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Truthahn, Zahnschmerzen und die Schwiegermutter

20. Dezember 2024 in Kommentar, 15 Lesermeinungen
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Angenommen, dein einziges Weihnachtsprogramm wäre heuer der Besuch der Christmette: Gratulation, das Wichtigste ist geschafft! Von Petra Knapp.


Wien (kath.net) Der weihnachtliche Overload macht mir jedes Jahr schwer zu schaffen. Was essen wir am Heiligen Abend? Wann wird gekocht? Wann trifft sich welche Familie mit wem, und wo? Wann habe ich selber erholsame Stunden für mich? Wie halten wir die Kinder von den digitalen Medien fern? Ach ja, und die Geschenke… Fünf Tipps für ruhige und entspannte Festtage.

1)   Keep it simple. Unser Adventkranz verliert schon die Nadeln. Er ist selbstgebunden, schlicht und schön. Er steht seit 1. Dezember mitten am Esstisch. Jeden Morgen zünde ich die Kerzen an, manchmal auch abends beim Essen. Wachstropfen kleben am Holz. Das Kerzenlicht erhellt den Raum, wenn wir essen, diskutieren, Hausaufgaben machen, basteln und streiten. Rituale rund um den Adventkranz haben wir heuer keine. Tipp: Halte deine Weihnachtstraditionen so schlicht wie möglich. Dann stehen die Chancen gut, dass sie dich nicht zusätzlich belasten sondern dir Halt geben und dich im Alltag beschenken.


2)   First things first. Es gibt nur einen einzigen Grund, warum wir zu Weihnachten feiern: Es ist der Geburtstag von Jesus Christus. Angenommen, dein einziges Weihnachtsprogramm wäre heuer der Besuch der Christmette: Gratulation, das Wichtigste ist geschafft! Alles andere ist optional und nicht unbedingt nötig. Truthahn? Vielleicht. Schwiegermutter am Christtag? Eventuell. Traditionelle Verwandtenbesuche? Kann sein. Tipp: Entwickle rund um die Weihnachtsfeiertage eine Kultur, die dir (bzw. deiner Familie) in deiner jetzigen Lebensphase entspricht. Hinterfrage Traditionen, probiere Neues aus und lasse dich nicht von Feiertags-Gewohnheiten versklaven, die dir das Leben schwermachen.

3)   Erhole dich. Weihnachten ist für dich da – nicht du für Weihnachten. Gott schenkt uns regelmäßig Pausen, die wir nützen sollten. Selbst er, unser Schöpfer, ruhte am siebten Tag. Sei verschwenderisch mit dieser Ruhezeit und nicht kleinlich. Klinke dich aus dem digitalen Universum aus, gehe spazieren oder schlafe, plaudere mit Freunden, probiere irgendetwas Neues aus, bastle, schnitze, sei ineffizient und schau nicht auf die Uhr. Es ist Feiertag, und Gott schenkt dir diese Zeit, damit du wieder kurz andockst bei ihm, als sein geliebtes Kind. Du musst jetzt nichts tun, kannst einfach sein.

4)   Digital detox. Nimm ein breites Band, hänge es vor den Eingang zum Wohnzimmer und bastle ein Schild mit der Aufschrift „Bildschirmfreie Zone“. Smartphones & Co. bleiben ein paar Stunden draußen. Mach diesen Raum einen Abend lang bildschirmfrei – hier wird gelesen, Karten gespielt, geredet, gestrickt, der Hund gestreichelt, gegessen oder gebastelt.

5)   Die Reise beginnt erst. An nicht wenigen Weihnachtsfesten im Laufe meines Lebens war mir nicht nach Feiern zumute. An manchen habe ich gearbeitet, gelegentlich war ein Kind krank, und einmal hatte ich furchtbare Zahnschmerzen. Jesus kommt zu dir – auch wenn du im Pyjama durch die Wohnung stolperst, vielleicht niemand hast, der dich besucht oder ein Familienstreit schwer in der Luft hängt. Doch zu Weihnachten beginnt die Reise mit Gott erst. In der Grotte in Betlehem, wo Jesus geboren wurde, gab es weder Lametta noch Lichterkette. Wenn dir dieses Weihnachten nicht nach Feiern zumute ist, dann denke daran: Gott hat kein Problem damit. Er nimmt dich an der Hand, so wie du jetzt bist, in diesem Augenblick. Genau deswegen ist er gekommen – um dich in deiner Zerbrochenheit zu umarmen und dich herauszuführen in die Freiheit.


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