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Jan Graubner wird neuer Erzbischof von Prag

13. Mai 2022 in Aktuelles, keine Lesermeinung
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73-jähriger Bischofskonferenz-Vorsitzender wechselt als Nachfolger von Kardinal Duka aus der Erzdiözese Olmütz auf den Bischofsstuhl in der tschechischen Hauptstadt


Vatikanstadt  (kath.net/KAP) Papst Franziskus hat den bisherigen Olmützer Erzbischof Jan Graubner (73) zum neuen Erzbischof von Prag ernannt. Das teilten das vatikanische Presseamt und die Erzdiözese Prag am Freitagmittag zeitgleich mit. Der Vorsitzende der Tschechischen Bischofskonferenz folgt damit Kardinal Dominik Duka, der seit 2010 an der Spitze der Hauptstadt-Erzdiözese in der Tschechischen Republik stand und vor wenigen Wochen seinen 79. Geburtstag feierte. Vor zwei Jahren hatte Graubner, der seit 1992 als Erzbischof von Olmütz amtierte, Duka auch an der Spitze der Bischofskonferenz abgelöst.

Ende 2020 überlebte Graubner eine Covid-19-Erkrankung nur knapp. Der neue Prager Erzbischof ist in der tschechischen Öffentlichkeit angesehen. Graubner war schon von 2000 bis 2010 über ein Jahrzehnt Vorsitzender der tschechischen Bischöfe und ist seit vielen Jahren "Caritas-Bischof" des Landes. Die nunmehrige Ernennung des bereits 73-jährigen Olmützer Erzbischofs durch den Papst kommt dennoch eher überraschend. Als Kandidaten für den Prager Bischofsstuhl waren in der tschechischen Presse in den vergangenen Monaten wiederholt auch der Pilsner Bischof Tomas Holub (54), der Königgrätzer Bischof Jan Vokal (63) oder der Erzabt des Benediktinerstifts Brevnov, Prokop Siostrzonek (64), genannt worden.


Das Amt des Erzbischofs von Prag war in den vergangenen Jahrzehnten traditionell auch mit der Verleihung der Kardinalswürde durch den Papst verbunden. Das Diözesangebiet umfasst den Zentralraum um die tschechische Hauptstadt, wo nach Angaben der Erzdiözese unter rund 2,3 Millionen Menschen etwa 550.000 Katholikinnen und Katholiken leben. Jan Graubner wurde am 29. August 1948 in Brünn (Brno) geboren und wuchs als eines von fünf Geschwistern in Straznice auf. Nach der Matura wurde er nicht zum höheren Studium zugelassen und verdiente sich als Arbeiter seinen Lebensunterhalt. Erst während des "Prager Frühlings" im Jahre 1968 durfte er in Olmütz das Theologiestudium aufnehmen. 1973 wurde Graubner zum Priester geweiht.

Danach war er als Seelsorger in kleinen Orten tätig, wobei er sich unter der Bevölkerung große Sympathien erwarb. 1990 ernannte Johannes Paul II. den damals 42-jährigen zum Weihbischof von Olomouc (Olmütz). Nach dem Tod von Erzbischof Frantisek Vanak 1991 übernahm Graubner zunächst als Diözesanadministrator die interimistische Leitung der Erzdiözese. Am 28. September 1992 wurde er Erzbischof von Olmütz und damit Metropolit der mährischen Kirchenprovinz, zu der neben Olmütz auch die Diözesen Brünn (Brno) und Ostrau-Troppau (Ostrava-Opava) gehören.

Zu Graubners Verdiensten zählt u.a. Wiederbelebung der Tradition der Nationalwallfahrten nach Velehrad. In der Diözese Olmütz sorgte er für den Wiederaufbau der Kirchenstrukturen nach kommunistischer Zeit und einen Fokus auf Familienseelsorge, gründete mehrere Schulen und initiierte u.a. auch die mit der Sternsingeraktion vergleichbare Drei-Königs-Sammlung. 2008 zeichnete der damalige Staatspräsident Vaclav Klaus Erzbischof Graubner mit dem "Masaryk-Orden II. Klasse" aus. Graubner spricht fließend Deutsch und hat sich um die Aussöhnung mit heimatvertriebenen Sudentendeutschen sehr verdient gemacht. 

 

Copyright 2022 Katholische Presseagentur KATHPRESS, Wien, Österreich Alle Rechte vorbehalten

 


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