Login




oder neu registrieren?


Suche

Suchen Sie im kath.net Archiv in über 70000 Artikeln:







Top-15

meist-diskutiert

  1. Vatikan untersagt jährlicher Wallfahrt im Rahmen der überlieferten lateinischen Liturgie den Zutritt
  2. Warum bei dem hohen Aufkommen an Bischöfen in Deutschland eine solch vehemente Entchristlichung?
  3. „Drohende Worte von Kardinal Roche: Besucht nicht die überlieferte lateinische Messe!“
  4. Am Grab des Petrus – Die diesjährige Romwallfahrt Ad Petri Sedem
  5. Steigende Zahl erwachsener Taufbewerber in ostdeutschen Städten, aber...
  6. „Menschen können die Kirche weder reformieren noch nach eigenem Gutdünken eine neue gründen“
  7. „Als Bischof ist es meine Pflicht, den Glauben der Kirche zu verkünden“
  8. Priester spendete bei Zugunglück in Spanien die Generalabsolution, tröstete Opfer und Angehörige
  9. Wir machen da was mit Medien
  10. Freikirche oder katholische Kirche? Überlegungen eines Konvertiten
  11. „Wir werden erwartet“
  12. Neuerlich umstrittene Ehrung durch Kardinal Cupich
  13. Zisterzienserpater Isaak Maria Käfferlein aus Neuzelle: „Getauft sein reicht nicht!“
  14. Wie Halloween begann: Das Fest wurzelt in einem großen Exorzismus
  15. Nach Christus-Verhöhnung: CDU-Politikerin Bosbach legt Beschwerde gegen Jan Böhmermann ein

Christlicher Glaube und Marktwirtschaft gehören zusammen

31. Oktober 2014 in Chronik, 3 Lesermeinungen
Druckansicht | Artikel versenden | Tippfehler melden


Ökonom: Wenn das eine wegfällt, verlieren wir auch das andere


Frankfurt am Main (kath.net/idea) „Der christliche Glaube und die freie Marktwirtschaft gehören untrennbar zusammen. Lassen wir das eine wegfallen, verlieren wir über oder lang auch das andere.“ Diese Ansicht vertrat der Diplom-Ökonom Robert Grözinger (Bath/England) auf einer Veranstaltung der Regionalgruppe Rhein-Main des Arbeitskreises Evangelischer Unternehmer (AEU) am 29. Oktober in Frankfurt am Main. Der Autor des Buches „Jesus, der Kapitalist“ sprach vor 60 Vertretern aus Kirche und Wirtschaft zum Thema „Das christliche Herz der Marktwirtschaft“. Gastgeber war die Deutsche Bank. Grözinger zufolge sind entscheidende Grundlagen für den Kapitalismus aus dem Judentum und dem Christentum hervorgegangen, etwa die Achtung des Privateigentums sowie die Freiheit und Verantwortung des Einzelnen. Gott habe dem Menschen den Auftrag gegeben, die Erde zu bebauen und zu bewahren. Dazu seien Effizienzsteigerung und Arbeitsteilung notwendig, um die Welt angesichts der Vielzahl der Menschen bewohnbar zu halten. Dies gelinge am besten durch die Marktwirtschaft.


„Tempelreinigung“ Jesu nicht antikapitalistisch deuten

Außerdem werde in vielen Gleichnissen Jesu Gott durch einen wohlhabenden Kapitalisten symbolisiert. Als Beispiele nannte Grözinger den Vater im Gleichnis vom verlorenen Sohn oder den Grundbesitzer im Gleichnis von den Arbeitern im Weinberg. Er ging ferner auf die Geschichte von der „Tempelreinigung“ ein, in der Jesus Christus Händler und Geldwechsler aus dem Jerusalemer Tempel vertreibt. Sie werde häufig von Theologen fälschlich so ausgelegt, dass Jesus gegen Kommerz und antikapitalistisch eingestellt gewesen sei. Als Hintergrund müsse man jedoch wissen, dass nur eine begrenzte Zahl von Tempelhändlern zugelassen gewesen sei und sie wohl Absprachen getroffen hätten, um überhöhte Preise für Opfertiere zu kassieren. Jesus werde diese Praxis als Diebstahl verstanden haben. Dessen Kritik habe sich also gegen eine Kartellbildung gerichtet. Laut Grözinger ist Reichtum nach der Bibel an sich nichts Schlechtes und kann von Gott gegeben sein. Die Heilige Schrift wende sich aber gegen Mammon, „den Gott des übermäßigen, unbegrenzten Wachstums“.

Warnung vor einem „neuen Sozialismus“ Grözinger kritisierte, dass die Gesellschaft zu einem „neuen Sozialismus“ tendiere. Der Grund dafür sei, „dass wir Gott nicht wirklich als oberste Instanz betrachten, sondern den Staat“. Im Blick auf den Zusammenbruch des totalitären SED-Regimes vor 25 Jahren sagte Grözinger: „Der Glaube, auf dem dieses System aufbaute, der Glaube an den erlösenden Staat, lebt weiter.“ Wenn man nicht anerkenne, dass dieser Glaube eine „Gegenreligion zum Christentum“ sei, „dann werden wir immer weiter in einen neuen Totalitarismus hineinrutschen“. Um das zu verhindern, sei ein gelebter christlicher Glaube und der Mut notwendig, sich zu einer freien Marktwirtschaft zu bekennen.

Kritik an Umgang Grözingers mit der Bibel

In der Aussprache zu dem Vortrag wurde auch Kritik laut. Der Pfarrer und Betriebswirt Dieter Becker (Frankfurt am Main) sagte, ihn irritiere „gewaltig“, wie Grözinger die Bibel nutze. Er habe sich genau die Bibelstellen herausgesucht, die in seine Argumentation passten. Laut Becker ließen sich in der Bibel genauso gut Stellen finden, mit denen man Jesus als Sozialisten darstellen könnte. Der AEU – ein Netzwerk protestantischer Unternehmer, Manager und Führungskräfte – versteht sich als Brücke zwischen Wirtschaft und Kirche. Vorsitzender ist der Ökonom Peter Barrenstein (München), Geschäftsführer Stephan Klinghardt (Karlsruhe). Als Sprecher des AEU im Rhein-Main-Gebiet fungiert der beim Industrieverband Agrar tätige Geschäftsführer Dietrich Pradt (Frankfurt am Main).


Ihnen hat der Artikel gefallen? Bitte helfen Sie kath.net und spenden Sie jetzt via Überweisung oder Kreditkarte/Paypal!

 





Lesermeinungen

Um selbst Kommentare verfassen zu können müssen Sie sich bitte einloggen.

Für die Kommentiermöglichkeit von kath.net-Artikeln müssen Sie sich bei kathLogin registrieren. Die Kommentare werden von Moderatoren stichprobenartig überprüft und freigeschaltet. Ein Anrecht auf Freischaltung besteht nicht. Ein Kommentar ist auf 1000 Zeichen beschränkt. Die Kommentare geben nicht notwendigerweise die Meinung der Redaktion wieder.
kath.net verweist in dem Zusammenhang auch an das Schreiben von Papst Benedikt zum 45. Welttag der Sozialen Kommunikationsmittel und lädt die Kommentatoren dazu ein, sich daran zu orientieren: "Das Evangelium durch die neuen Medien mitzuteilen bedeutet nicht nur, ausgesprochen religiöse Inhalte auf die Plattformen der verschiedenen Medien zu setzen, sondern auch im eigenen digitalen Profil und Kommunikationsstil konsequent Zeugnis abzulegen hinsichtlich Entscheidungen, Präferenzen und Urteilen, die zutiefst mit dem Evangelium übereinstimmen, auch wenn nicht explizit davon gesprochen wird." (www.kath.net)
kath.net behält sich vor, Kommentare, welche strafrechtliche Normen verletzen, den guten Sitten widersprechen oder sonst dem Ansehen des Mediums zuwiderlaufen, zu entfernen. Die Benutzer können diesfalls keine Ansprüche stellen. Aus Zeitgründen kann über die Moderation von User-Kommentaren keine Korrespondenz geführt werden. Weiters behält sich kath.net vor, strafrechtlich relevante Tatbestände zur Anzeige zu bringen.


Mehr zu

Wirtschaft

  1. Woke und erfolgreich? Experten warnen Unternehmen vor falschen Erwartungen
  2. Neu an der Börse: Ein ‚katholischer’ MSCI-World-ETF
  3. US-Unternehmen führt Babybonus für Mitarbeiter ein
  4. Wegen LGBT-Produkten: Konservativer Investmentfonds verkauft Target-Aktien
  5. Großinvestor BlackRock warnt vor wirtschaftlicher Instabilität und Inflation
  6. Wir brauchen Spitzenleistungen statt Stakeholder-Kapitalismus.
  7. Ölmulti Exxon Mobil verbietet LGBT- und Black Lives Matter Flaggen vor seinen Niederlassungen
  8. Nick Vujicic will Pro-Life Bank gründen
  9. "Ein Armutszeugnis, Herr Bischof!"
  10. Verluste bei Pandemie-Anleihen: Märkte erwarten weltweite Ausbreitung







Top-15

meist-gelesen

  1. Ostern 2027 in Rom - Große kath.net-Leserreise!
  2. Vatikan-Außenminister: Papstreise nach USA 2027?
  3. “As a bishop, my duty is to proclaim the faith of the Church”
  4. Erzbischof Marini über Johannes Paul II.: Er war für mich ein zweiter Vater
  5. ‚Ghost Soldier‘ – Action-Film mit Jim Caviezel in der Hauptrolle und Gebet zum Erzengel Michael
  6. ‚Big Bang Theory‘-Produzent warnt: Gesellschaften ohne Gott fallen in Tyrannei
  7. "Österreich-Feier" im Stephansdom mit Lichterprozession und Pummerin
  8. Pakistan: Gericht prüft erneut Fall von entführter Christin
  9. Vatikan bestätigt Papstreise nach Südamerika im vollen Umfang
  10. Wir machen da was mit Medien
  11. „Habe Entwicklung zur Ausblendung wichtiger Themen und der Tabuisierung von Kritik selbst erlebt“
  12. Glaubensweitergabe im Wandel der Zeit
  13. Nach Anschlag in Paris: Kritik an Macrons Aussage über religiös motivierte Gewalt
  14. Vatikan untersagt jährlicher Wallfahrt im Rahmen der überlieferten lateinischen Liturgie den Zutritt
  15. Eine unzählbare Schar von Zeugen - Heiligkeit kennt keine Grenzen

© 2026 kath.net | Impressum | Datenschutz