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Kardinal Marx hat sich dagegen ausgesprochen, die Seelsorge in immer größeren Pfarrverbänden zu organisieren - Bericht des Erzbischofs bei der Vollversammlung des Diözesanrats der Katholiken


Ebersberg (kath.net/pem) Kardinal Reinhard Marx hat sich dagegen ausgesprochen, die Seelsorge in immer größeren Pfarrverbänden zu organisieren. „Die Kirche vor Ort ist von außerordentlicher Bedeutung. Wir würden viele Chancen vergeben, wenn wir uns von den territorialen Wurzeln zurückziehen“, sagte der Erzbischof von München und Freising bei der Vollversammlung des Diözesanrats der Katholiken der Erzdiözese München und Freising am Samstag, 18. März, in Ebersberg.

Es gehe um „Sichtbarkeit vor Ort“. Allerdings müsse diese unter den aktuell gegebenen Bedingungen organisiert werden – die Diskussion um die Zulassungsbedingungen zum Priesteramt, etwa um viri probati, werde weitergehen. Marx sagte, im vergangenen Jahr sei lediglich ein neuer Kandidat ins Priesterseminar der Erzdiözese eingetreten. Es gelte, die Pastoral an den vorhandenen Ressourcen und Charismen auszurichten: „Und da sagen Tausende: Mir ist es wert, mitzuwirken in der Arbeit der Gemeinde.“ Auf diese Berufungen müsse der Blick gerichtet werden. Der Erzbischof kündigte an, am Montag, 20. März, der Öffentlichkeit ein Pilotprojekt des Erzbistums vorzustellen, mit dem alternative Modelle der Leitung von Pfarreien, auch durch Teams aus haupt- und ehrenamtlichen Laien, erprobt werden sollen.


Oberste Priorität habe für die Arbeit der Kirche nach Einschätzung der deutschen Bischöfe die Evangelisierung. Diese sei aber nicht als „Rückeroberung“ oder „Rekrutierung für die Kirche“ zu verstehen. „Evangelisierung bedeutet, die ganze Welt, die Kultur der Menschen mit der Figur Jesu von Nazareth in Berührung zu bringen.“ Verfehlt sei, wenn die Pfarreien nur selbstbezogen die Frage stellten: „Was wird aus uns?“ Stattdessen müssten sie fragen: „Was wird aus der Welt, aus unserer Stadt, aus unserem Stadtviertel?“ Christen müssten ein Zeichen für alle sein, dass die große Hoffnung des Evangeliums in der Welt bleibe. „Wir wollen, dass die Menschen zu uns sagen: Es ist gut, dass ihr da seid!“

Die rund 180 Delegierten des Diözesanrats befassten sich bei der Vollversammlung unter dem Motto „Ach Europa! Bist du noch zu retten?“ mit der Krise der Europäischen Union. Neben Kardinal Marx berichtete auch der Diözesanratsvorsitzende Hans Tremmel aus seiner Arbeit. Zum Abschluss der Vollversammlung feierten die Delegierten einen gemeinsamen Gottesdienst. Der Diözesanrat der Katholiken der Erzdiözese München und Freising ist die höchste Vertretung der Laien in der Erzdiözese und über die Pfarrgemeinde- und Dekanatsräte sowie die Verbände demokratisch gewählt. Die mehr als 200 Mitglieder treffen sich jeweils im Frühjahr und im Herbst zu ihren Vollversammlungen.

Foto Kardinal Marx (c) Erzbistum München und Freising


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