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Die Christen müssen Zeugen der Wahrheit, Liebe und Gerechtigkeit sein

15. November 2010 in Weltkirche, 2 Lesermeinungen
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Benedikt XVI. empfing die letzte Gruppe von Bischöfen aus Brasilien und setzte sich mit der Rolle der Bischofskonferenzen auseinander


Rom (kath.net/as) Pflicht der Christen sei es, Zeugen des Evangeliums und auf diese Weise Bezugspunkt in der Gesellschaft zu sein. Mit der mit diesem Anspruch verbundenen Hoffnung wandte sich Benedikt XVI. am heutigen Vormittag an die brasilianischen Bischöfe der Region Zentrum-Westen, die zum Abschluss ihres Ad-limina-Besuches in Audienz empfangen wurden. Mt dieser Gruppe endeten die im November 2009 aufgenommenen Ad-Limina-Besuche der Bischöfe des größten Landes des südamerikanischen Kontinents.

In seiner Ansprache ging der Papst auf die Rolle der Bischofskonferenzen ein und betonte die Wichtigkeit der Gemeinschaft der Bischöfe mit dem Papst. Gleiches gelte für die Gemeinschaft der Oberhirten mit den Gläubigen. Benedikt XVI. unterstrich die Notwendigkeit eines erneuerten Zeugnisses für das Evangelium in der heutigen säkularisierten Gesellschaft. Gerade anlässlich des heutigen Nationalfeiertags Brasiliens werde die Bedeutung des Wirkens der Kirche für den Aufbau der brasilianischen Identität deutlich.


Benedikt XVI. ging dann auf die Rolle der Bischofskonferenz des Landes ein, die sich darauf vorbereite, den 60. Jahrestag ihres Bestehens zu feiern, und einen Bezugspunkt für die brasilianische Gesellschaft darstelle. Das erste Zeugnis, das vom Verkünder des Wortes Gottes erwartet werde, sei die gegenseitige Liebe. Die Bischofskonferenzen „entstehen gerade als konkrete Anwendung der Gemeinschaft der Liebe der Bischöfe mit dem Papst“. Gleichzeitig seien sie das Instrument der „effektiven und affektiven Liebe ihrer Mitglieder“. Andererseits gestatte es die Bischofskonferenz den Bischöfen, harmonisch einige pastorale Funktionen zum Wohl der Gläubigen und der Bürger eines Territoriums auszuüben.

Die Bischofskonferenz fördere einen Zusammenschluss von Kräften und Absichten und werde so zu einem Mittel, das es ermögliche, die Aufgaben gemeinsam zu teilen. Der Papst warnte jedoch davor, dass die Konferenz zu einer „Parallelwirklichkeit“ werde, die den Dienst des einzelnen Bischofs ersetzt. Aufgabe der Bischöfe sei es vor allem, die wirksamsten Mittel zu finden, um dem Volk das universale Lehramt zu vermitteln. Die Ausübung der Lehrfunktion sei notwendig, um den neuen hervortretenden Fragestellungen begegnen zu können. Es stehe dann in der Pflicht der Bischöfe, den Gewissen der Menschen Orientierung zu verleihen, um auf diese Weise zu einer rechten Lösung der Probleme zu gelangen, zu denen es durch die sozialen und kulturellen Umwälzungen komme.

Unter die Themen, die heute besondere Aufmerksamkeit verlangten, zählte Benedikt XVI. die Förderung und den Schutz des Glaubens und der Moral, die Sorge um die Berufungen, den Einsatz für die Ökumene, die Verteidigung des menschlichen Lebens, die Heiligkeit der Familie, das Recht der Eltern auf die Erziehung ihrer Kinder sowie die Religionsfreiheit, den Frieden und die soziale Gerechtigkeit.

Es gebe die Bischofskonferenzen, so der Papst, insofern sie ein antreibendes Instrument der pastoralen Sorge der Bischöfe seien, deren erstes Anliegen das Heil der Seelen sein müsse. Zum Abschluss des Ad-limina-Besuches der letzten Gruppe von Bischöfen aus Brasilien versicherte Benedikt XVI. dem Volk des Landes seine herzliche Nähe und vertraute es der Fürsprache der Jungfrau Maria von Aparecida an.


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