Login




oder neu registrieren?



Suche

Suchen Sie im kath.net Archiv in über 70000 Artikeln:







Top-15

meist-diskutiert

  1. Allein den Betern kann es noch gelingen - Schicken Sie uns Ihr Anliegen!
  2. „Der protestantische Niedergang in Deutschland stellt die Logik des Synodalen Weges in Frage“
  3. DBK-Vorsitzender Bätzing zeigt Verständnis für deutsche "Klimaterroristen"
  4. Der verunglückte Rombesuch der deutschen Bischöfe
  5. Papst Franziskus bekräftigt Nein zum Frauenpriestertum
  6. Als ob es Gott nicht gäbe
  7. „Kirchliche Mitarbeiter müssen jetzt wahrscheinlich so tun, als wüssten und hörten sie nichts“
  8. Deutsche Kirchen auf "linksextremen Irrwegen" - Kooperation mit der Antifa!
  9. „Brauchen wir eine weitere protestantische Modernisierungspastoral?“
  10. "Liebe Herren-Kund*innen!" - Gender-Gaga bei H&M 
  11. Bitte unterstützen Sie kath.net (nicht nur vor Weihnachten) via AmazonSmile-Programm
  12. Bistum Chur möchte keinen Exorzisten mehr
  13. „Pandemie der Ungeimpften“? – Vorwurf: Politische Maßnahmen ignorierten wissenschaftliche Studien
  14. Weihnachtsspende für kath.net - Wir brauchen JETZT Ihre DRINGENDE Hilfe!
  15. Kohlgraf: Papst Franziskus ist über Synodalen Weg „gut informiert“, aber beurteilt ihn „kritisch“

„Wer Menschen tötet, kann sich nicht auf Jesus berufen“

29. Juni 2018 in Interview, 2 Lesermeinungen
Druckansicht | Artikel versenden | Tippfehler melden


Ein umstrittener ZDF-Beitrag zeigt fünf Beispiele, in denen aus Sicht der Macher christlich motivierter Terrorismus stattfindet. Open-Doors-Pressesprecher Ado Greve äußert sich dazu. Interview von Johannes Blöcher-Weil/pro Medienmagazin


Wetzlar (kath.net/Christliches Medienmagazin pro) Der Amokläufer Anders Breivik tötet 2011 76 Menschen. Er sah sich selbst als Christ und Kreuzritter, der gegen Islam und Marxismus kämpft. In Uganda kostet ein Bürgerkrieg der „Lords Resistance Army“ 100.000 Menschen das Leben. Ihr Anführer Joseph Kony hält sich für das Sprachrohr Gottes. Es sind zwei der fünf Beispiele eines ZDF-Videos, das im Internet unter dem Titel „Töten für Jesus: Christlich motivierter Terrorismus“ kursiert.

Autor Konstantin Flemig nennt zudem noch den Ku-Klux-Klan als fundamentalisitisch-protestantische Organisation. Außerdem spricht er von Indien, wo bewaffnete christliche Gruppen einen eigenen Staat im Norden und Nordosten des Landes fordern und vom Libanon, wo bis zum Ende des Bürgerkriegs 1990 christliche Milizen Massaker an Muslimen verübten. Aufgrund der sehr plakativen Darstellung in dem ZDF-Video hat pro bei OpenDoors nachgefragt – einer Organisation, die sich um verfolgte Christen kümmert.

Pro Medienmagazin: Herr Greve, wie sind Sie auf den Beitrag „Töten für Jesus“ aufmerksam geworden?

Ado Greve: Als Mitarbeiter im Pressebüro von Open Doors lese ich täglich relevante Beiträge zum Thema Christenverfolgung, sowohl online als auch in Printmedien. Eine Zeitung hatte zum Wochenende darüber berichtet, deshalb wurde ich auf das Video „Töten für Jesus“ von ZDF-Info aufmerksam.

Pro: Wie haben Sie reagiert?

Greve: Ich war bestürzt, als ich das Video sah. Öffentlich-rechtliche Sender sind angehalten, die demokratischen und rechtsstaatlichen Werte hochzuhalten und zu fördern. Außerdem haben sie mit Blick auf die Gesellschaft einen Bildungsauftrag. Dafür werden sie mit entsprechenden Mitteln gefördert. Sie sollen den Zuschauern ermöglichen, sich eine freie Meinung zu unterschiedlichen Themen zu bilden. Der ZDF-Beitrag verdreht jedoch die gesamte neutestamentliche Botschaft der Nächstenliebe, indem Mörder und Sektierer undifferenziert als Christen dargestellt werden. Unfassbar, dass sowas beim ZDF durchgeht.

Pro: Kritiker werden sagen, dass Christen Menschenleben auf dem Gewissen haben. Was entgegnen Sie ihnen?

Greve: Jesus hat uns ein Beispiel gegeben, wie wir handeln sollen. Er hat sein Leben hingelegt, um andere zu retten. Das ist das Wesen und der Kern des christlichen Glaubens. Wer Menschen tötet, kann sich nicht auf Jesus berufen. An vielen Stellen, wie in der Bergpredigt, stellt er sich klar gegen das Töten: „Ihr habt gehört, dass zu den Alten gesagt ist: Du sollst nicht töten“, und verstärkt sogar noch dieses Gebot.

Pro: Manche Zuschauer haben eine Programmbeschwerde beim ZDF eingelegt. Wurde mit dem Beitrag die Wahrheit mit Füßen getreten?

Greve: Ich frage mich, welches Ziel der Redakteur hatte. Um Wahrheit ging es ihm nicht.

Pro: Ist es möglich, ein so komplexes Thema in einem 90-Sekunden-Video behandeln?

Greve: Ein so komplexes Thema braucht eine ausgewogene Herangehensweise, dazu gehört die Darstellung unterschiedlicher Sichtweisen. Das ist sicher nicht in 90 Sekunden zu machen. Dieses Video ist ein einseitiges antichristliches Propagandavideo. Ich hinterfrage nochmals die Zielsetzung der Redakteurs und damit des ZDF.

Pro: Christen werden als Zwangsmissionare und Vergewaltiger dargestellt. Sie merken in Ihrer Arbeit immer wieder das genaue Gegenteil. Die Rechte von Christen werden mit Füßen getreten.

Greve: Das Video will provozieren. Deshalb brauchen die Aussagen im Video keinen weiteren Kommentar. Von Gegnern des christlichen Glaubens werden gerne die Kreuzzüge als Beleg für die Gewaltbereitschaft von Christen angeführt. Doch damals wie heute haben Menschen im Namen der Kirche die biblische Botschaft verdreht, um ihre eigenen Ziele zu verfolgen. Das haben Vertreter der Kirchen jedoch deutlich verurteilt und für diese Taten stellvertretend um Vergebung gebeten, denn Zwangsmissionierung entspricht nicht dem Geist des Evangeliums und widerspricht der Lehre von Jesus. Open Doors steht verfolgten Christen in etwa 60 Ländern zur Seite. Leider erhalten wir aus etlichen dieser Länder Berichte, dass insbesondere christliche Mädchen und Frauen vergewaltigt und zu einer anderen Religion gezwungen werden. Vergewaltigung ist ein abscheuliches Verbrechen, ganz gleich welches Mädchen aus welcher Religion betroffen ist.

Pro: Hat Open Doors vor, sich zu dem Video zu positionieren?

Greve: Ich denke, unsere Position wird in diesem Interview sehr deutlich. Wir sind froh zu hören, dass bereits verschiedene Personen Beschwerde beim ZDF eingereicht haben. Hoffentlich werden es noch mehr. Wir konzentrieren uns in unserer Arbeit auf die Länder, in denen Christen laut Weltverfolgungsindex am stärksten verfolgt werden. Anders als in diesen 50 Ländern haben wir in Deutschland Meinungs- und Religionsfreiheit und genügend beherzte Christen, die sich gegen eine Diskriminierung und Diffamierung des christlichen Glaubens durch Medien wehren. Geschehnisse wie das vorliegende registriert Open Doors jedoch aufmerksam. Das ZDF und die Verantwortlichen sollten dieses Video schnellstmöglich aus ihrer Mediathek nehmen und sich gemeinsam mit der Chefredaktion dafür entschuldigen.

Pro: Vielen Dank für das Gespräch.

Weiterführender kath.net-Artikel: Monika Espe: Programmbeschwerde nach ZDF-Info-Beitrag „Töten für Jesus“

Der umstrittene ZDF-Beitrag:

Christlich motivierter Terrorismus

Meist ist es islamistischer Terror, der in den Schlagzeilen landet. Doch auch das Christentum wird weltweit als Rechtfertigung für Gewalt benutzt.

"Die Inquisition" gibt es hier: ly.zdf.de/sWC/

Gepostet von ZDF info am Samstag, 9. Juni 2018

Foto Open Doors-Pressesprecher Greve: pro/Swanhild Zacharias


Ihnen hat der Artikel gefallen? Bitte helfen Sie kath.net und spenden Sie jetzt via Überweisung oder Kreditkarte/Paypal!

 





Lesermeinungen

 Mariat 29. Juni 2018 

Sofort aus dem Programm nehmen!

"Das ZDF und die Verantwortlichen sollten dieses Video schnellstmöglich aus ihrer Mediathek nehmen und sich gemeinsam mit der Chefredaktion dafür entschuldigen."
Eine Provokation, die nicht als solche verstanden wird - verstanden werden kann - kann dazu führen, dass noch mehr Menschen im Namen Jesus getötet werden.

Dies ist eine Verführung zum Morden. Dann ist der Autor dieses Videos, wie alle, die es nicht aus dem Programm nehmen, mit verantwortlich.


4
 
 dulcedo 29. Juni 2018 
 

Strategie kultur-marxistischer Relativierung und Verwirrung

Bei der Verharmlosung der widernatürlichen "Ehe" für Alle
lautet der heuchlerische Slogan:

Liebe ist Liebe

Bei der Verharmlosung der vom Koran GEFORDERTEN GEWALT

realitiviert der heuchlerische Slogan:

Gewalt ist Gewalt

Unterschiede verwischen, Ungleiches, gleich machen, Unterscheidung der Geister erschweren.

(Schockierend, dass diese Relativierung auch von höchster, kirchlicher Stelle erfolgt.
Siehe Antwort im Flugzeug auf die Frage zu muslimischer Gewalt.)

Googlen und staunen!


6
 

Um selbst Kommentare verfassen zu können müssen Sie sich bitte einloggen.

Für die Kommentiermöglichkeit von kath.net-Artikeln müssen Sie sich bei kathLogin registrieren. Die Kommentare werden von Moderatoren stichprobenartig überprüft und freigeschaltet. Ein Anrecht auf Freischaltung besteht nicht. Ein Kommentar ist auf 1000 Zeichen beschränkt. Die Kommentare geben nicht notwendigerweise die Meinung der Redaktion wieder.
kath.net verweist in dem Zusammenhang auch an das Schreiben von Papst Benedikt zum 45. Welttag der Sozialen Kommunikationsmittel und lädt die Kommentatoren dazu ein, sich daran zu orientieren: "Das Evangelium durch die neuen Medien mitzuteilen bedeutet nicht nur, ausgesprochen religiöse Inhalte auf die Plattformen der verschiedenen Medien zu setzen, sondern auch im eigenen digitalen Profil und Kommunikationsstil konsequent Zeugnis abzulegen hinsichtlich Entscheidungen, Präferenzen und Urteilen, die zutiefst mit dem Evangelium übereinstimmen, auch wenn nicht explizit davon gesprochen wird." (www.kath.net)
kath.net behält sich vor, Kommentare, welche strafrechtliche Normen verletzen, den guten Sitten widersprechen oder sonst dem Ansehen des Mediums zuwiderlaufen, zu entfernen. Die Benutzer können diesfalls keine Ansprüche stellen. Aus Zeitgründen kann über die Moderation von User-Kommentaren keine Korrespondenz geführt werden. Weiters behält sich kath.net vor, strafrechtlich relevante Tatbestände zur Anzeige zu bringen.


Mehr zu

Medien

  1. Disney kündigt Geschäftsführer – Kulturkampf geht weiter
  2. Referendum in Kalifornien: Facebook zensurierte Lebensschützer
  3. Dokumente zeigen Einflussnahme des US-Heimatschutzministeriums auf soziale Medien
  4. Abtreibungsverbote und Falschinformationen in US-Medien
  5. Facebook-Muttergesellschaft Meta setzt "Jane’s Revenge" auf Liste gefährlicher Organisationen
  6. Linke Medien, eine Schießerei in Texas und die Kultur des Todes am Beispiel Abtreibung
  7. Wirbt das Kölner Domradio für den Kirchenaustritt?
  8. PR-Agentur empfiehlt US-Unternehmen Stillschweigen bei Abtreibungsdebatte
  9. YouTube und Instagram zensieren Lebensschutzvideo von christlichen Influencern mit Millionenpublikum
  10. Es tauchen Fragen zu katholischer ‚Faktenchecker’-Seite auf







Top-15

meist-gelesen

  1. Allein den Betern kann es noch gelingen - Schicken Sie uns Ihr Anliegen!
  2. Warum Sie am 2. April 2023 am Abend in Krakau sein sollten!
  3. Bitte unterstützen Sie kath.net (nicht nur vor Weihnachten) via AmazonSmile-Programm
  4. Der verunglückte Rombesuch der deutschen Bischöfe
  5. Eine einmalige kath.net-Reise ans Ende der Welt - NORDKAP + LOFOTEN
  6. „Der protestantische Niedergang in Deutschland stellt die Logik des Synodalen Weges in Frage“
  7. Papst Franziskus bekräftigt Nein zum Frauenpriestertum
  8. Als ob es Gott nicht gäbe
  9. Das Platzen der großen Lebenslüge der 'deutschen Kirchen'
  10. DBK-Vorsitzender Bätzing zeigt Verständnis für deutsche "Klimaterroristen"
  11. 'Die Pille müssen wir mit dem Tod der erotischen Liebe bezahlen'
  12. „Kirchliche Mitarbeiter müssen jetzt wahrscheinlich so tun, als wüssten und hörten sie nichts“
  13. Deutsche Kirchen auf "linksextremen Irrwegen" - Kooperation mit der Antifa!
  14. Wer leitet die Synode über die Synodalität?
  15. 'Jesus, Josef und Maria - Ich kenne nur eine 'Royal family'

© 2022 kath.net | Impressum | Datenschutz