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Matthias Matussek in der 'Krömer-Show'

22. Juli 2013 in Kommentar, 32 Lesermeinungen
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Über Menschenwürde und ethischen Verfall im öffentlich-rechtlichen Fernsehen. Ein Gastkommentar von Michael Schneider-Flagmeyer.


Trier (kath.net/blog.forum-deutscher-katholiken.de) Eine Sendung, die den öffentlich-rechtlichen Auftrag der ARD wohl tief unterläuft, ist die “Krömer – Late Night Show”. Dorthin hatte sich “Spiegel” – Autor Matthias Matussek (“Das katholische Abenteuer. Eine Provokation”), der sich mutig als katholisch bekennt, verirrt, in der Hoffnung, sein neues Buch vorstellen zu können.

Matussek selbst gibt zu, dass seine Frau und auch Freunde ihn gewarnt hatten, dorthin zu gehen. Aber er habe mit Kurt Krömer vor zwei Jahren an der Talk-Show “3 nach 9″ teilgenommen und sich mit ihm dort gut verstanden. Inzwischen aber tut sich Krömer mit Aussagen im deutschen Fernsehen – und das ausgerechnet im öffentlich-rechtlichen – hervor, die das viel beklagte tiefe Niveau der öffentlich-rechtlichen Rundfunk- und Fernsehanstalten bestätigen.


So bezeichnete er Matussek gleich bei der Begrüßung wörtlich als “hinterfotziges Arschloch”, vgl. t-online-News: Matthias Matussek geht gegen "Krömer"-Show vor). Später fragte er Matussek, was er denn nach einer Talk-Show mache. “In den Puff gehen?” Im weiteren Verlauf der Sendung sprach er nur noch von “Matthias Matussek, der Puffgänger”.

Niemand hätte sich noch vor 30 Jahren vorstellen können, dass wir in Deutschland einmal bei diesem Niveau landen könnten. Leider zeigt sich nunmehr, dass auch im öffentlich-rechtlichen Fernsehen der Artikel 1 des Grundgesetzes, dass die Würde des Menschen unantastbar ist, zumindest im Fall Krömer in Frage gestellt wird.

Und es wird allerhöchste Zeit, dass wir uns Gedanken darüber machen, wie wir diesem Verfall in den öffentlich-rechtlichen Anstalten entgegentreten können und wollen, den wir alle noch per Gesetz über die GEZ finanzieren müssen.

Matthias Matussek will die Ausstrahlung der Sendung durch den RBB (Rundfunk Berlin-Brandenburg) am 10. August rechtlich verhindern. Aber die Anwälte der Produktionsfirma haben schon auf die „Meinungsfreiheit“ hingewiesen und erklärt, dass diese die Menschenwürde verachtenden Beleidigungen „von der Satirefreiheit gedeckt seien”. Der RBB hat sich noch nicht dazu geäußert.

Auf Cicero-Online am 19.7.13 hat sich die junge Journalistin Petra Sorge unter dem Titel “Reporter im Bordell, aber nicht zum Recherchieren” kompetent, mutig und gründlich mit der Lage der heutigen Medienschaffenden auseinandergesetzt und so manchem Meinungsmacher den Spiegel vorgehalten.

Auch die Leser, Zuhörer und Zuschauer haben eine gewisse Verantwortung für diese Entwicklung. Sie müssen sich deutlich bei den Verantwortlichen zu Wort melden. Davon lebt unsere demokratische, offene Gesellschaft.

Matthias Matussek ehrt seine Gutgläubigkeit als Christ, die sich in dem Vertrauensvorschuss für Krömer geäußert hat. Er wird nun – und mit ihm wir alle – gelernt haben, dass man sich mit manchen Menschen auf keinen Fall einlassen und an bestimmten Sendungen schlicht nicht teilnehmen darf.

Alle verantwortungsbewussten Menschen aber sind aufgerufen, ihre Verantwortung wahrzunehmen und den Verantwortlichen in den öffentlich-rechtlichen Medien, aber auch den hinter ihnen stehenden Parteipolitikern in deutlichen Zuschriften klar zu machen, dass man nicht bereit ist, diesen Verfall jeder Form von Ethik und die Missachtung der Menschenwürde weiter zu tolerieren.

Kontakt ARD


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