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„Träumer, Kämpfer, Gentleman“ oder: Eine „Männerfibel“ kann auch für Frauen interessant sein

28. November 2020 in Buchtipp, 2 Lesermeinungen
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Eine Rezension von Gudrun Trausmuth


Linz (kath.net)

Zunächst war ich wirklich nicht sicher, ob mich „Träumer, Kämpfer, Gentleman“ anspricht: Da war der Werbefilm, der mir bei aller Professionalität und filmischer Schönheit einfach doch zu sehr um männliche Ästhetik kreiste … - Und dann habe ich endlich das Buch, um das es geht, schlage es zufällig genau beim Vorwort von Bischof Athanasius Schneider auf und lese hier: „Liebe Burschen und Männer!“ – Hm, als selbstkritische Leserin fange ich natürlich zu skrupeln an: Darf ich das nun überhaupt lesen, ich bin als Frau ja hier eindeutig nicht gemeint….? Tant pis!, mein Kampfgeist regt sich, und ich bleibe im Folgenden der Motivation treu, die überhaupt erst mein Interesse auf das Buch von P. Philipp Karasch und Daniel Plassnig geweckt hat:  der Eindruck, dass es nach Jahrzehnten der Schwächung der Männlichkeit und Weiblichkeit, gut und sinnvoll ist, über Mann und Frau nachzudenken. Dass es in der „Männerfibel“ ausschließlich um den Mann geht – ok, sei’s drum. Auch wenn ich persönlich einem Ansatz mehr abgewinnen kann, der davon ausgeht, dass das eine Geschlecht nicht ohne das andere zu verstehen ist, so komplementär und so aufeinander bezogen sind Mann und Frau.

Dass die Autoren mit Autoritätsanspruch auftreten, signalisiert schon das Zurückgreifen auf die „Fibel“, wenn es im Untertitel um die Festlegung des Genres geht: Hier geht es um Grundlagen, die systematisch und in der klaren Intention des Belehrens vermittelt werden sollen. Das wieder in Mode gekommene Lesebändchen markiert die aktuelle Station des Lehrpfades der Männlichkeit. Soweit, so gut. Nach Jahren großflächiger „Abwesenheit der Väter“ ist das prononcierte Meister-Schüler-Verhältnis als Textur eines Sachbuches durchaus reizvoll, vielleicht mittlerweile auch in positivem Sinne provokant. Wer damit nicht so gut kann, nehme es wenigstens als großzügig zur Verfügung gestellten Reibebaum – wir brauchen ja Personen und Texte, die uns widerstehen, um wachsen zu können.


Noch immer sind wir nicht beim Inhalt;  tatsächlich ist die Fülle an Paratexten von „Träumer, Kämpfer, Gentleman“ auffallend: Widmungen, Motti, Geleitwort, Vorwort, dann nach dem Textcorpus, „Empfohlene Lektüre“, Gebete …. Ein interessanter Rahmen, der eine eigene Hermeneutik verdiente, genauso wie die farbigen Illustrationen von Giampero Celani. Dass Ernst Jüngers Diktum „Zum Teufel mit einer Zeit, die uns den Mut und die Männer nehmen will“ nicht nur als Motto fungiert, sondern auch auf der Buchrückseite noch einmal auftaucht, signalisiert nicht nur eine berechtige Hochachtung in Richtung des unvergleichlichen Stilisten und Ästheten Ernst Jünger und eine gewisse Vorliebe für das Pointierte, das militärisch Knappe, sondern auch die Tendenz zur offensiven Zeitkritik.

Das „Vademecum für junge Männer“ wie eine Selbstbeschreibung des Bandes auch lautet, möchte eine „alternative Gegenbewegung zu einer hedonistischen und indifferenten Lebenshaltung“ sein. Manifest einer solchen Gegenbewegung ist die „Männerfibel“ mit Sicherheit; zugänglich sicher nicht für jedermann. Manche der verschiedenen Welten, in denen die Menschen leben, sind kaum mehr zu vereinen, das wird mit Blick in den Text klar:  Nicht-Gläubigen oder jenen, die etwa die kirchliche Lehre zur Sexualität nicht teilen, wird schon Einiges abverlangt. Dass die Autoren das wagen, gefällt mir aber, jedenfalls trauen Karasch und Plassnig nicht nur der kirchlichen Lehre immer noch Anziehungskraft zu, sondern auch dem Mann Erkenntnisfähigkeit und Konsequenz. Und natürlich gibt es ja auch die Möglichkeit des mutigen Sprunges, ein radikales Sich-Einlassen auf das Unbekannte, das Herausfordernde, das Abenteuer … Wirf Dein Herz voran! – auch das kann ein Weg sein für den Mann als „Träumer, Kämpfer, Gentleman“

Wenn die Männerfibel im Inhaltsverzeichnis ihre Kategorien vorstellt – Vaterschaft, Identität, Ordnung, Vaterlandsliebe, Ritterlichkeit, Gemütshaltung … - so ist spätestens hier klar, dass die Autoren jedenfalls kein Problem haben, sich mit Werten, die nicht im Mainstream liegen, zu exponieren. Ihre Methodik ist so einfach wie anziehend: in der Überzeugung, dass Männer Vorbilder brauchen, beginnt jeder Fibeleintrag mit der Vorstellung eines Heiligen, Widerstandskämpfers, Märtyrers, Vaters … -  mit Hilfe dessen dann auch über die entsprechende Tugend reflektiert wird. So wird etwa die Kategorie „Stolz“ mit Claus Schenk Graf von Stauffenberg (1907-1944) reflektiert, der insofern besonders hervorgehoben wird, als auch das Cover des Bandes sein Porträt zeigt. Der Hitler-Attentäter als role-model – in vielerlei Hinsicht reichlich kühn!  Überhaupt fällt die Mischung von heiligen und – wie auch immer – „kämpfenden“ Männern auf. Heroismus wird großgeschrieben. Auch Ritterlichkeit, was ich übrigens besonders sympathisch finde; jedenfalls ist hier der unsichere Softie, der sich nicht mehr traut, einer Frau in den Mantel zu helfen oder  ihr die Tür aufzuhalten, sicher keine Option. Mögen doch in einer hoffentlich nahen, post-coronösen Zeit auch noch andere Gesten der Ritterlichkeit und männlichen Fürsorge eine Renaissance feiern!

Natürlich, Manches in der „Männerfibel“ kommt schon recht hart und harsch daher, doch wenn man es dem konturlosen und situationselastischen Gebaren gegenübergestellt, mit dem wir es heute so oft zu tun haben, ist hier alles wohltuend klar und deutlich. Es beruht auf großer Belesenheit, festem Glauben und dem Willen, andere weiterführen zu wollen. Auch wenn man bei Manchem nachfragen möchte, so überwiegt doch das gute Gefühl, es mit einer gnadenlos ehrlichen Auseinandersetzung zu tun zu haben, dessen Fundament klar ist: „Unsere erste Identität ist immer das Christentum, welches nicht nur ein kulturelles Moment darstellt, sondern uns die Erkenntnis der Ebenbildlichkeit Gottes vermittelt und den wahren Wert unseres Lebens offenbart.“

Von Gudrun Trausmuth

kath.net Buchtipp
Träumer, Kämpfer, Gentleman
von Daniel Plassnig; Philipp Maria Karasch
Vorwort von: Athanasius Schneider
114 Seiten; 190 cm x 120 cm
2020 Wolff Verlag
ISBN: 978-3-941461-41-3
Preis: Euro 19,90


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Lesermeinungen

 Stanley 28. November 2020 
 

@Chris2

Damals kannte Herr Habebeck die erneuerten ersten beiden Strophen unserer Nationalhymne noch nicht.
Unter

https://www.direktzu.de/kanzlerin/messages/erneuerung-der-strophen-1-und-2-der-deutschen-nationalhymne-83831#:~:text=%20hiermit%20schlage%20ich%20folgende%20neue%20Strophen%201,2%20Edle%20Tat%20soll%20uns%20erbauen%20More%20

jeder den Textvorschlag lesen bzw. singen.


1
 
 Chris2 28. November 2020 
 

"Vaterlandsliebe"?

Da fällt mir ein anderer, nicht mehr ganz so junger, Mann ein: "Patriotismus, Vaterlandsliebe also, fand ich stets zum Kotzen. Ich habe mit Deutschland noch nie etwas anzufangen gewusst und weiß es bis heute nicht". So schrieb der nächste "grüne" Vize- oder gar Kanzler Habeck vor 10 Jahren, als Landtagsabgeordneter bereits fleißig Steuergelder hart arbeitender Bürger einkassierend. Wahrlich ein würdiger Nachfolger - und sicherlich auch in vielem anderem das Gegenteil dessen, was in diesem Buch noch hochgehalten wird...


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