Login




oder neu registrieren?


Suche

Suchen Sie im kath.net Archiv in über 70000 Artikeln:







Top-15

meist-diskutiert

  1. Wie wird das „pro multis“ im neuen Messbuch übersetzt werden?
  2. Freikirche oder katholische Kirche? Überlegungen eines Konvertiten
  3. Bischof Wilmer: "Wir wollen keinen deutschen Sonderweg"
  4. „Brot für die Vögel?“ – Können Protestanten zur Hl. Kommunion zugelassen werden?
  5. Bätzing gegen Papst Leo
  6. „Menschen können die Kirche weder reformieren noch nach eigenem Gutdünken eine neue gründen“
  7. Der anderskatholische Papstkritiker
  8. Kardinal Fernández räumt geringes Interesse an seinem Dokument über Mission ein
  9. Revision des Messbuchs geht in nächste Phase - Erprobung 2027 geplant
  10. Priester spendete bei Zugunglück in Spanien die Generalabsolution, tröstete Opfer und Angehörige
  11. „Wir werden erwartet“
  12. ‚Entschuldigung, aber … was?‘
  13. Wie Halloween begann: Das Fest wurzelt in einem großen Exorzismus
  14. Auf zu den Friedhöfen! Wir bitten für unsere Verstorbenen um Gottes Gnade!
  15. Schmunzelnder Papst scherzt mit Basketballern seiner früheren Uni

Türkei: Trauer um Hrant Dink wurde zum Glaubenszeugnis

27. Jänner 2007 in Chronik, keine Lesermeinung
Druckansicht | Artikel versenden | Tippfehler melden


Christliche Trauerfeier für den ermordeten Journalisten löste großes Medienecho aus.


Istanbul/Wiesbaden (www.kath.net/ idea)
In der Türkei hat die Empörung über die Ermordung des türkisch-armenischen Journalisten Hrant Dink ein bisher undenkbares Zeugnis für den christlichen Glauben ermöglicht. Die Trauerfeier, in der zahlreiche Bibelstellen zitiert wurden, stieß auf ein großes Medienecho. Der auch in Deutschland bekannte Chefredakteur der Wochenzeitung „Agos“ – er war Träger des Henri-Nannen-Preises – war am 19. Januar vor dem Verlagshaus in Istanbul erschossen worden.

Der Täter, ein arbeitsloser Jugendlicher, und seine nationalistischen Auftraggeber sahen in dem Journalisten einen Verräter des türkischen Vaterlandes. Auch Politiker und Staatsanwälte hatten Dink wiederholt vorgeworfen, mit seinen Äußerungen zum Völkermord an den Armeniern während des Ersten Weltkrieges das Türkentum beleidigt zu haben. Historikern zufolge kamen bei den Pogromen 1915/1916 etwa 1,5 Millionen Mitglieder der ältesten christlichen Nation um.

Bis heute ahnden türkische Gerichte die Erwähnung der Massaker als Volksverhetzung. Dennoch wurde Dink in der Bevölkerung sehr geschätzt, weil er seine Forderung nach Aufarbeitung der Vergangenheit mit dem Wunsch nach Versöhnung zwischen Türken und Armeniern verband. Nach der Trauerfeier für Dink begleiteten mehr als 100.000 Menschen den Leichenwagen zum Istanbuler Friedhof.

Orthodoxer Patriarch erbat Gottes Segen für die Türkei

An der von den Fernsehsendern CNN und NTV übertragenen Trauerfeier nahmen mehrere Minister teil. Sie unterschied sich deutlich von anderen Beerdigungen prominenter Mordopfer, bei denen Angehörige in der Regel blutige Rache schwören. Dabei wurde deutlich, dass Dink zur christlichen Minderheit gehörte.

In seiner Predigt rief der armenisch-orthodoxe Patriarch Mesrob II. auf Armenisch und Türkisch zu einem ehrlichen Dialog zwischen den Volksgruppen auf. Er verlas zentrale Abschnitte des Neuen Testamentes, in denen Jesus Christus als Erlöser und Versöhner für die Schuld aller Menschen charakterisiert wird. Im Schlussgebet erbat Mesrob Gottes Segen für die Türkei.

Zu Beginn des Trauerzugs verlas die Witwe des Ermordeten, Rakel Dink, einen Brief an „ihren Geliebten“, in dem sie zahlreiche Verse aus dem Neuen Testament zitierte. Darin beschrieb sie ihre Gewissheit, dass sie ihren Mann im Himmel wiedersehen werde, und ihren Wunsch nach Versöhnung. Ausdrücklich erwähnte sie, dass sie nur mit der Hilfe Jesu Christi so etwas schreiben könne.

Mehrere Tageszeitungen und Internetagenturen druckten die Rede teilweise oder in voller Länge ab. Das Missionswerk Orientdienst (Wiesbaden) wertete das Medienecho als Sensation. Große Teile der Bevölkerung hätten die christliche Botschaft erstmals unverkürzt gehört. Gott habe den schrecklichen Tod eines aufrichtigen Menschen dazu benutzt, „damit die Türkei auf neue Weise das alte Evangelium hören kann“.

Kathpedia-Artikel zur Türkei



Ihnen hat der Artikel gefallen? Bitte helfen Sie kath.net und spenden Sie jetzt via Überweisung oder Kreditkarte/Paypal!

 





Lesermeinungen

Um selbst Kommentare verfassen zu können müssen Sie sich bitte einloggen.

Für die Kommentiermöglichkeit von kath.net-Artikeln müssen Sie sich bei kathLogin registrieren. Die Kommentare werden von Moderatoren stichprobenartig überprüft und freigeschaltet. Ein Anrecht auf Freischaltung besteht nicht. Ein Kommentar ist auf 1000 Zeichen beschränkt. Die Kommentare geben nicht notwendigerweise die Meinung der Redaktion wieder.
kath.net verweist in dem Zusammenhang auch an das Schreiben von Papst Benedikt zum 45. Welttag der Sozialen Kommunikationsmittel und lädt die Kommentatoren dazu ein, sich daran zu orientieren: "Das Evangelium durch die neuen Medien mitzuteilen bedeutet nicht nur, ausgesprochen religiöse Inhalte auf die Plattformen der verschiedenen Medien zu setzen, sondern auch im eigenen digitalen Profil und Kommunikationsstil konsequent Zeugnis abzulegen hinsichtlich Entscheidungen, Präferenzen und Urteilen, die zutiefst mit dem Evangelium übereinstimmen, auch wenn nicht explizit davon gesprochen wird." (www.kath.net)
kath.net behält sich vor, Kommentare, welche strafrechtliche Normen verletzen, den guten Sitten widersprechen oder sonst dem Ansehen des Mediums zuwiderlaufen, zu entfernen. Die Benutzer können diesfalls keine Ansprüche stellen. Aus Zeitgründen kann über die Moderation von User-Kommentaren keine Korrespondenz geführt werden. Weiters behält sich kath.net vor, strafrechtlich relevante Tatbestände zur Anzeige zu bringen.


Mehr zu

Türkei

  1. Katholisch sein in Istanbul - Philip und Diana erzählen
  2. Erste fliegende Papst-Pressekonferenz: Lob für Vermittler Erdogan
  3. Papst-Attentäter Mehmet Ali Agca wollte in Iznik mit Papst Leo reden
  4. Papst Leo XIV. in Ankara gelandet
  5. Erster Kirchen-Neubau in Türkei seit 100 Jahren eröffnet
  6. "Lasst uns weiterhin auf Gott und Seine heilige Vorsehung vertrauen"
  7. Erster Kirchen-Neubau in Türkei seit 100 Jahren vor Eröffnung
  8. Christlicher Missionar aus Türkei ausgewiesen
  9. Chalki-Wiedereröffnung: Orthodoxer US-Bischof appelliert an Erdogan
  10. Laschet verbietet der Presse Fragen zu „Ditib“







Top-15

meist-gelesen

  1. Ostern 2027 in Rom - Große kath.net-Leserreise!
  2. Papst Leo XIV. trank in Peru seinen Kaffee gerne schwarz und stark
  3. NGO nach Massaker an Christen in Äthiopien: "Welt darf nicht wegsehen"
  4. Wie Halloween begann: Das Fest wurzelt in einem großen Exorzismus
  5. Karmelitinnen in Pennsylvania bauen von Hand ein Kloster für 1.000 Jahre
  6. Auf den Spuren des Hl. Paulus - Mit Michael Hesemann nach Griechenland
  7. „Wir werden erwartet“
  8. Leo XIV. drängt auf internationale Regeln für Künstliche Intelligenz
  9. Papst baut Sekretariat der weltweiten Synode um
  10. Papst dankt Mercedes für "100 Jahre Papamobil"
  11. „Der Kurierfahrer steuerte die falsche Tür an und landete versehentlich in der Kathedrale“
  12. Vatikan warnt vor ‚Extremismus‘ und ‚Spaltung‘ durch Knien beim Kommunionempfang
  13. Priester spendete bei Zugunglück in Spanien die Generalabsolution, tröstete Opfer und Angehörige
  14. „Die ‚Irish Times‘ hat den 3293. Artikel von jemandem veröffentlicht, der nicht mehr zur Messe geht“
  15. Ulf Poschardt warnt vor Islamismus: Erst sind die Synagogen dran, dann die Christen

© 2026 kath.net | Impressum | Datenschutz