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Entsetzen nach Doppelanschlag gegen Kopten in Ägypten

9. April 2017 in Aktuelles, 6 Lesermeinungen
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Dutzende Tote bei Angriffen auf Sankt Georgs-Kirche in der Stadt Tanta und die St.-Markus-Kathedrale in der Hafenstadt Alexandria - Papst Franziskus gedenkt der Opfer.


Kairo-Vatikanstadt (kath.net/ KAP)
Blutiger Palmsonntag in Ägypten: Bei Terroranschlägen auf zwei Kirchen der koptischen Christen sind Dutzende Menschen getötet worden. Zuerst sprengte sich laut Augenzeugen in der Früh ein Selbstmordattentäter während des Palmsonntagsgottesdienstes in der vollbesetzten St. Georgs-Kirche in der Stadt Tanta nördlich von Kairo in die Luft. Mindestens 27 Menschen wurden dabei in der größten christlichen Kirche der Region im Nildelta getötet. Wenige Stunden später explodierte eine weitere Bombe außerhalb der St.-Markus-Kathedrale in der Hafenstadt Alexandria, dem Sitz des koptisch-orthodoxen Papst-Patriarchen Tawadros II. Dabei kamen laut aktuellen Angaben 18 Menschen ums Leben. Insgesamt wurden laut ersten Behördeninformationen bei beiden Anschlägen auch mehr als 100 weitere Menschen verletzt.

In Alexandria stoppten Polizisten laut ersten Berichten den Selbstmordattentäter vor dem Gebäude, woraufhin dieser sich in die Luft sprengte. In der Kirche hatte Tawadros II. zusammen mit Hunderten Gläubigen den Palmsonntagsgottesdienst gefeiert. Unklar war vorerst, ob er sich zum Zeitpunkt des Anschlags noch in der Kirche aufhielt oder sie bereits verlassen hatte.

Die islamistische Terrormiliz IS reklamierte die beiden Anschläge für sich. Der ägyptische Präsident Abdel Fattah al-Sisi berief den nationalen Sicherheitsrat ein, der über "Konsequenzen" aus den Angriffen beraten solle, berichtete das staatliche ägyptische Fernsehen. "Der Terrorismus trifft Ägypten erneut, dieses Mal an Palmsonntag", teilte der Sprecher des Außenministeriums, Ahmed Abu Seid mit. Es sei eine weitere widerwärtige Tat gegen alle Ägypter.

Weltweit löste der Terror Trauer und Bestürzung aus. Papst Franziskus, der in knapp drei Wochen Kairo besuchen will, bekundete Tawadros II. und dem ganzen ägyptischen Volk seine Anteilnahme. Er sei den Angehörigen der Opfer nahe und bete für eine Umkehr jener, die Terror, Gewalt und Tod säten, sagte der Papst beim Angelus-Gebet auf dem Petersplatz.

Der Großscheich der renommierten islamischen Al-Azhar-Universität, Ahmed al-Tayyeb, den Franziskus bei seinem Besuch ebenso treffen will, sprach nach dem ersten Anschlag von einem "verabscheuungswürdigen Terrorakt, der auf das Leben Unschuldiger zielte". Er und Franziskus wollen bei ihrer Begegnung in Kairo dem interreligiösen Dialog zwischen Christen und Muslimen neue Impulse geben.

In Österreich verurteilten noch am Sonntag mehrere Spitzenpolitiker den Terror. "Wir trauern um die Opfer, unser Mitgefühl ist bei ihren Angehörigen", teilte Bundespräsident Alexander Van der Bellen via Twitter mit. Bundeskanzler Christian Kern drückte seine Anteilnahme und Betroffenheit über den "feigen Anschlag" aus. Vizekanzler Reinhold Mittlerlehner betonte ebenfalls über den Kurznachrichtendienst, er sei in Gedanken bei den Opfern und ihren Familien. "Müssen Terror bekämpfen und Christenverfolgung verhindern!", schrieb Mittlerlehner weiter. Auch Außenminister Sebastian Kurz mahnte, man müsse alles tun, "um entschieden gegen Verfolgung von religiösen Minderheiten und vor allem auch gegen Christenverfolgung vorzugehen".

Es ist der zweite Anschlagstag gegen Ägyptens koptische Minderheit binnen sechs Monaten. Im Dezember wurden bei einer Explosion in der Peter-und-Paul-Kirche neben der koptischen Markus-Kathedrale in Kairo 29 Menschen getötet und 47 verletzt. In Ägypten stellen sunnitische Muslime die Bevölkerungsmehrheit. Der Anteil koptischer Christen, deren Ursprünge auf die frühesten Zeiten des Christentums zurückgehen, wird auf etwa zehn Prozent geschätzt.

Euronews - Bombenattentat auf koptische Kirche/Ägypten während Palmsonntagsmesse: Über 20 Tote - Präsident: 3-tägige Staatstrauer


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Lesermeinungen

 Theodor69 11. April 2017 
 

Ich weiß es in unglaublich mutig und katholisch den Kardinal zu kritisieren,

aber es gelingt dennoch nicht eine Diskrepanz zwischen den „guten Päpsten“ Johannes Paul und Papst Benedikt aufzuzeigen. Papst Johannes Paul hat sogar den Koran öffentlich geküsst und Papst Benedikt hat erklärte, dass er „Ehrfurcht gegenüber dem Koran empfinde“ und hat den Koran als „heiliges Buch“ bezeichnet.


0
 
 Herbert Klupp 11. April 2017 
 

Kleine Ergänzung

@Herbstlicht: wenn "ganz normale Bürger" demonstrieren, wird sogar oft nicht berichtet, daß sie "demonstrierten", sondern oft und gerne formuliert "sie sind aufmarschiert" !


4
 
 Herbstlicht 10. April 2017 
 

Chris2

Auch die Handhabung der "richtigen", also der politisch korrekten Sprache bedeutet Machtausübung.
Das Wort "Aktivisten" lässt an "aktiv" denken und diese Eigenschaft ist eine positive, folglich also bei uns: Links ist positiv.
Den Begriff "Aktivist" habe ich selbst schon im Zusammenhang mit Demos gelesen. Linke, sogar die Vermummten unter ihnen, werden in der Regel als Aktivisten bezeichnet, während Normalbürger, die auf die Straße gehen, ganz gewöhnliche Demonstranten sind, womöglich rechts angehaucht.


6
 
 Einsiedlerin 10. April 2017 
 

Keine Werbung für den Islam

@Herbstlicht: Ich stimme Ihnen zu. Solche Terrorakte im Namen des Islam, vielleicht noch unter Zitierung der passenden Koransuren, bewirkt genau das Gegenteil! Und alle Muslime der Welt fallen unter die Sippenhaftung. Man muss schon selber sehr aufpassen, dass man die christliche Güte im Denken bewahrt und Fürbitte um die Bekehrung der Muslime pflegt...


4
 
 Chris2 10. April 2017 
 

R.I.P. den Opfern,

viel Kraft den Verletzten und Hinterbliebenen. Was mich immer wieder irritiert: Warum "feiger" Anschlag? Sich inmitten unschuldiger Menschen selbst in die Lust zu jagen ist nicht feige. Aber pervers. Können Politiker (v.a. in Deutschland) denn nur nur bei "rechten" Untaten (z.B. allzu freie Meinungsäußerungen) deutliche Worte finden? Und warum sind z.B. linke Bombenleger "Aktivisten" und rechte "Terroristen"?


8
 
 Herbstlicht 10. April 2017 
 

Unser Mitleid und Mitgefühl möge den Toten, Verletzten und Angehörigen zuteil werden.

Was muss das für eine Religion sein, die es zulässt, dass in ihrem Namen solche Gräueltaten begangen werden?
Nicht nur in einem Bus oder auf der Straße geschieht so etwas ja immer wieder.
Nein, selbst eine an sich schon ehrfurchtgebietende Räumlichkeit wie die einer Kirche und die heilige Handlung eines Gottesdienstes hindert diese Typen nicht daran, ihr grausames, hasserfülltes Handwerk auszuüben.
Solche Taten sind wahrlich keine Werbung für den Islam als Religion.
Religion?


14
 

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