Login




oder neu registrieren?



Suche

Suchen Sie im kath.net Archiv in über 70000 Artikeln:








Top-15

meist-diskutiert

  1. Segnen geht anders
  2. Vatikan für Zurückhaltung in US-Debatte um Kommunionempfang
  3. Kfd ruft zum Predigerinnentag auf und beruft sich auf „Apostelin Junia“
  4. Die Krise: ein Weckruf an die Menschheit
  5. Franziskus von "konservativen Kräften" gefangen?
  6. Kirche ist kein Wunschkonzert
  7. "Bischof" darf nicht zum Schimpfwort werden!
  8. 1521 – 2021: zur Klärung der Begriffe. Schisma und Häresie
  9. Heiligenkreuz: Konflikt um Kirchenhistoriker Schachenmayr
  10. Die Glaubenskongregation ist Stellvertretungsorgan des Papstes
  11. US-Berater Fauci meint: Geistliche sollen Gläubige von Covid-Impfung überzeugen
  12. Was steckt eigentlich hinter dem ›Gender-Sternchen‹?
  13. Maria 1.0 ruft deutsche Bischöfe zur Einheit mit Rom auf
  14. Gewalt gegen Israel
  15. China: Kein Zugang mehr zu Bibel-Apps und christlichen WeChat-Accounts

Türkei: Trauer um Hrant Dink wurde zum Glaubenszeugnis

27. Jänner 2007 in Chronik, keine Lesermeinung
Druckansicht | Artikel versenden | Tippfehler melden


Christliche Trauerfeier für den ermordeten Journalisten löste großes Medienecho aus.


Istanbul/Wiesbaden (www.kath.net/ idea)
In der Türkei hat die Empörung über die Ermordung des türkisch-armenischen Journalisten Hrant Dink ein bisher undenkbares Zeugnis für den christlichen Glauben ermöglicht. Die Trauerfeier, in der zahlreiche Bibelstellen zitiert wurden, stieß auf ein großes Medienecho. Der auch in Deutschland bekannte Chefredakteur der Wochenzeitung „Agos“ – er war Träger des Henri-Nannen-Preises – war am 19. Januar vor dem Verlagshaus in Istanbul erschossen worden.

Der Täter, ein arbeitsloser Jugendlicher, und seine nationalistischen Auftraggeber sahen in dem Journalisten einen Verräter des türkischen Vaterlandes. Auch Politiker und Staatsanwälte hatten Dink wiederholt vorgeworfen, mit seinen Äußerungen zum Völkermord an den Armeniern während des Ersten Weltkrieges das Türkentum beleidigt zu haben. Historikern zufolge kamen bei den Pogromen 1915/1916 etwa 1,5 Millionen Mitglieder der ältesten christlichen Nation um.

Bis heute ahnden türkische Gerichte die Erwähnung der Massaker als Volksverhetzung. Dennoch wurde Dink in der Bevölkerung sehr geschätzt, weil er seine Forderung nach Aufarbeitung der Vergangenheit mit dem Wunsch nach Versöhnung zwischen Türken und Armeniern verband. Nach der Trauerfeier für Dink begleiteten mehr als 100.000 Menschen den Leichenwagen zum Istanbuler Friedhof.

Orthodoxer Patriarch erbat Gottes Segen für die Türkei

An der von den Fernsehsendern CNN und NTV übertragenen Trauerfeier nahmen mehrere Minister teil. Sie unterschied sich deutlich von anderen Beerdigungen prominenter Mordopfer, bei denen Angehörige in der Regel blutige Rache schwören. Dabei wurde deutlich, dass Dink zur christlichen Minderheit gehörte.

In seiner Predigt rief der armenisch-orthodoxe Patriarch Mesrob II. auf Armenisch und Türkisch zu einem ehrlichen Dialog zwischen den Volksgruppen auf. Er verlas zentrale Abschnitte des Neuen Testamentes, in denen Jesus Christus als Erlöser und Versöhner für die Schuld aller Menschen charakterisiert wird. Im Schlussgebet erbat Mesrob Gottes Segen für die Türkei.

Zu Beginn des Trauerzugs verlas die Witwe des Ermordeten, Rakel Dink, einen Brief an „ihren Geliebten“, in dem sie zahlreiche Verse aus dem Neuen Testament zitierte. Darin beschrieb sie ihre Gewissheit, dass sie ihren Mann im Himmel wiedersehen werde, und ihren Wunsch nach Versöhnung. Ausdrücklich erwähnte sie, dass sie nur mit der Hilfe Jesu Christi so etwas schreiben könne.

Mehrere Tageszeitungen und Internetagenturen druckten die Rede teilweise oder in voller Länge ab. Das Missionswerk Orientdienst (Wiesbaden) wertete das Medienecho als Sensation. Große Teile der Bevölkerung hätten die christliche Botschaft erstmals unverkürzt gehört. Gott habe den schrecklichen Tod eines aufrichtigen Menschen dazu benutzt, „damit die Türkei auf neue Weise das alte Evangelium hören kann“.

Kathpedia-Artikel zur Türkei



Ihnen hat der Artikel gefallen? Bitte helfen Sie kath.net und spenden Sie jetzt via Überweisung oder Kreditkarte/Paypal!

 





Lesermeinungen

Um selbst Kommentare verfassen zu können müssen Sie sich bitte einloggen.

Für die Kommentiermöglichkeit von kath.net-Artikeln müssen Sie sich bei kathLogin registrieren. Die Kommentare werden von Moderatoren stichprobenartig überprüft und freigeschaltet. Ein Anrecht auf Freischaltung besteht nicht. Ein Kommentar ist auf 1000 Zeichen beschränkt. Die Kommentare geben nicht notwendigerweise die Meinung der Redaktion wieder.
kath.net verweist in dem Zusammenhang auch an das Schreiben von Papst Benedikt zum 45. Welttag der Sozialen Kommunikationsmittel und lädt die Kommentatoren dazu ein, sich daran zu orientieren: "Das Evangelium durch die neuen Medien mitzuteilen bedeutet nicht nur, ausgesprochen religiöse Inhalte auf die Plattformen der verschiedenen Medien zu setzen, sondern auch im eigenen digitalen Profil und Kommunikationsstil konsequent Zeugnis abzulegen hinsichtlich Entscheidungen, Präferenzen und Urteilen, die zutiefst mit dem Evangelium übereinstimmen, auch wenn nicht explizit davon gesprochen wird." (www.kath.net)
kath.net behält sich vor, Kommentare, welche strafrechtliche Normen verletzen, den guten Sitten widersprechen oder sonst dem Ansehen des Mediums zuwiderlaufen, zu entfernen. Die Benutzer können diesfalls keine Ansprüche stellen. Aus Zeitgründen kann über die Moderation von User-Kommentaren keine Korrespondenz geführt werden. Weiters behält sich kath.net vor, strafrechtlich relevante Tatbestände zur Anzeige zu bringen.


Mehr zu

Türkei

  1. Südost-Türkei: Ungeklärter Kriminalfall beunruhigt Christen
  2. Armenische Kirche in der Türkei abgerissen
  3. Türkei: Erster Gottesdienst nach Restaurierung im Kloster Sumela
  4. Hubschrauber am Landeplatz der Arche Noah
  5. Christliche Bilder in der Hagia Sophia: Verhüllt aber erhalten!
  6. Hagia Sophia: Kritik an Moschee-Umwandlung geht weiter
  7. Konferenz Europäischer Kirchen beunruhigt über Hagia Sophia
  8. „Türkische Moschee in Köln wurde von Bundesregierung zur evangelischen Kirche umgewidmet“
  9. Hagia Sophia: Zerstörung der 1300 Jahre alten Mosaiken befürchtet
  10. Umwandlung der Hagia Sophia löst Proteste in Ost und West aus








Top-15

meist-gelesen

  1. kath.net-Gewinnspiel 2021: Gewinnen Sie eine ROMREISE!
  2. Wenn der Fatima-Tag auf Christi Himmelfahrt fällt
  3. Segnen geht anders
  4. Osterspende für kath.net - Wir brauchen JETZT Ihre Hilfe!
  5. „Alle Reformen der Kirche werden kein Heil bringen!“
  6. Heiligenkreuz: Konflikt um Kirchenhistoriker Schachenmayr
  7. Maria 1.0 ruft deutsche Bischöfe zur Einheit mit Rom auf
  8. "Kraft apostolischer Vollmacht errichte ich den laikalen Dienst des Katecheten"
  9. Kfd ruft zum Predigerinnentag auf und beruft sich auf „Apostelin Junia“
  10. Priesterweihen mit Erzbischof Gänswein und Kardinal Koch
  11. Franziskus von "konservativen Kräften" gefangen?
  12. Was steckt eigentlich hinter dem ›Gender-Sternchen‹?
  13. 1521 – 2021: zur Klärung der Begriffe. Schisma und Häresie
  14. "Biedern Sie sich nicht der Welt und ihren falschen Wegen an!"
  15. Erzbischof Gänswein weiht Priester in Altötting

© 2021 kath.net | Impressum | Datenschutz