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Installierte die Stasi Bischof Albrecht Schönherr?

15. Mai 2013 in Chronik, 4 Lesermeinungen
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Angela Merkels Vater soll den Antrag in die Synode eingebracht haben


Berlin (kath.net/idea) Hat die Staatssicherheit einen der entscheidenden evangelischen Bischöfe in der DDR in-stalliert: nämlich Albrecht Schönherr (1911-2009)? Das zumindest behaupten die Autoren von zwei Beiträgen in der „Welt am Sonntag“ und im Nachrichtenmagazin „Focus“.

Sie setzen sich mit dem in dieser Woche erscheinenden Buch „Das erste Leben der Angela M.“ der Journalisten Ralf Georg Reuth und Günther Lachmann auseinander. Darin geht es um die Herkunft und die Rolle von Bundeskanzlerin Angela Merkel in der DDR, aber auch um die ihres Vaters – Pfarrer Horst Kasner (1926-2011). Er zog 1954 mit der Familie von der Freien und Hansestadt in die sowjetische Besatzungszone. In Quitzow bei Perleberg (heute Bundesland Brandenburg) – sei Kasner auf Albrecht Schönherr – den späteren Bischof der Ostregion der Evangelischen Kirche in Berlin-Brandenburg – getroffen, so die „Welt am Sonntag“. Damals war Schönherr Superintendent des Kirchenkreises Brandenburg an der Havel und Direktor des dortigen Predigerseminars. Schönherr schickte Kasner nur vier Jahre später nach Templin, wo er ein Predigerseminar aufbauen sollte.

Beide „waren verwandte Geister, und zwar nicht nur im theologischen, sondern auch im politischen Sinne“, heißt es in dem Beitrag. „Sie gehörten zu jenem Kreis von Theologen, mit denen die sowjetisch kontrollierte DDR-Führung ihre kirchenpolitische Konzeption umsetzen wollte.“ Dazu habe auch die Gründung nationaler und internationaler christlicher Organisationen gezählt, etwa der Christlichen Friedenskonferenz (CFK) oder des Weißenseer Arbeitskreises, der beste Kontakte SED-Politbüro besessen haben soll.

Der Weißenseer Arbeitskreis wurde unter anderem durch seine „Sieben Sätze von der Freiheit der Kirche zum Dienen“ bekannt. Darin erhob er die Zusammenarbeit mit der „antifaschistischen Staatsmacht“ zur Christenpflicht und legte damit praktisch den ideologischen Kern des Konzepts „Kirche im Sozialismus“ fest.

Schönherr und Kasner prägten Formel der „Kirche im Sozialismus“

In dieser Zeit habe Horst Kasner, der in seiner Gemeinde auch als der „rote Kasner“ bezeichnet wurde, eng an der Seite des SED-Staats gestanden, so der Bericht. Im Dezember 1966 sei er ins Zentrum einer Aktion des Staatssicherheitsdienstes gerückt:

„Die Stasi wollte Schönherr auf der Provinzialsynode der Landeskirche Berlin-Brandenburg am 12. Januar 1967 als Bischofsverwalter durchsetzen. Ihr Ziel war eine von West-Berlin unabhängige DDR-Landeskirche. Die Stasi schrieb dazu, sie werde organisieren, dass Kasner zu diesem Zwecke einen entsprechenden Antrag in die Synode einbringe.

Eine Anfrage der Evangelischen Nachrichtenagentur idea an die Behörde für die Unterlagen des Staatssicherheitsdienstes der ehemaligen DDR nach dem Wahrheitsgehalt dieser Darstellung blieb bis Redaktionsschluss unbeantwortet.

Der Sprecher der berlin-brandenburgischen Kirche, Volker Jastrzembski, bestätigte idea auf Anfrage, dass sowohl Schönherr als auch Kasner zum Weißenseer Arbeitskreis gehörten. Der in dem Zeitungsartikel erwähnte Antrag Kasners sei laut kirchlicher Aktenlage jedoch zurückgezogen worden, weil die Kirchenleitung Schönherr bereits im Vorfeld der Synode zum Bischofsverwalter bestimmt hatte.

Fest steht: Albrecht Schönherr wurde 1967 Bischof der Ostregion der Evangelischen Kirche Berlin-Brandenburg; das Amt hatte er bis zum Eintritt in den Ruhestand 1981 inne. Ab 1969 stand er zudem zwölf Jahre an der Spitze des Bundes der Evangelischen Kirchen in der DDR. Am 6. März 1978 leitete er die Delegation des Kirchenbundes bei der Spitzenbegegnung mit dem DDR-Staats- und Parteichef Erich Honecker (1912-1994). In der Folge erhielten die Kirchen zwar mehr Freiräume, die Diskriminierung junger Christen in der von der SED gelenkten Volksbildung blieb jedoch bestehen.

Später kritisierte Schönherr, dass die Formel „Kirche im Sozialismus“ oft fehlgedeutet worden sei: „Für uns war es immer eine Ortsbestimmung.“ Laut Schönherr konnte es nicht sein, „dass die Kirche sich mit einer Partei oder einer Ideologie verbindet“.

Foto: (c) kath.net


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Lesermeinungen

 prof.schieser 16. Mai 2013 

Fällt jetzt die Maske?

Merkt man denn erst jetzt, dass die Angela Merkel eine Kommunistin ist?
Schon ganz am Anfang hat man Kohl gewarnt, als er diese Frau in seine "Mannschaft" berufen hatte.
Und jetzt soll man sie wieder wählen...


0
 
 Stepher 15. Mai 2013 
 

da und dort, gestern und heute immer die gleichen Leute

http://koptisch.wordpress.com/2012/04/06/wie-die-68er-die-ekd-ubernommen-haben-2/
Seit längerem findet in der evangelischen Kirche eine Abkehr vom Glauben statt, die in erschreckender Parallelität zur Emanzipation der 68er steht und deren Prophezeiungen erfüllt. Schon im März 1969 stellte eine Gruppe von 200 linken Theologen auf einer Tagung in Bochum fest: {„Wir bekämpfen nicht die Kirche; die bekämpft sich selbst und sie tut das gut. Wir kämpfen nur darum, mit Hilfe des kirchlichen Machtapparates mitwirken zu können an allen emanzipatorischen Bestrebungen, die letztlich nur in der Zerschlagung des Kapitalismus ihr Ziel finden können …Wir werden jeder für sich versuchen, in die Kirche einzusickern. Wir werden daher die Kirchenleitungen belügen … In Zukunft wird man nie wissen, ob nicht im schwarzen Rock ein Roter steckt, ein Wolf im Schafspelz … Wir sind linke Theologen, die sich zusammenschließen, um in der Kirche Raum zu schaffen für ihre revolutionäre politische Tätigkeit}!


0
 
 papale 15. Mai 2013 

Thron und Altar

Daß Frau Merkel gerade von ihrem familiären Hintergrund her eine völlig andere Sicht vom Verhältnis Staat-Kirche hat, daraus hat sie ja nie ein Geheimnis gemacht, gerade auch Papst Benedikt XVI. gegenüber nicht. Er hat einfach nicht in ihr Christen- und Kirchenbild gepaßt, aber: SED/DDR is nich mehr - und preußisches Staatskirchentum och nich – auch wenn die Kanzlerin bisweilen nicht so recht wahrhaben will. Daß dieser hochgebildete, bestens informierte und äußerst sensible Pontifex sich auf ihre Schmierseifenmasche nie eingelassen hat, war für mich immer ein
leuchtendes Beispiel der klaren Sicht, der Standfestigkeit und Unabhängigkeit -nicht nur der Kirche, sondern v.a. auch des Evangeliums. Auch dafür bin ich diesem großen Papst ungeheuer dankbar.


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 Victor 15. Mai 2013 
 

Anpassung damals und heute

Der Vater von Frau Merkels Vater, Herrn Kasner, also ihr Opa väterlicherseits war ein Pole aus der Stadt Posen namems Ludwik Kazmierczak. Nach dem 1. Weltkrieg und nach seiner Niederlassung in Deutschland hieß er Kasner.
Daß der Vater der Bundeskanzlerin im Jahre 1954 in die totalitäre "DDR" übersiedelte ist sehr bemerkenswert. Da mußte er durchaus ein weites Herz für den Kommunismus haben. Denn umgekehrt kamen bis zur Errichtung von Mauer und Stacheldraht angesichts der permanenten Unterdrückung mehr als 3 Millionen aus der "DDR" nach Westdeutschland.
Die Kanzlerin selbst war keine Widerstandskämpferin, aber das ist dann hoffentlich "kalter Kaffee". Andererseits gibt es durchaus eine Anpassung an die "DDR" auf etlichen Politikfeldern, was viele schon bemängelt haben.
Zum Schluß: wo steht heute die DBK und Ihr Vorsitzender der Herr Erzbischof Zollitsch? Ist das nicht auch kaum mehr als Anbiederung an Politik und an den sog. Zeitgeist!? Ist Entweltlichung denn kein Unwort für so viele?


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