-Diözese führt Rosenkranzwochenende ein
  13. Einbürgerung als Wahlstrategie? Linke profitiert massiv von muslimischen Wählern in Berlin
  14. Vatikan bestätigt Sexualverbrechen des toten Ordensgründers Buela
  15. Das Houellebecq-Szenario: Wenn die politische „Mitte“ die Ränder großfüttert

Warum die 'Orientierungshilfe' auf Kritik stoßen muss

8. September 2013 in Kommentar, 3 Lesermeinungen
Druckansicht | Artikel versenden | Tippfehler melden


Der badische Landesbischof gibt den Medien die Schuld am anhaltenden Protest. Von Klaus-Peter Grasse


Karlsruhe (kath.net/idea) In Baden – aber nicht nur dort – nimmt die Kritik an der familienpolitischen „Orientierungshilfe“ der EKD zu. Eine Initiative um Pfarrer Hans-Gerd Krabbe fordert, dass der Rat der EKD die 160-seitige Schrift als offizielle Handreichung der EKD zurücknimmt und durch eine neue Erklärung ersetzt, die die Kontinuität mit der biblisch-reformatorischen Theologie wahrt und die vom unaufgebbaren Leitbild von Ehe und Familie im herkömmlichen Sinne wertschätzend ausgeht. Krabbe zufolge hat sich die Aktion zu einem „Selbstläufer“ entwickelt: Immer mehr Gemeinden kopieren von der Internetseite www.ekiachern.de diese Forderung, um sie direkt an die EKD zu schicken.

Der Bischof hält die Kritik für überzogen


Was sagt der badische Landesbischof Ulrich Fischer dazu? Er ist der Ansicht, dass Teile der bürgerlichen Presse mit einer „bemerkenswerten Härte“ und „einiger Häme“ den Eindruck erweckt hätten, die EKD habe einen Kurswechsel in ihrer ethischen Bewertung von Ehe und Familie eingeleitet. „Ich halte diese Kritik, die auch in unserer Landeskirche Wirkung entfaltet hat, für überzogen“, schreibt Fischer an die badische Pfarrerschaft. Dabei bedauert er, dass viele, die den Text selbst nicht gelesen haben, einen falschen Eindruck bekommen haben, und räumt Schwächen in der theologischen Argumentation des EKD-Textes ein. An der Kernbotschaft aber hält er fest: Die Ehe sei „eine gute Weisung Gottes für unser Leben“, die sich aber in ihrer heutigen Form „nicht direkt aus biblischen Texten herleiten“ lasse. Für den Bischof ist „nicht nachvollziehbar“, dass die Ehe eine „Schöpfungsordnung“ sei.

Ist die Ehe nicht biblisch-theologisch begründbar?

Damit widerspricht Fischer den ausführlichen Stellungnahmen zahlreicher Theologen. Für sie steht außer Frage, dass sich die Ehe auch in ihrer heutigen Form sehr wohl biblisch-theologisch begründen lässt. Jesus selbst habe den Ursprungsgedanken des Schöpfers bestätigt, dass der Mensch als Mann und Frau geschaffen wurde, einen Auftrag zur Fortpflanzung habe und seine Umwelt zukunftsfähig gestalten solle. Dieser bleibend gültige Ansatz der Ehe ziehe sich durch das ganze Alte Testament. Um es einfach zu sagen: Die Kirche hat am Leitbild Ehe festzuhalten, weil dies dem Zeugnis der Bibel entspricht, und nicht – wie in der „Orientierungshilfe“ dargestellt – weil die Ehe ein Vorbild für verlässliches, verbindliches und monogames Miteinander von zwei Menschen sein kann.

Medienschelte führt nicht weiter

Medien, die darauf hingewiesen oder die Kritik verbreitet haben, gebührt Hochachtung. Sie haben ein Wächteramt wahrgenommen, das man eigentlich von Mitgliedern des EKD-Rates hätte erwarten sollen. Medienschelte hingegen führt nicht weiter. Sie zeigt nur, dass man die Kritik entweder nicht ernst nimmt oder dass man sie nicht versteht.

Hintergrund:
Evangelischer Pfarrer Dr. Hans-Gerd Krabbe: „Wirkt das EKD-Familienpapier kirchenspaltend?“
Evangelischer Theologieprofessor Peter Beyerhaus im kath.net-Interview: „Die Grenze des Tragbaren ist beim EKD-Papier weit überschritten“


Grafik (c) kath.net


Ihnen hat der Artikel gefallen? Bitte helfen Sie kath.net und spenden Sie jetzt via Überweisung oder Kreditkarte/Paypal!

 





Lesermeinungen

Um selbst Kommentare verfassen zu können müssen Sie sich bitte einloggen.

Für die Kommentiermöglichkeit von kath.net-Artikeln müssen Sie sich bei kathLogin registrieren. Die Kommentare werden von Moderatoren stichprobenartig überprüft und freigeschaltet. Ein Anrecht auf Freischaltung besteht nicht. Ein Kommentar ist auf 1000 Zeichen beschränkt. Die Kommentare geben nicht notwendigerweise die Meinung der Redaktion wieder.
kath.net verweist in dem Zusammenhang auch an das Schreiben von Papst Benedikt zum 45. Welttag der Sozialen Kommunikationsmittel und lädt die Kommentatoren dazu ein, sich daran zu orientieren: "Das Evangelium durch die neuen Medien mitzuteilen bedeutet nicht nur, ausgesprochen religiöse Inhalte auf die Plattformen der verschiedenen Medien zu setzen, sondern auch im eigenen digitalen Profil und Kommunikationsstil konsequent Zeugnis abzulegen hinsichtlich Entscheidungen, Präferenzen und Urteilen, die zutiefst mit dem Evangelium übereinstimmen, auch wenn nicht explizit davon gesprochen wird." (www.kath.net)
kath.net behält sich vor, Kommentare, welche strafrechtliche Normen verletzen, den guten Sitten widersprechen oder sonst dem Ansehen des Mediums zuwiderlaufen, zu entfernen. Die Benutzer können diesfalls keine Ansprüche stellen. Aus Zeitgründen kann über die Moderation von User-Kommentaren keine Korrespondenz geführt werden. Weiters behält sich kath.net vor, strafrechtlich relevante Tatbestände zur Anzeige zu bringen.


Mehr zu

Evangelische Gemeins

  1. „Die Kirche in Deutschland hat abgehängt“
  2. Evangelische Pfarrerin segnet VIER Männer in sogenannter „Polyhochzeit“
  3. "Interviews mit Bedford-Strohm oder Margot Käßmann nur noch schwer an Kitsch zu übertreffen"
  4. Reiner Haseloff: Luther ist den Katholiken heute näher als der evangelischen Kirche
  5. Kunstaktion: Plastikmüll in Taufbecken
  6. Evangelische Kirchengemeinde streicht klassischen Sonntagsgottesdienst
  7. „Respektvolle Trennung statt endlosen Streits“
  8. EKD-Vorsitzender Bedford-Strohm erhält Morddrohungen
  9. Stehen die Methodisten unmittelbar vor weltweitem Schisma?
  10. „Jetzt hat auch die EKD ein Problem“







Top-15

meist-gelesen

  1. Ostern 2027 in Rom - Große kath.net-Leserreise!
  2. Thérèse von Lisieux und die ‚Süßigkeit‘ eines Buches über die Apokalypse
  3. Gesetzesvorschlag zum Verbot von Konversionstherapien in Nordirland ist ‚gefährlich‘
  4. 'Jesus macht alles und ich nichts'
  5. UN-Bevölkerungsfonds berichtet über das Leid der Frauen in Gaza
  6. Rosenkranzmonat Oktober steht im Zeichen des Friedens
  7. Asymmetrisch blinder Blick auf die deutsche Landschaft
  8. Reliquien der Kinder von Fatima kommen nach Berlin!
  9. Bekannte US-Influencerin und Mutter von neun Kindern konvertierte zum Katholizismus
  10. Wie die Piusbrüder - Linker belgischer Bischof plant weiterhin verbotene Weihen
  11. Frankreich und das Zeichen der Wiedergeburt
  12. Einbürgerung als Wahlstrategie? Linke profitiert massiv von muslimischen Wählern in Berlin
  13. Verletzter Priester: "Wir vergeben!"
  14. 'Wir sprechen deshalb zurecht hier nicht von Neuevangelisierung, sondern von Erstevangelisierung'
  15. Zehn Jahre ‚Amoris laetitia‘ – Die Kunst, eine Lehre zu ändern, ohne sie zu ändern

© 2026 kath.net | Impressum | Datenschutz