Login




oder neu registrieren?



Suche

Suchen Sie im kath.net Archiv in über 70000 Artikeln:








Top-15

meist-diskutiert

  1. Segnen geht anders
  2. Kardinal Müller: „Die sogenannte Interkommunion zementiert die Kirchenspaltung“
  3. US-Berater Fauci meint: Geistliche sollen Gläubige von Covid-Impfung überzeugen
  4. Vatikan für Zurückhaltung in US-Debatte um Kommunionempfang
  5. Juden-Haß und Islam-Verharmlosung 
  6. 1521 – 2021: zur Klärung der Begriffe. Schisma und Häresie
  7. Franziskus von "konservativen Kräften" gefangen?
  8. "Bischof" darf nicht zum Schimpfwort werden!
  9. Die Glaubenskongregation ist Stellvertretungsorgan des Papstes
  10. Was steckt eigentlich hinter dem ›Gender-Sternchen‹?
  11. China: Kein Zugang mehr zu Bibel-Apps und christlichen WeChat-Accounts
  12. Gewalt gegen Israel
  13. USA unter Biden steigen aus Lebens- und Familienschutzerklärung aus
  14. Frankreichs Bildungsminister verbietet Gendern an Schulen
  15. Maria 1.0 ruft deutsche Bischöfe zur Einheit mit Rom auf

Das Hohelied

10. April 2021 in Familie, 2 Lesermeinungen
Druckansicht | Artikel versenden | Tippfehler melden


Die Theologie des Leibes als Blog - Von C. Klaus - Dreizehnter Blog-Beitrag


Wien (kath.net)

Für alle Romantiker lohnt es sich dieses Buch aus dem Alten Testament zu lesen, das ein Liebeslied eines Brautpaares enthält. Es beschreibt die Schönheit der Liebe zwischen Mann und Frau mit den „Schmetterlingen im Bauch“ und dem Staunen darüber, wie wunderbar die geliebte Person vom Schöpfer geschaffen wurde. Dieses Staunen erinnert an die große staunende Bewunderung von Adam, als er Eva zum ersten Mal erblickte. Daher muss das Hohelied im Zusammenhang mit den ersten Kapitel der Genesis gelesen werden. Gott hat uns die „Sprache des Leibes“ geschenkt. Im Hohelied entsprechen die Worte der Brautleute, ihre Bewegungen, ihre Gesten und ihr ganzes Verhalten der inneren Regung ihres Herzens. So zeigt sich der ganze Reichtum der „Sprache des Leibes“.

Hier sind die ersten Verse des Liedes: 
„Mit Küssen seines Mundes bedecke er mich.
Süßer als Wein ist deine Liebe …
Zieh mich her hinter dir! Lass uns eilen! …“ (Hld 1,1 ff.)


Die Anziehungskraft zwischen Mann und Frau ruft im Herzen Liebe hervor. Die gegenseitige Bewunderung bezieht sich aber nicht nur auf den Leib, sondern auf die ganze Person.

„Schön bist du, meine Freundin, ja, du bist schön.
Zwei Tauben sind deine Augen.“ (Hld 1,15)

Tauben waren zur damaligen Zeit ein Symbol für die Treue, da ein Taubenpaar sein ganzes Taubenleben lang zusammenbleibt. Die Taube ist auch ein Symbol für Frieden und Reinheit. Die Augen sind der Spiegel der Seele.

Das Liebesduett drückt nicht nur die Ekstase der Liebe, sondern auch gegenseitiges Lob, Wertschätzung, Einfühlsamkeit und Dankbarkeit aus. In einer Ehe sind gegenseitige Bewunderung, Anerkennung und Akzeptanz sehr wichtig. Das bedeutet, nicht alles besser zu wissen und den anderen nicht umerziehen zu wollen. Liebe ermutigt und baut auf. Lieben heißt, die wahren Bedürfnisse des anderen zu erforschen und versuchen sie zu stillen, auch wenn es den Verzicht auf eigene Bedürfnisse erfordert.

Manche Metaphern des Hoheliedes sind für uns ungewöhnlich, da sie z.B. dem Leben der Hirten entnommen sind.

„Deine Brüste sind wie zwei Kitzlein,
wie die Zwillinge einer Gazelle,
die in den Lilien weiden.“ (Hld, 4,5)

Der Bräutigam nennt seine Braut „Schwester“. Dadurch wird ausgedrückt, dass beide Kinder Gottes und nach seinem Ebenbild geschaffen sind. Daraus ergibt sich ein besonderes Zusammengehörigkeitsgefühl. Die Einheit im Menschsein wird ausgedrückt, aber auch die Unterschiedlichkeit des Geschlechts. Er nennt sie auch „Freundin“, da eine freundschaftliche Beziehung die beste Grundlage für eine Liebesbeziehung ist.

„Verzaubert hast du mein Herz, meine Schwester, meine Braut;
ja verzaubert hast du mein Herz mit einem Blick deiner Augen,
mit einer Perle deiner Halskette.
Wie schön ist deine Liebe, meine Schwester, meine Braut“ (Hld 4,9-10)

Die personale Würde der Braut wird auch dadurch ausgedrückt, dass sie der Bräutigam als einen „verschlossenen Garten“ und einen „versiegelten Quell“ bezeichnet. Sie ist die Herrin ihres eigenen weiblichen Geheimnisses und schenkt sich ihrem Bräutigam, für den sie sich entschieden hat. Beide sind sich bewusst, dass sie einander gehören und füreinander bestimmt sind. „Mein Geliebter ist mein, und ich bin sein“ (Hld 2,16). Liebe ist nicht primär ein Gefühl, sondern vor allem eine Entscheidung. Das Liebesgefühl kann in schwierigen Zeiten nicht spürbar sein. Dann wird das Paar durch seine Entscheidung füreinander zusammengehalten, bis die Krise überwunden und das Gefühl zurückgekehrt ist. Nur so kann die Liebe von Dauer sein.

„Auch mächtige Wasser können die Liebe nicht löschen;
Auch Ströme schwemmen sie nicht weg.
Böte einer den ganzen Reichtum seines Hauses,
im Tausch für Liebe,
nur verachten würde man ihn“ (Hld 8,7) .


Ihnen hat der Artikel gefallen? Bitte helfen Sie kath.net und spenden Sie jetzt via Überweisung oder Kreditkarte/Paypal!

 





Lesermeinungen

 Fink 11. April 2021 
 

Das "Hohelied" im alten Testament hat eine symbolische- allgegorische Bedeutung !

Nämlich: Das "Liebesverhältnis" zwischen Gott (Jahwe) und seinem auserwählten Volk Israel (später durch Christus erweitert auf alle Getauften).
Und nur deswegen ("trotz" der enthaltenen Erotik) haben Juden es in ihre Bibel aufgenommen und die frühen Christen es als Bestandteil des Alten Testaments übernommen.
Es ist mir (als Nicht-Theologen)neu, dass es auch wörtlich- im Textsinn- für die Theologie des Leibes verwendet werden kann.


0

0
 
 J. Rückert 10. April 2021 
 

Die Zeiten sind anders

Keine Frau möchte heute mit einer edlen Stute im Stall des Pharao verglichen werden.


0

0
 

Um selbst Kommentare verfassen zu können müssen Sie sich bitte einloggen.

Für die Kommentiermöglichkeit von kath.net-Artikeln müssen Sie sich bei kathLogin registrieren. Die Kommentare werden von Moderatoren stichprobenartig überprüft und freigeschaltet. Ein Anrecht auf Freischaltung besteht nicht. Ein Kommentar ist auf 1000 Zeichen beschränkt. Die Kommentare geben nicht notwendigerweise die Meinung der Redaktion wieder.
kath.net verweist in dem Zusammenhang auch an das Schreiben von Papst Benedikt zum 45. Welttag der Sozialen Kommunikationsmittel und lädt die Kommentatoren dazu ein, sich daran zu orientieren: "Das Evangelium durch die neuen Medien mitzuteilen bedeutet nicht nur, ausgesprochen religiöse Inhalte auf die Plattformen der verschiedenen Medien zu setzen, sondern auch im eigenen digitalen Profil und Kommunikationsstil konsequent Zeugnis abzulegen hinsichtlich Entscheidungen, Präferenzen und Urteilen, die zutiefst mit dem Evangelium übereinstimmen, auch wenn nicht explizit davon gesprochen wird." (www.kath.net)
kath.net behält sich vor, Kommentare, welche strafrechtliche Normen verletzen, den guten Sitten widersprechen oder sonst dem Ansehen des Mediums zuwiderlaufen, zu entfernen. Die Benutzer können diesfalls keine Ansprüche stellen. Aus Zeitgründen kann über die Moderation von User-Kommentaren keine Korrespondenz geführt werden. Weiters behält sich kath.net vor, strafrechtlich relevante Tatbestände zur Anzeige zu bringen.


Mehr zu

Ehe

  1. Wie viele Schweizer Katholiken werden ihre Stimme gegen die Fake Ehe erheben?
  2. Papst: Eherichter müssen Wohl der Familie im Blick haben
  3. Die Liebe Gottes als Vorbild für das Liebesleben
  4. Er gab ihnen das Gesetz des Lebens zum Erbe
  5. Natürliche Empfängnisregelung oder Verhütungsmittel?
  6. Die Sprache des Leibes in der Wahrheit wiederlesen
  7. Das Buch Tobit – die Liebe als Bewährungsprobe
  8. Die Ehe als das ursprünglichste Sakrament
  9. Die Erlösung des Leibes
  10. Zur Liebe und Reinheit des Herzens berufen








Top-15

meist-gelesen

  1. kath.net-Gewinnspiel 2021: Gewinnen Sie eine ROMREISE!
  2. „Alle Reformen der Kirche werden kein Heil bringen!“
  3. Segnen geht anders
  4. Osterspende für kath.net - Wir brauchen JETZT Ihre Hilfe!
  5. Maria 1.0 ruft deutsche Bischöfe zur Einheit mit Rom auf
  6. "Kraft apostolischer Vollmacht errichte ich den laikalen Dienst des Katecheten"
  7. 1521 – 2021: zur Klärung der Begriffe. Schisma und Häresie
  8. Kardinal Müller: „Die sogenannte Interkommunion zementiert die Kirchenspaltung“
  9. Franziskus von "konservativen Kräften" gefangen?
  10. Juden-Haß und Islam-Verharmlosung 
  11. Was steckt eigentlich hinter dem ›Gender-Sternchen‹?
  12. "Biedern Sie sich nicht der Welt und ihren falschen Wegen an!"
  13. Sonst kann jeder tun, was ihm entspricht
  14. Erzbischof Gänswein weiht Priester in Altötting
  15. Die Glaubenskongregation ist Stellvertretungsorgan des Papstes

© 2021 kath.net | Impressum | Datenschutz