Login




oder neu registrieren?


Suche

Suchen Sie im kath.net Archiv in über 70000 Artikeln:







Top-15

meist-diskutiert

  1. SWR-Skandalchristmette - Zuständig ist die Diözese Rottenburg-Stuttgart!
  2. Rechtsanwalt Steinhöfel: Maduro war ohne legales Amt, hatte keine völkerrechtliche Immunität mehr
  3. THESE: "Die Theologie der letzten Jahrzehnte hat versagt!"
  4. Kard. Woelki: „Bin überzeugt, dass ‚Evangelisierung‘ das zentrale Thema von Leos Pontifikats wird“
  5. Unter den kroatischen Katholiken wächst Grundsatzkritik
  6. Santo Subito: Historiker Hesemann plädiert für schnelle Seligsprechung Benedikts XVI.
  7. „Nicht nur Israels Kampf… es ist der Kampf unserer gemeinsamen jüdisch-christlichen Zivilisation“
  8. 2025 wurden 46 römisch-katholische Kirchen und Kapellen in Deutschland profaniert
  9. Direkt nach dem Jahreswechsel brannte die Amsterdamer Vondelkirche lichterloh
  10. „In seinem Pontifikat war Benedikt XVI. einer der größten Theologen auf der Cathedra Petri“
  11. Der Stern stört Jerusalem. Epiphanie und die Ruhe der Gewöhnten
  12. Schweiz: Bischöfe beten für Opfer der Brandkatastrophe in Skiort
  13. Eine Nonne, die Vampirbücher schreibt
  14. Bischöfliche Spökenkiekerei zum Jahreswechsel
  15. Streit um Papstkreuz im Wiener Donaupark

Von Schlepperkönigen und Windmühlen

22. Oktober 2018 in Kommentar, 11 Lesermeinungen
Druckansicht | Artikel versenden | Tippfehler melden


Nach Kardinal Marx hat jüngst Erzbischof Becker, Paderborn, dem Schlepperkönig 50 000 € Spende zukommen lassen. Da wird mit Geldern von Gläubigen umstrittene Politik gemacht. Der Montagskick von Peter Winnemöller


Paderborn (kath.net/pw)
Nach Kardinal Marx hat jüngst Erzbischof Becker (Paderborn) dem „Schlepperkönig“ 50.000 € Spende zukommen lassen. Da wird mit den Geldern der Kirche, d.h. mit in irgendeiner Weise von Gläubigen erwirtschafteten Mitteln, umstrittene Politik gemacht. Das ist ein Ärgernis!

Es ist keinesfalls klar, ob es sinnvoll ist, Schlepperbanden durch privates Engagement zu ermutigen, Menschen in Schrottkähnen aufs Mittelmeer zu schicken. Gutmütige Europäer fischen sie schon wieder raus.

Da werden Menschen unter dramatischen Umständen gerettet und nach Europa verbracht, die zum größten Teil kein Bleiberecht haben und somit in eine ungewisse Zukunft gehen. Zu Recht verurteilte Kardinal Sarah die Fluchtbewegungen nach Europa, da Afrika dadurch ausblute. Unterbinden dieser Fluchtbewegungen und die angemessene Hilfe vor Ort zum Zwecke der Migrationsvermeidung wären deutlich sinnvoller. Diese Spenden an einen Privatmann, der zudem noch mit Begriffen wie „Schlepperkönig“ und „Team Umvolkung“ kokettiert, sind mehr als kritikwürdig und wahrlich keine Heldentaten.


Das politische Engagement des Erzbischofs von Paderborn erschöpft sich nicht in Spenden für eine umstrittene Organisation. In der vergangenen Woche machte es Schlagzeilen in der Region, dass der Erzbischof von Paderborn gegen Windmühlen kämpft. Dabei gibt er wahrlich nicht den Don Quichote, sondern den kundigen Sauerländer. Erzbischof Becker unterzeichnete einen Aufruf gegen einen Windpark im Arnsberger Wald. Und hier ist dem Erzbischof eindeutig zuzustimmen.

Die Abholzung wertvoller Waldflächen für schädliche Windkraftanlagen, die den Vogel- und Fledermausbestand schädigen, das Kleinklima verändern und Kleinsäuger durch den Diskoeffekt vertreiben, ist nicht hinnehmbar. Abgesehen davon, dass Wälder unsere grüne Lunge sind und für da Klima weit mehr tun als es Windkraftanlagen jemals können.

Leider ist hier offensichtlich kein Geld zum Erhalt des Arnsberger Waldes geflossen. Es steht zu hoffen, dass dies im Fall der Fälle, so es nötig werden sollte, auch passiert.

Das eine Engagement mit dem anderen direkt zu vergleichen ist natürlich Unfug. Beide Beispiele zeigen aber eines deutlich: Politisches Engagement von Bischöfen ist und bleibt hochproblematisch und sollte nur äußerst sensibel erfolgen. Natürlich kommt es gut an, wenn Bischöfe arme ertrinkende Flüchtlinge retten. Besser als wenn sie sexuellen Missbrauch vertuschen, wirkt es in jedem Fall. Natürlich ist es großartig, wenn sich ein Bischof für den heimischen Wald einsetzt. Der Arnsberger Wald ist schön und eine „Verspargelung“ wäre eine Schande. Das kommt doch besser an als die Nachricht, wie viele Milliarden Euro das Erzbistum gehortet hat.

Genau an dieser Stelle findet sich der Link zwischen beiden Vorfällen. Auch wenn anzunehmen ist, dass der Erzbischof im einen wie im anderen Fall als Person authentisch hinter dem steht, was er tut, so ist es unterm Strich dennoch nichts anderes als PR. Einsatz für die Heimat kommt in Westfalen immer gut an. Und Menschen aus dem Wasser fischen? Welches Scheusal wäre dafür, Flüchtlinge im Mittelmeer ersaufen zu lassen?

Der Betrag von 50.000 € für den selbsternannten Schlepperkönig ist doch für jeden Küster im Erzbistum Paderborn, der nach der letzten Sparrunde gleiche Arbeit für weniger Geld leisten muss, maßlos ärgerlich. In einem Bistum mit einem Vermögen von über vier Milliarden Euro nimmt man solche Summen aus der Portokasse. Noch mal ärgerlicher!

So besteht das Ärgernis im Kern darin politische PR zu machen, statt Mission. Da liegt das Problem. Eine missionarische Kirche braucht keine PR, sie braucht nur das Evangelium. Last not least finden wir in diesem einen klaren Hinweis zu Spenden und PR in Mt 6,2f.


Ihnen hat der Artikel gefallen? Bitte helfen Sie kath.net und spenden Sie jetzt via Überweisung oder Kreditkarte/Paypal!

 





Lesermeinungen

Um selbst Kommentare verfassen zu können müssen Sie sich bitte einloggen.

Für die Kommentiermöglichkeit von kath.net-Artikeln müssen Sie sich bei kathLogin registrieren. Die Kommentare werden von Moderatoren stichprobenartig überprüft und freigeschaltet. Ein Anrecht auf Freischaltung besteht nicht. Ein Kommentar ist auf 1000 Zeichen beschränkt. Die Kommentare geben nicht notwendigerweise die Meinung der Redaktion wieder.
kath.net verweist in dem Zusammenhang auch an das Schreiben von Papst Benedikt zum 45. Welttag der Sozialen Kommunikationsmittel und lädt die Kommentatoren dazu ein, sich daran zu orientieren: "Das Evangelium durch die neuen Medien mitzuteilen bedeutet nicht nur, ausgesprochen religiöse Inhalte auf die Plattformen der verschiedenen Medien zu setzen, sondern auch im eigenen digitalen Profil und Kommunikationsstil konsequent Zeugnis abzulegen hinsichtlich Entscheidungen, Präferenzen und Urteilen, die zutiefst mit dem Evangelium übereinstimmen, auch wenn nicht explizit davon gesprochen wird." (www.kath.net)
kath.net behält sich vor, Kommentare, welche strafrechtliche Normen verletzen, den guten Sitten widersprechen oder sonst dem Ansehen des Mediums zuwiderlaufen, zu entfernen. Die Benutzer können diesfalls keine Ansprüche stellen. Aus Zeitgründen kann über die Moderation von User-Kommentaren keine Korrespondenz geführt werden. Weiters behält sich kath.net vor, strafrechtlich relevante Tatbestände zur Anzeige zu bringen.


Mehr zu

Montagskick

  1. Bischöfliche Spökenkiekerei zum Jahreswechsel
  2. Die Skandalchristmette im SWR verstört und verärgert
  3. Hippe Missionare sind brandgefährlich
  4. Bischof sein in Opferperspektive
  5. Ein entscheidungsrelevantes „We shall see“ zur Synodalkonferenz
  6. Das Ende der Säkularisierung hat begonnen
  7. Die Kirche bleibt der Welt fremd
  8. Rotes Licht für verfolgte Christen
  9. Deutsche Bischöfe stellen sich que(e)r zur Lehre der Kirche
  10. Wir predigen den heiligen Klimawandel






Top-15

meist-gelesen

  1. Weihnachtsspende für kath.net - Wir brauchen JETZT Ihre HILFE!
  2. ISLAND-REISE - SOMMER 2026 - Eine Reise, die Sie nie vergessen werden!
  3. SWR-Skandalchristmette - Zuständig ist die Diözese Rottenburg-Stuttgart!
  4. „Die Ursache der Kirchenkrise und ihre Überwindung“
  5. Kard. Woelki: „Bin überzeugt, dass ‚Evangelisierung‘ das zentrale Thema von Leos Pontifikats wird“
  6. Wie Johannes vom Kreuz mit nervigen Menschen umging
  7. „In seinem Pontifikat war Benedikt XVI. einer der größten Theologen auf der Cathedra Petri“
  8. Unter den kroatischen Katholiken wächst Grundsatzkritik
  9. Überlebende der Brandkatastrophe in Crans-Montana: „Möchte Gott danken, dass er mich gerettet hat“
  10. Eine Nonne, die Vampirbücher schreibt
  11. Ein Frühstück für den Verleugner
  12. Santo Subito: Historiker Hesemann plädiert für schnelle Seligsprechung Benedikts XVI.
  13. „Wenn wir mit Papst Benedikt XVI. diesen tiefen Ernst unserer Taufe realisieren…“
  14. THESE: "Die Theologie der letzten Jahrzehnte hat versagt!"
  15. Warum zwei Kardinäle aus Afrika erst jetzt 80 Jahre alt werden

© 2026 kath.net | Impressum | Datenschutz