Login




oder neu registrieren?


Suche

Suchen Sie im kath.net Archiv in über 70000 Artikeln:







Top-15

meist-diskutiert

  1. Antwerpens Bischof Bonny droht jetzt dem Papst
  2. Vatikan genehmigte 2025 in 34 Diözesen die Feier der Alten Messe in Pfarrkirchen
  3. Tschechischer Bischof Holub meint: Neuer Ritus ist 'wesentlich' für Synodalität
  4. Zehn Jahre ‚Amoris laetitia‘ – Die Kunst, eine Lehre zu ändern, ohne sie zu ändern
  5. Schwester Helen und angebliche Flirt-Fantasien der Dominikaner
  6. 25 Jahre KATH.NET: Kardinal Müller wird Schirmherr, Peter Seewald journalistischer Berater!
  7. Papst verkündet neuen Friedensappell der Weltreligionen in Assisi
  8. Zehn Jahre Amoris laetitia: die Schule des Zuhörens
  9. Papst versetzt umstrittenen Kurienkardinal Gambetti vom Petersdom in die Provinz
  10. NZZ: 'Die Kirchen arbeiten an der Ächtung der AfD mit'
  11. Bischöfe beauftragen Familien als Missionare
  12. „Meine Lieben! Darum soll der Rosenkranz nicht vergessen auf dem Boden einer Schublade liegen“
  13. ‚Der Segen für Marie-Garance war auch ein Segen für ihre biologischen Eltern‘
  14. US-Diözese führt Rosenkranzwochenende ein
  15. Das Houellebecq-Szenario: Wenn die politische „Mitte“ die Ränder großfüttert

Das Große im Kleinsten

13. Juni 2021 in Aktuelles, 14 Lesermeinungen
Druckansicht | Artikel versenden | Tippfehler melden


Franziskus: von der verborgenen Gegenwart Gottes bewohnt. Die Versuchung der Entmutigung überwinden. Gott in allen Dingen suchen und finden. Papst wendet sich gegen die Ausbeutung von Kinderarbeit. Von Armin Schwibach


Rom (kath.net/as) „Das kleinste von allen Samenkörnern geht auf und wird größer als alle anderen Gewächse“: Angelus am elften Sonntag im Jahreskreis.

Die Gleichnisse des heutigen Tages, so Papst Franziskus in seiner Katechese vor dem Mittagsgebet, seien gerade vom gewöhnlichen Leben inspiriert und offenbarten den aufmerksamen und tiefen Blick Jesu, der die Wirklichkeit beobachte und durch kleine Alltagsbilder Fenster zum Geheimnis Gottes und zu den menschlichen Angelegenheiten öffne. So lehre er uns, dass selbst die Dinge des Alltags, die uns manchmal gleich erschienen und die wir mit Ablenkung oder Müdigkeit weitertragen, von der verborgenen Gegenwart Gottes bewohnt seien. Auch wir brauchen also aufmerksame Augen, um zu wissen, wie man „Gott in allen Dingen sucht und findet“.

Heute vergleiche Jesus das Reich Gottes, seine Gegenwart, die im Herzen der Dinge und der Welt wohnt, mit dem Senfkorn, dem kleinsten Samen, den es gebe. Doch in die Erde geworfen, „wächst er, bis er der größte Baum wird“ (vgl. Mk 4,31-32). Manchmal hindere uns der Lärm der Welt, zusammen mit den vielen Aktivitäten, die unsere Tage ausfüllten, daran, innezuhalten und zu sehen, wie der Herr die Geschichte führe. Und doch – so  versichere das Evangelium – „ist Gott am Werk, wie ein kleines, gutes Samenkorn, das leise und langsam keimt. Und nach und nach wird daraus ein üppiger Baum, der allen Leben und Erfrischung schenkt“. Auch der Same unserer guten Werke könne klein erscheinen. Doch alles, was gut sei, gehöre Gott und trage deshalb demütig, langsam Frucht. „Güte“, so der Papst, "wächst immer auf eine bescheidene, verborgene, oft unsichtbare Weise“.


Mit diesem Gleichnis wolle Jesus uns Vertrauen einflößen. In vielen Situationen im Leben könnten wir in der Tat entmutigt werden, weil wir die Schwäche des Guten im Vergleich zur scheinbaren Stärke des Bösen sähen. Und wir könnten uns von Misstrauen lähmen lassen, wenn wir merkten, „dass wir uns zwar bemüht haben, aber die Ergebnisse ausbleiben und sich die Dinge nicht zu ändern scheinen“.

Das Evangelium fordere uns auf, einen neuen Blick auf uns selbst und auf die Wirklichkeit zu werfen. Es fordere uns auf, größere Augen zu haben, die darüber hinaus zu sehen wissen, vor allem jenseits des Scheins, um die Gegenwart Gottes zu entdecken, der als demütige Liebe immer auf dem Terrain unseres Lebens und auf dem der Geschichte am Werk sei. Darin bestehe unser Vertrauen, „das ist es, was uns Kraft gibt, jeden Tag mit Geduld vorwärts zu gehen und das Gute zu säen, das Früchte tragen wird“. „Wie wichtig ist diese Einstellung auch, um gut aus der Pandemie herauszukommen!“, so Franziskus eindringlich: „das Vertrauen zu kultivieren, in Gottes Händen zu sein und uns gleichzeitig zu verpflichten, alles wieder aufzubauen und neu zu beginnen, mit Geduld und Beständigkeit“.

Auch in der Kirche könne das Unkraut des Misstrauens Wurzeln schlagen, besonders wenn wir Zeugen der Glaubenskrise und des Scheiterns verschiedener Projekte und Initiativen würden. Aber wir sollten nie vergessen, dass die Ergebnisse der Aussaat nicht von unseren eigenen Fähigkeiten abhingen: „sie hängen von Gottes Handeln ab“. Es liege an uns, zu säen, mit Liebe, Engagement und Geduld. Doch die Kraft des Samens sei göttlich. Jesus erkläre dies im anderen Gleichnis von heute: „der Bauer sät den Samen und merkt dann nicht, wie er Frucht bringt, denn es ist der Same selbst, der spontan wächst, bei Tag, bei Nacht, wenn er es am wenigsten erwartet“ (vgl. Mk 4,26-29). Bei Gott gebe es selbst in den trockensten Böden immer die Hoffnung auf neue Triebe.

„Möge uns die selige Jungfrau Maria“, so der Papst abschließend, „die demütige Dienerin des Herrn, lehren, die Größe Gottes im Kleinen zu sehen und die Versuchung der Entmutigung zu überwinden, indem wir jeden Tag auf ihn vertrauen“.

Nach dem Angelus erinnerte Franziskus an den Welttag gegen Kinderarbeit, der gestern begangen worden war: "Es ist nicht möglich, die Augen vor der Ausbeutung von Kindern zu verschließen, die des Rechts beraubt werden, zu spielen, zu lernen und zu träumen. Nach Schätzungen der Internationalen Arbeitsorganisation gibt es heute über 150 Millionen Kinder, die für Arbeit ausgebeutet werden: eine Tragödie! 150 Millionen: das entspricht in etwa allen Einwohnern von Spanien, zusammen mit Frankreich und zusammen mit Italien. Dies geschieht heute! So viele Kinder leiden darunter: ausgebeutet durch Kinderarbeit. Lasst uns gemeinsam die Bemühungen erneuern, diese Sklaverei unserer Zeit zu beseitigen".

 


Ihnen hat der Artikel gefallen? Bitte helfen Sie kath.net und spenden Sie jetzt via Überweisung oder Kreditkarte/Paypal!

 





Lesermeinungen

Um selbst Kommentare verfassen zu können müssen Sie sich bitte einloggen.

Für die Kommentiermöglichkeit von kath.net-Artikeln müssen Sie sich bei kathLogin registrieren. Die Kommentare werden von Moderatoren stichprobenartig überprüft und freigeschaltet. Ein Anrecht auf Freischaltung besteht nicht. Ein Kommentar ist auf 1000 Zeichen beschränkt. Die Kommentare geben nicht notwendigerweise die Meinung der Redaktion wieder.
kath.net verweist in dem Zusammenhang auch an das Schreiben von Papst Benedikt zum 45. Welttag der Sozialen Kommunikationsmittel und lädt die Kommentatoren dazu ein, sich daran zu orientieren: "Das Evangelium durch die neuen Medien mitzuteilen bedeutet nicht nur, ausgesprochen religiöse Inhalte auf die Plattformen der verschiedenen Medien zu setzen, sondern auch im eigenen digitalen Profil und Kommunikationsstil konsequent Zeugnis abzulegen hinsichtlich Entscheidungen, Präferenzen und Urteilen, die zutiefst mit dem Evangelium übereinstimmen, auch wenn nicht explizit davon gesprochen wird." (www.kath.net)
kath.net behält sich vor, Kommentare, welche strafrechtliche Normen verletzen, den guten Sitten widersprechen oder sonst dem Ansehen des Mediums zuwiderlaufen, zu entfernen. Die Benutzer können diesfalls keine Ansprüche stellen. Aus Zeitgründen kann über die Moderation von User-Kommentaren keine Korrespondenz geführt werden. Weiters behält sich kath.net vor, strafrechtlich relevante Tatbestände zur Anzeige zu bringen.


Mehr zu

Angelus

  1. Die Gnade der Eucharistie: essen und gesättigt werden
  2. Der Sinn von Christi Himmelfahrt. Zwei Handlungen: Ankündigung der Gabe des Geistes und Segen
  3. Frieden hinterlasse ich euch, meinen Frieden gebe ich euch!
  4. Hören, kennen, folgen
  5. Die Zeit, mit Jesus neu anzufangen, mit ihm hinauszufahren
  6. Auch wir sind wie Thomas
  7. Die Wahrheit, die uns frei macht
  8. Bekehren wir uns vom Bösen, entsagen wir der Sünde!
  9. Die Verklärung und die Gnade der Wachsamkeit
  10. Die Versuchungen und der Kampf gegen das Böse







Top-15

meist-gelesen

  1. Ostern 2027 in Rom - Große kath.net-Leserreise!
  2. Diözese Linz: In der Hälfte der Klassenzimmer in der Stadt Wels fehlten die Kreuze
  3. Christliche Eltern beten für den Mann, der ihre Töchter bei Autounfall tötete
  4. Ukrainischer Bischof: "Es gibt so unglaublich viel Leid"
  5. Ägyptisch-amerikanischer Pastor warnt vor ‚unheiliger Allianz‘ zwischen Linken und Islamisten
  6. Rom: "Krippe von Bethlehem" zu sehen
  7. Der Heilige und das Tier
  8. Papst versetzt umstrittenen Kurienkardinal Gambetti vom Petersdom in die Provinz
  9. US-Diözese führt Rosenkranzwochenende ein
  10. Das Houellebecq-Szenario: Wenn die politische „Mitte“ die Ränder großfüttert
  11. Vatikan bestätigt Sexualverbrechen des toten Ordensgründers Buela
  12. Vatikan genehmigte 2025 in 34 Diözesen die Feier der Alten Messe in Pfarrkirchen
  13. ‚Der Segen für Marie-Garance war auch ein Segen für ihre biologischen Eltern‘
  14. Warum der Todestag des Franz von Assisi nicht sein Gedenktag ist
  15. Der „Hirt des Hermas“: Als ein frühchristliches Erbauungsbuch hoch im Kurs stand

© 2026 kath.net | Impressum | Datenschutz