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Papstprediger: KI zeigt „gewisses Etwas auf, das nur wir tun können“

23. November 2025 in Chronik, 19 Lesermeinungen
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„Wir tun zu viele Dinge nacheinander, ohne jemals wirklich bei dem zu sein, was wir tun.“ Papstprediger Roberto Pasolini über KI und ihre Auswirkungen.


Rom (kath.net / pk) „Ich glaube, dass künstliche Intelligenz uns ein noch besseres Verständnis dafür vermitteln wird, was uns zu Menschen macht, dieses gewisse Etwas, das nur wir tun können – und das wir oft nicht tun.“ Das sagte der Prediger des päpstlichen Haushaltes, Roberto Pasolini, in einem Interview mit I.Media.

„Wir verbringen unsere Tage oft damit, eine Reihe von Aufgaben zu erledigen, die ein Computer genauso gut erledigen könnte, und wir investieren vielleicht nur ein Prozent unserer wahren Menschlichkeit in sie – das heißt, unsere Gefühle, das, was wir tief empfinden“, sagte der 54-jährige Franziskanerpater, der früher in der KI-Forschung tätig war, ehe er bei den Franziskanern eintrat, mit 31 Jahren die ewige Profess ablegte und im Jahr 2006 zum Priester geweiht wurde.

„Ich glaube, wenn wir alle so müde sind, dann deshalb, weil wir bereits ein wenig wie Computer leben“, meinte Pasolini, der seit November 2024 der Prediger des Papstes ist, welcher die jährlichen Exerzitien vor Weihnachten und Ostern leitet. „Wir tun zu viele Dinge nacheinander, ohne jemals wirklich bei dem zu sein, was wir tun. Wir handeln, weil wir handeln müssen. Die Tatsache, dass bald die meisten Dinge von einem Computer erledigt werden können, wird uns zwingen, uns zu fragen: Wofür entscheiden wir uns heute mit unserem Herzen und unserer Liebe?“


Pasolini, der selbst als junger Erwachsener eine Phase des Suchens und Zweifelns durchlebte, erklärte, er habe „eine sehr wissenschaftliche Herangehensweise an Wissen gehabt“, denn seine Studienfächer seien Mathematik, Informatik und künstliche Intelligenz gewesen. „Ich suchte hauptsächlich nach einer rationalen Erklärung für das Geheimnis des Lebens.“

Während seiner Studienzeit begann er wieder die Bibel zu lesen und kam mit Franziskanerbrüdern in Mailand in Kontakt, bis er die Entscheidung traf, in den Orden einzutreten. „Ich beendete meine Abschlussarbeit über künstliche Intelligenz und teilte meinen Professoren dann mit, dass ich in den Orden eintreten würde. Ich hatte eine Sprache gefunden, ein Wort, das wichtiger war als alles, was ich bis dahin gesucht hatte: ein Wort, das mir als die Rettung der Welt erschien und das ich mit meinem ganzen Leben feiern und mit anderen teilen wollte.“

Pasolini warnt auch davor, dass die KI uns „noch mehr überwältigen“ könnte, wenn wir nicht vorsichtig sind. „Wenn wir hingegen ein wenig spirituelle Intelligenz zeigen, könnten wir uns die Freiheit geben, eine ganze Reihe von Dingen zu delegieren, die ein Computer für uns erledigen kann – und uns die Freiheit geben, wirklich Sensibilität, Liebe und Fokus auf andere in das zu legen, was wir tun.“

Als Beispiel nannte er das Schreiben eines Textes, welches die KI erledigen könne, was für ihn „in Ordnung“ sei. „Entscheidend ist, dass ich diesen Text, wenn ich ihn vor anderen Menschen vorlesen muss, in eine menschliche Handlung umwandeln kann. Ich kann den Menschen in die Augen schauen und entscheiden, wo ich die Betonung setze“, betonte Pasolini. So bleiben wir immer frei: frei, menschlich zu bleiben oder wie Maschinen zu werden.“

Auf die Frage, ob er seine Themen bei den Exerzitien für die Kurie selber wählen könne, sagte er, Papst Leo habe ihm die Freiheit gelassen, die Themen selbst auszuwählen. „Genau das gehört zum Amt des Predigers des Päpstlichen Hauses: frei zu sein, nach eigener Sensibilität die Themen auszuwählen, die für den Papst und die Kardinäle wichtig sein könnten. Deshalb gehört der Prediger nicht zur kirchlichen Hierarchie. Er kommt von außen, ein bisschen wie ein Troubadour am Hof. Er kommt nicht, um die Menschen zum Lachen zu bringen, sondern um sie zum Nachdenken anzuregen und ihnen vor seiner Abreise eine Meditation anzubieten.“


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