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Armenische Kirche in der Türkei abgerissen

30. Jänner 2021 in Chronik, 2 Lesermeinungen
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Kirche von Kütahya wurde schon länger nicht mehr für liturgische Zwecke genützt - Armenische Minderheit in der Türkei trotzdem in großer Sorge.


Istanbul/Rom (kath.net/ KAP)

Im west-türkischen Kütahya wurde eine armenische Kirche, die zumindest bis vor Kurzem noch unter Denkmalschutz stand, restlos abgerissen. Dies berichtet laut römischem Pressedienst "Fides" (Freitag) die in armenischer und türkischer Sprache erscheinende Zeitung "Agos". Demnach war die "Surp Toros"-Kirche (Kirche des heiligen Toros), nachdem sie nicht mehr für liturgische Zwecke benutzt wurde, in Privateigentum übergegangen und wurde nach Angaben lokaler Quellen nun vom Eigentümer abgerissen.


Über die genaue Datierung des Gotteshauses gibt es unterschiedliche Angaben. Manche Historiker sprechen etwa von der zweiten Hälfte des 14. Jahrhunderts. Die Kirche wurde jedenfalls nach Untersuchungen des armenischen Historikers Arshag Alboyaciyan im frühen 17. Jahrhundert nach lokalen Kämpfen und einem Brand wiederaufgebaut.

Vor 1915 lebten etwa 4.000 Armenier in der türkischen Stadt Kütahya und in der gleichnamigen Provinz. In Kütahya gab es drei armenische Kirchen. Nach dem Völkermord an den Armeniern waren die armenischen Einwohner nahezu verschwunden. Bei der Volkszählung 1931 wurden in der Region nur mehr 65 Armenier registriert. In den folgenden Jahrzehnten zogen auch diese Wenigen nach Istanbul oder wanderten ins Ausland aus.

Die Kirche des heiligen Toros wurde vor dem Abriss lange Zeit als Raum für die Vorführung von Filmen oder für die Feier von Hochzeitsbanketten genutzt und stand gemäß einer Bestimmung des Rates für Kulturgüter der Region Kütahya unter Denkmalschutz.

Unter den Mitgliedern der armenischen Minderheit in der Türkei wurde der Abriss der Kirche mit Entsetzen und großer Besorgnis wahrgenommen. So twitterte etwa die armenische Menschenrechtsaktivistin Arlet Natali Avazyan in Richtung der für den Abriss Verantwortlichen, ob sie denn keinen Respekt vor der Geschichte hätten. Wer die Geschichte der Armenier zerstört, ignoriere womöglich auch die aktuelle Existenz der Armenier in der Türkei, warnte die Aktivistin.

 

Copyright 2021 Katholische Presseagentur KATHPRESS, Wien, Österreich (www.kathpress.at) Alle Rechte vorbehalten


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Lesermeinungen

 Andrzej123 30. Jänner 2021 
 

Verstoß gegen den Denkmalschutz ist keine Christenverfolgung

"Wer die Geschichte der Armenier zerstört, ignoriere womöglich auch die aktuelle Existenz der Armenier in der Türkei, warnte die Aktivistin."
Es tut d. Zusammenleben von Christen und Moslems in der Türkei nicht gut, wenn hier aus d. Abriß einer in Privatbesitz befindl. ehem. Kirche, d. als Kino verwendet wurde, eine "Ignorierung der aktuellen Existenz der Armenier in der Türkei" konstruiert wird.
Es handelt sich um einen lokalen Verstoß gegen den Denkmalschutz.
Es gibt in der Türkei eine erhebliche Anz. armm orth., kath. und evang. Kirchen.
Ebenso übr. in Azerbaidschan.
Im Gegensatz hierzu gibt es exakt eine einzige Moschee in Armenien.
Ebenso sollte d. Gedenken an d.vor 110 Jahren vor allem aus der Ost Türkei vertriebenen und ermordeten Armenier nicht f. polit. Zwecke instrumentalisiert werden.
Ethnische Vertreibungen, wenn sicher auch in zahlenmäßig deutl.geringerem Umfang, gab es auch v. armen. Seite.
Auch das armen. Christentum ist vor allem von Selbstsekularisierung bedroht.


1
 
 supernussbi 30. Jänner 2021 

Wie lange müssen wir das Feindeliebend ertragen?

Warum kämpft niemand für die aussterbenden christlichen Armenier? QUO VADIS?


2
 

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