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Durch die Taufe Kinder Gottes für immer

10. Jänner 2021 in Aktuelles, 8 Lesermeinungen
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Franziskus: in jeder Geste des Dienens, in jedem Werk der Barmherzigkeit, das wir tun, offenbart sich Gott und richtet seinen Blick auf die Welt. Die Gotteskindschaft: die tiefste Identität des Christen. Von Armin Schwibach


Rom (kath.net/as) Angelus am Fest der Taufe des Herrn. Dieses Jahr wurden aufgrund der Corona-Maßnahmen die Kindertaufen in der Sixtinischen Kapelle ausgesetzt. Leider kam es nicht einmal zu einer symbolischen Taufe in den enormen Räumen der Kappelle. Die Leere blieb.

Vor ein paar Tagen hätten wir Jesus als Kind verlassen, so der Papst in seiner Katechese vor dem Mittagsgebet, das von den Sterndeutern besucht worden sei. Jetzt fänden wir ihn als Erwachsenen am Ufer des Jordans wieder. Die Liturgie lasse uns einen Sprung von etwa dreißig Jahren machen, dreißig Jahre, von denen wir eines wüssten: „es waren Jahre des verborgenen Lebens, die Jesus in seiner Familie verbrachte, seinen Eltern gehorchend, studierend und arbeitend“. Es sei auffallend, dass der Herr den größten Teil seiner Zeit auf der Erde auf diese Weise verbracht habe, indem er den Alltag gelebt habe, ohne in Erscheinung zu treten. Es sei dies eine schöne Botschaft für uns: sie offenbare uns die Größe des Alltäglichen, die Bedeutung in Gottes Augen jeder Geste und jedes Augenblicks des Lebens, selbst des einfachsten und verborgensten.

Nach diesen dreißig Jahren des verborgenen Lebens beginne das öffentliche Leben Jesu. Und es beginne genau mit seiner Taufe im Fluss Jordan. „Aber warum hat sich Jesus taufen lassen?“, fragte sich der Papst. Die Taufe des Johannes habe in einem Bußritus bestanden, sie sei ein Zeichen des Willens zur Umkehr gewesen und habe um Vergebung für die eigenen Sünden gebeten. Jesus hätte das sicher nicht nötig gehabt. Tatsächlich versuche Johannes der Täufer, sich dem zu widersetzen, aber Jesus bestehe darauf, weil er mit den Sündern zusammen sein wolle. Deshalb stelle er sich zu ihnen und vollziehe die gleiche Handlung wie sie. Er gehe hinunter an den Fluss, um in unseren gleichen Zustand einzutauchen. Die Taufe bedeute nämlich genau genommen ein „Untertauchen“.


Am ersten Tag seines Wirkens biete uns Jesus also sein „programmatisches Manifest“ an. Er sage uns, dass er uns nicht von oben herab rette, mit einer souveränen Entscheidung oder einem Akt der Gewalt, sondern indem er zu uns komme und unsere Sünden auf sich nehme. So überwinde Gott das Böse der Welt: „indem er sich erniedrigt und es auf sich nimmt“. Es sei dies auch die Art und Weise, wie wir andere aufrichten könnten: nicht indem wir urteilten, nicht indem wir ihnen sagten, was sie tun sollten, sondern indem wir ihnen nahe seien, indem wir Gottes Liebe teilten. Die Nähe sei der Stil Gottes.

Nach dieser Geste des Mitleids Jesu geschehe etwas Außergewöhnliches. Der Himmel öffnt sich und die Dreifaltigkeit werde schließlich offenbart. Der Heilige Geist komme in Gestalt einer Taube herab (vgl. Mk 1,10) und der Vater sage zu Jesus: „Du bist mein geliebter Sohn, an dir habe ich Wohlgefallen gefunden“ (V. 11). Gott offenbare sich, wenn die Barmherzigkeit erscheine, denn das sei sein Antlitz. Jesus werde zum Knecht der Sünder und als Sohn verkündet. Er senke sich zu uns herab und der Geist komme auf ihn herab. Liebe rufe nach Liebe. Das gelte auch für uns: „in jeder Geste des Dienens, in jedem Werk der Barmherzigkeit, das wir tun, offenbart sich Gott und richtet seinen Blick auf die Welt“.

Doch noch bevor wir etwas täten, sei unser Leben von der Gnade geprägt, die über uns gekommen sei. Wir seien umsonst gerettet worden. Die Erlösung sei unentgeltlich: "sie  ist ein freier Akt der Barmherzigkeit Gottes uns gegenüber. Sakramental geschieht dies am Tag unserer Taufe; aber auch diejenigen, die nicht getauft sind, empfangen immer Gottes Barmherzigkeit, denn Gott ist da und wartet, bis sich die Türen der Herzen öffnen. Er nähert sich, ich möchte sagen, er liebkost uns mit seiner Barmherzigkeit".

„Möge uns die Gottesmutter, zu der wir jetzt beten“, so der Papst abschließend, „helfen, unsere Identität zu bewahren,, das heit unsere Identiät als diejenigen, die Erbarmen erfuhren, was die Grundlage unseres Glaubens und Lebens ist“.

Nach dem Angelus erinnerte der Papst an die Situtation der Vereinigten Staaten und mahnte zur "Kultur der Begegnung". Franziskus wünschte dann allen Täuflingen alles Gute:

"Ich richte einen herzlichen Gruß an das Volk der Vereinigten Staaten von Amerika, das durch die jüngste Belagerung des Kongresses erschüttert wurde. Ich bete für diejenigen, die in diesen dramatischen Momenten ihr Leben verloren haben – fünf  von ihnen. Ich wiederhole, dass Gewalt immer selbstzerstörerisch ist. Mit Gewalt wird nichts gewonnen und so viel verloren. Ich fordere die Behörden des Staates und die gesamte Bevölkerung auf, ein hohes Verantwortungsbewusstsein zu bewahren, um die Seelen zu beruhigen, die nationale Versöhnung zu fördern und die in der amerikanischen Gesellschaft verwurzelten demokratischen Werte zu schützen. Möge die Unbefleckte Jungfrau, Patronin der Vereinigten Staaten von Amerika, helfen, die Kultur der Begegnung, die Kultur der Fürsorge als Weg zum Aufbau des Gemeinwohls lebendig zu halten . Und möge sie dies mit allen tun, die in diesem Land leben".

 


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Lesermeinungen

 lakota 11. Jänner 2021 
 

Barmherzigkeit...

es tut mir leid, aber dieses Wort hat für mich einen bitteren Beigeschmack. Immer wenn ich P.Franziskus von Barmherzigkeit reden höre, denke ich an Kardinal Zen.


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 Federico R. 11. Jänner 2021 
 

@phillip

Ne ne ne - an alles, was p.Franziskus sagt, glaube ich sicher nicht. Aber wenn ich manches Mal das Gefühl habe, es könnte vom papa emeritus verfasst worden sein, dann glaube ich's schon eher.


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 Zeitzeuge 11. Jänner 2021 
 

Dislike(s) für das unfehlbare Lehramt der kath. Kirche,

hier die Dogmen des Konzils von Trient,
sagen einiges aus über die "theologische"
Richtung der Absender!


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 phillip 11. Jänner 2021 
 

Anfrage an Frederico R

Glauben Sie denn noch an das alles, was der aktuelle Inhaber des Stuhles Petri sagt und tut? Für mich hat diese Person jegliche auctoritas verloren und besitzt lediglich nur noch potestas als Papst.


3

2
 
 Zeitzeuge 11. Jänner 2021 
 

Mit dem Verlust der heiligmachenden Gnade geht auch die übernatürliche

Gotteskindschaft des Gerechtfertigten verloren.

Mehr über die Dogmen der Mitwirkung, der

Möglichkeit

des Widerstandes gegen die Gnade, den Verlust

des Gnadenstandes, die Vermehrung der Gnade

durch übernatürlich gute Werke vgl. das Dekret

des Konzils von Trient mit den entsprechenden

Dogmen bzgl. der Rechtfertigung!

Sola gratiae ist ein Postulat der Reformatoren,

das Dekret des Konzils von Trient die katholische,

dogmatisch verpflichtende Antwort hierauf.

www.kathpedia.com/index.php?title=Cum_hoc_tempore


4

1
 
 Federico R. 10. Jänner 2021 
 

Durch die Taufe (sind wir) Kinder Gottes für immer!

Gut so, diese Überschrift. Ein Bekenntnis, ein Postulat. Doch wie geht das zusammen mit „Fratelli tutti“ oder zur Erklärung von Abu Dhabi oder zu manch anderen Franziskus-Äußerungen? Ich denke da speziell an Brüder und Schwestern, an Geschwisterlickeit.


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 Stefan Fleischer 10. Jänner 2021 

@Federico R

Auch in der Homilie in jener Heiligen Messe, in welche es mich durch Corona verschlagen hatte, ging der Priester auf diese Stelle der Schrift ein. Doch dass die Heilige Familie gar nicht so heilig gewesen sei, das sagte er nicht. Im Gegenteil. Er stellt sie uns als grosses Vorbild vor Augen, als ein Ideal, dem wir nachzueifern hätten, auch wenn uns dies nie vollständig gelingen würde. Er erinnerte uns daran, dass Heiligkeit hier auf Erden nie ein Schweben auf Wolke sieben sei, sondern sich im Alltag, in Freud und im Leid, und guten wie in bösen Tagen, beweisen müsse einerseits und dass andererseits wir Gott, unserem Herrn, vertrauen müssten, auch wenn wir ihn einmal gar nicht mehr verstehen. Eine solche Alltagsheiligkeit zeige sich in dieser Szene sehr schön.
So gesehen kann in dieser Geschichte von «Fetzen fliegen» sicher nicht die Rede sein.


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 Federico R. 10. Jänner 2021 
 

Die Liturgie lasse uns einen Sprung von etwa dreißig Jahren machen, ...

... dreißig Jahre, von denen wir eines wüssten: „Es waren Jahre des verborgenen Lebens, die Jesus in seiner Familie verbrachte, seinen Eltern gehorchend, studierend und arbeitend“. Soweit Papst Franziskus.

Unser Herr Gemeindepfarrer sagte vor einem Jahr etwas anderes: Die Heilige Familie sei gar nicht so heilig gewesen, wie man gemeinhin annehme. "Da sind auch schon mal die Fetzten geflogen." Das sagte er in seiner Homilie über den Evangeliumsbericht zur Wiederauffindung Jesu im Tempel. So kann man das Evangelium auch interpretieren. Es gab sogar ein paar zustimmende Lacher.


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