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Die Welt braucht integere Männer

1. September 2012 in Buchtipp, 4 Lesermeinungen
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Im Wort Gottes heißt es klar, dass wir dazu berufen sind, das geistliche Oberhaupt unserer Familie zu sein. Leider zögern die meisten Männer damit. - Leseprobe aus 'Männer sind anders' von Larry Richards


Pittsburgh (kath.net) Kurz nach jenem Vortrag fragte mich einer meiner Studenten, ob wir gemeinsam zu Mittag essen könnten. Dieser Junge war nicht katholisch; er war aber für mich immer schon wie ein Sohn gewesen. Als er in mein Auto einstieg, sagte er zuerst: „Herr Pfarrer, Sie werden gleich wütend werden.“

„Ich – wütend?“, fragte ich ihn und fuhr fort: „Ist deine Freundin schwanger?“ Ich stelle immer zuerst diese Frage, aber ich werde sicher deswegen nicht wütend, denn gegebenenfalls steht ein Leben auf dem Spiel, um das wir uns kümmern müssen.
„Nein, nein“, meinte er, „aber Sie werden trotzdem gleich wütend werden.“
„Warum denn?“

„Meine Freundin ist bei mir eingezogen“, sagte er und duckte sich für den Fall, dass ich ihm einen Stoß versetzen würde.
„Ich bin wütend!“, rief ich aus, zwang mich aber zur Selbstbeherrschung und verpasste ihm kein blaues Auge.

Es folgte jedoch eine eineinhalbstündige Diskussion, in der ich an ihn appellierte, jener Mann zu sein, zu dem ihn Gott berufen hat. Ich sagte: „Mein Sohn, warum sagst du, du liebst sie so sehr – und dann bringst du ihre Seele in die Gefahr der Verdammnis, wenn du Geschlechtsverkehr mit ihr hast?“
„Hm, also …“, murmelte er.

„Der Lohn der Sünde ist der Tod“ (Röm 6,23), führte ich aus. „Nun hör zu. Du bist der Mann. Du bist das geistliche Oberhaupt in deiner Beziehung.“ Das ist die Realität. Im Wort Gottes heißt es klar, dass wir dazu berufen sind, das geistliche Oberhaupt unserer Familie zu sein. Leider zögern die meisten Männer damit.


Ich fuhr fort: „Wie willst du, mein Sohn, jemals das geistliche Oberhaupt deiner Familie sein, wenn du deinen Kindern sagen musst – falls Gott euch mit Kindern segnet –, dass du drei Jahre lang mit ihrer Mutter zusammengelebt und dich nicht um ihre Seele gekümmert hast und es dir mehr darum ging, sexuellen Genuss zu haben?

In der Bibel steht: ‚Weder Unzüchtige noch Götzendiener, weder Ehebrecher (…) werden das Reich Gottes erben‘ (1 Kor 6,9). Ich erfinde dies nicht.“ Schließlich sagte ich ihm noch: „Mein Sohn, du musst ein richtiger Mann werden. Höre mit deinen Ausreden auf!“
Nach ungefähr einer Stunde und fünfzehn Minuten sagte er: „Ja, ich denke, ich sollte ein richtiger Mann werden.“
„Ja genau, du musst ein Mann sein!“

Bevor er nach Hause ging, bemerkte er noch: „Bitte, Herr Pfarrer, geben Sie nicht nach! Fordern Sie mich weiterhin heraus, damit ich der Mann werden kann, zu dem Gott mich berufen hat!“

Wie großartig! Obwohl dieser Junge sündigte, nahm er das Risiko auf sich, mir davon zu erzählen. Aber er war hierzu doch Manns genug, weil er tief in seinem Herzen wusste, dass seine Entscheidung falsch war. Zum Schluss fragte ich ihn aus Neugier: „Was meinten deine Eltern dazu, als sie hörten, dass du jetzt mit deiner Freundin zusammenwohnst?“
„Sie sind nicht glücklich darüber, aber sie haben auch kein Problem damit“, antwortete er.

Ich weinte in meinem Innern bitterlich. Dann sagte ich ihm, warum ich ihn zur Rede gestellt hatte. „Mein Sohn, du bedeutest mir so viel, dass ich dir die Wahrheit sagen musste.“

Wir müssen in Liebe die Wahrheit sagen. Liebst du die Menschen genug, um ihnen die Wahrheit zu sagen, auch wenn sie nicht gefragt ist? Stelle jene, die du liebst, zur Rede!

Als ich diesen Jungen während unseres gemeinsamen Mittagessens ganz schön herausforderte, mit ihm Klartext redete, ja ihn mit Nachdruck rügte, hörte ich keinen Moment auf, ihn zu lieben. Ich habe ihn auch nicht verurteilt. Ich habe verurteilt, was er tat, jedoch mochte ich ihn so gerne, dass ich ihn aufforderte, mit dieser Lebensweise nicht fort zu fahren.

Lebst du als rechtschaffener Mensch? Ein rechtschaffener Mann zu sein bedeutet, dass du dies wirklich lebst, unabhängig davon, wo du dich befindest. Es bedeutet, dass du überall gleich handelst: in der Kirche, bei der Arbeit, bei deiner Familie und wenn du allein bist.

Die Welt braucht integere Männer. Ein rechtschaffener Mann verhält sich untadelig. Dies nennt man Charakter. Ein guter Charakter zeigt sich in deinem Handeln, auch wenn niemand zuschaut.


Larry Richards
Männer sind anders
Die Bibel gibt Auskunft.
(Originaltitel: Be a man! - Becoming the man God created you to be)
Verlag Media Maria, 2012
239 Seiten
ISBN 978-3-9814444-1-4
€ 16,40

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Foto: © Media Maria Verlag


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Lesermeinungen

  2. September 2012 
 

EINFACH SUPER:-)

1 Petr 3,1 Ebenso sollt ihr Frauen euch euren Männern unterordnen, damit auch sie, falls sie dem Wort (des Evangeliums) nicht gehorchen, durch das Leben ihrer Frauen ohne Worte gewonnen werden,

Gottes und Marien Segen


1
 
  1. September 2012 
 

Schein trügt,

denn Männer sind zwar nach Aussen bestimmend und fordernd, aber im Inneren sehr verunsichert; das kommt in diesem Gespräch zwischen Priester und Suchendem sehr gut zum Ausdruck.
Was die Verfehlungen gegen das sechste Gebot betrifft, habe ich etwas entdeckt, wo der Ansatz zur wahren Liebe noch einen Schritt vorher ansetzt, um nicht in Situationen zu geraten, die dann eine Eigendynamik entwickeln: http://www.kathtube.com/player.php?id=19290


1
 
 Herbert Klupp 1. September 2012 
 

Das kleinste Problem

Alles was im Artikel ausgeführt wird ist \"eigentlich\" richtig. Aber wenn man dieses \"Problem\" (die junge Liebe \"brennt durch\" statt warten zu können) mit den anderen \"Hämmern\" unserer Tage vergleicht: Abtreibung, Islamausbreitung, Terror, Kriege, Hunger, Gender-Politik, Medien-\"Gleichschaltung\" (antirömische, sozialistische, selbsthasserische, Klimaschwindel) u.v.a.m. - dann ist dieses \"Problem\" KEINES mehr.

Jedenfalls, wenn sich herausstellt, daß diese \"frühe Liebe\" eben erst etwas später zur Ehe und Familie und Kindern und lebenslanger Treue führt.


4
 
 Karlmaria 1. September 2012 

Ein rechtschaffener Mann verhält sich untadelig?

Vor einiger Zeit kam in Kathnet ein Beitrag, dass in Australien auf 19 heiratswillige Frauen nur ein Mann kommt. Wenn man entsprechende Maßstäbe anlegt, dann ist das Verhältnis 1:19 vielleicht auch in Deutschland vorhanden. Wenn dann der Mann noch so viel verdienen soll, dass er problemlos eine große Familie ernähren kann dann ist das Verhältnis noch viel schlechter. Dafür habe ich auch keine Lösung im Ärmel. Ein Lösungsansatz ist, von übertriebenen Erwartungen herunterzukommen. Wenn ich z. B. die Reaktionen sehe, wenn Seelsorger Homosexuelle zuerst einmal von den häufigen Partnerwechseln herunterbringen wollen und sie daran gewöhnen wollen, in einer stabilen Partnerschaft mit Verantwortung zu leben und dann kommt gleich die Reaktion, dass dieser Schritt auch übersprungen werden soll. Schön wärs, nur klappen muss das auch. Ich bin ja auch nicht untadelig! Aber ich höre nicht auf zu kämpfen!


3
 

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