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Missbrauch: Journalistin fordert von Bischöfen mehr Transparenz

24. Februar 2019 in Weltkirche, 1 Lesermeinung
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Mexikanische Journalistin und dienstälteste Vatikan-Korrespondentin, Valentina Alazraki, bei Kinderschutzgipfel: "Wer nicht informiert, nährt ein Klima der Verdächtigung und des Misstrauens und provoziert Wut und Hass auf die Institution".


Vatikanstadt (kath.net/ KAP)
Vorbehaltlose Transparenz in der Kommunikation über Verbrechen hat die mexikanische Journalistin Valentina Alazraki von Bischöfen und Ordensoberen verlangt. Beim internationalen Anti-Missbrauchsgipfel sagte sie am Samstag im Vatikan: "Wer nicht informiert, nährt ein Klima der Verdächtigung und des Misstrauens und provoziert Wut und Hass auf die Institution." Die Fernsehjournalistin Alazraki ist die dienstälteste Vatikan-Korrespondentin und berichtet seit 45 Jahren über Vorgänge an der Kirchenspitze.

Mit Nachdruck verteidigte sie die Rolle der Medien in der Berichterstattung über sexuellen Missbrauch in der Kirche. Sie müssten mit ihr strenger sein als mit anderen Institutionen. Dies hänge mit der besonderen moralischen Rolle der Kirche zusammen. Wenn die Bischöfe sich nicht radikal auf die Seite der Opfer und ihrer Familien stellten, hätten sie allen Grund, die Medien zu fürchten. In Journalisten, die das Gemeinwohl verteidigen, hätten sie dann ihre ärgsten Feinde.


Alazraki rief die Kirchenoberen auf, nicht die Recherchen und Enthüllungen von Journalisten abzuwarten, sondern proaktiv zu informieren. "Erzählen Sie die Dinge, sobald Sie sie wissen. Das wird sicher nicht angenehm sein. Aber es ist der einzige Weg, wenn Sie wollen, dass wir Ihnen glauben, wenn Sie sagen, dass Sie künftig keine Vertuschung mehr tolerieren werden."

Den Heiligen Stuhl rief die Journalistin auf, künftig im Klartext darüber zu informieren, wenn ein hochrangiger Geistlicher wegen Missbrauchsvorwürfen zurücktritt. Wichtig sei auch die Geschwindigkeit der Information. "Wenn nicht zeitig informiert wird, interessiert die Antwort schon nicht mehr. Dann ist es zu spät, und andere werden informieren, und das womöglich fehlerhaft."

Mit Blick auf den Ordensgründer und sexuellen Serienstraftäter Marcial Maciel sagte Alazraki, sein Fall sei auch das Ergebnis einer "kranken Kommunikation" gewesen. Im Orden habe es ein Gelübde gegeben, das die Kritik an den Oberen verbot. Daraus sei eine "kranke und korrupte Kommunikation" entstanden, aus der die Kirche Konsequenzen ziehen müsse. Nur dank des Muts einiger Opfer, einiger Journalisten und des damaligen Papstes Benedikt XVI. sei dieses "Krebsgeschwür entfernt worden."

Für die Zukunft forderte sie, die Kirche solle beim nächsten Skandal, der die sexuelle Ausbeutung von Ordensfrauen durch Priester und Bischöfe betreffe, in die Offensive gehen. "Für die Kirche wäre das eine gute Gelegenheit, selbst die Initiative zu ergreifen und vorneweg zu marschieren beim Offenlegen dieses Missbrauchs von Sexualität und Macht."

Die anwesenden rund 190 Bischöfe und Ordensoberen quittierten den Vortrag der Vatikan-Korrespondentin mit starkem Applaus. Er war der letzte in einer Reihe von neun Referaten über die Themen Verantwortlichkeit und Transparenz der Kirche im Angesicht des Missbrauchsskandals.



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