Login




oder neu registrieren?


Suche

Suchen Sie im kath.net Archiv in über 70000 Artikeln:







Top-15

meist-diskutiert

  1. IRRE! – „LifeSiteNews“ postet Papst-Bild mit Henkerstrick auf X
  2. BREAKING NEWS - Der Papst hat Lungen-Krebs!
  3. Kardinal Marx meint: "Die Kirche ist kein sinkendes Schiff, sie wird nur umgebaut"
  4. 25 Jahre KATH.NET: Kardinal Müller wird Schirmherr, Peter Seewald journalistischer Berater!
  5. „Warum bin ich Christ“
  6. Deutsche Caritas-Präsidentin fordert CDU-Annäherung an 'Die Linke'
  7. Böhmermann verhöhnt in seiner Sendung Jesus Christus
  8. Was auch immer Synodalität sein soll
  9. Meghan Markle-Fans ‚terrorisieren‘ Priester wegen Kritik an ihrem Adventskalender
  10. Was eine Messe wiegt
  11. 'Christen können Todesstrafe in gutem Gewissen ablehnen'
  12. 'Wenn ich zurückkönnte, würde ich sie wieder wählen – genau wie sie sind'
  13. Papst ab Dienstag im Gemelli-Krankenhaus
  14. 'The Chosen': Sechste Staffel ab Dezember auf Netflix
  15. Wenn dir beim Rosenkranzgebet der Zahnarzttermin einfällt

Bischof Voderholzer: „Sie traten ein für Wahrheit und Menschlichkeit“

27. April 2020 in Chronik, 2 Lesermeinungen
Druckansicht | Artikel versenden | Tippfehler melden


„Domprediger Maier gehört zu den über 8000 Geistlichen, die im Dritten Reich ins Visier der Nationalsozialisten geraten waren; das ist ein Drittel des damaligen Welt- und ein Fünftel des Ordensklerus, allein in Deutschland.“


Regensburg (kath.net/pbr) In einem Pontifikalamt im Hohen Dom St. Peter hat Bischof Dr. Rudolf Voderholzer am Freitagabend Domprediger Dr. Johann Maier geehrt, der 75 Jahre zuvor in den letzten Tagen des Zweiten Weltkriegs ermordet worden war. Er wollte sich für die friedliche Freigabe der Stadt Regensburg einsetzen. Gedacht wurde ebenfalls der anderen Männer, die mit Domprediger Dr. Maier ihr Leben lassen mussten. Am Ende des Gottesdienstes begab sich der Bischof von Regensburg in die Krypta, wo er an der Grablege Dr. Maiers betete. Der Gottesdienst sowie das Gebet des Bischofs in der Krypta wurden per Livestream und über den Regionalsender TVA Regensburg sowie über weitere Kanäle in die Öffentlichkeit übertragen.

Für den Nachmittag des 23. April 1945 wurde zu einer Kundgebung aufgerufen, für die, wie Zeitzeugen berichten, auch Domprediger Dr. Maier tagsüber geworben hatte. Bischof Voderholzer erklärte, Dr. Maier dürfte es darum gegangen sein, die Kundgebung gegenüber den Machthabern weniger gebieterisch-fordernd als vielmehr bittend erscheinen zu lassen und den Parteigrößen die Furcht der Bevölkerung begreiflich zu machen. Dabei bezog sich Dr. Voderholzer auf die neueste Publikation zum Kriegsende im April 1945 in Regensburg: „Kurz nachdem er das Wort ergriffen hatte, um den Appell zur kampflosen Übergabe der Stadt zu rechtfertigen“, wurde er verhaftet.“ Wegen „Wehrkraftzersetzung“ wurde der Priester noch am 23. April zum Tode verurteilt und in den frühen Morgenstunden des 24. April auf dem heutigen Dachauplatz erhängt.


Der Bischof von Regensburg gab zu bedenken: „Domprediger Maier gehört somit zu den weit über 8000 Geistlichen, von denen aktenkundig ist, dass sie im Dritten Reich ins Visier der Nationalsozialisten geraten waren; das ist ein Drittel des damaligen Welt- und ein Fünftel des Ordensklerus, allein in Deutschland.“ Dr. Voderholzer erinnerte daran, dass Dr. Maier das prominenteste, aber nicht das einzige Opfer im Zusammenhang der Versammlung war. Der 70-jährige Rentner Josef Zirkl hatte während des Tumults bei der Verhaftung von Dr. Maier protestiert und die Freilassung des Priesters verlangt. Er wurde ebenfalls erhängt. Der pensionierte Gendarmerie-Hauptwachtmeister Michael Lottner wurde erschossen, der gesagt hatte: „Lasst doch den Domprediger reden! Ihr wisst ja gar nicht, was er sagen will.“ Auch erwähnte der Bischof Johann Igl, den Mesner von St. Emmeram Regensburg, der wegen einer unvorsichtigen Bemerkung hingerichtet wurde.

Bischof Dr. Voderholzer sagte: „Wir wollen diesen 75. Jahrestag nicht vorübergehen lassen, ohne für den Mut und das Lebensopfer Dr. Maiers und der anderen zu danken. Sie traten ein für Wahrheit und Menschlichkeit aus christlicher Glaubensüberzeugung. Wir wissen nicht, wie wir uns unter den gegebenen Umständen damals verhalten hätten. Aber wir verneigen uns in Dankbarkeit und großer Anerkennung vor den Tapferen. Und wir beten für uns alle, dass uns in unseren Tagen Freimut und Weitblick gegeben seien, damit wir einstehen können für Wahrhaftigkeit und Menschlichkeit in den Bereichen, wo wir Einfluss nehmen können.“

Foto (c) Bistum Regensburg


Ihnen hat der Artikel gefallen? Bitte helfen Sie kath.net und spenden Sie jetzt via Überweisung oder Kreditkarte/Paypal!

 





Lesermeinungen

Um selbst Kommentare verfassen zu können müssen Sie sich bitte einloggen.

Für die Kommentiermöglichkeit von kath.net-Artikeln müssen Sie sich bei kathLogin registrieren. Die Kommentare werden von Moderatoren stichprobenartig überprüft und freigeschaltet. Ein Anrecht auf Freischaltung besteht nicht. Ein Kommentar ist auf 1000 Zeichen beschränkt. Die Kommentare geben nicht notwendigerweise die Meinung der Redaktion wieder.
kath.net verweist in dem Zusammenhang auch an das Schreiben von Papst Benedikt zum 45. Welttag der Sozialen Kommunikationsmittel und lädt die Kommentatoren dazu ein, sich daran zu orientieren: "Das Evangelium durch die neuen Medien mitzuteilen bedeutet nicht nur, ausgesprochen religiöse Inhalte auf die Plattformen der verschiedenen Medien zu setzen, sondern auch im eigenen digitalen Profil und Kommunikationsstil konsequent Zeugnis abzulegen hinsichtlich Entscheidungen, Präferenzen und Urteilen, die zutiefst mit dem Evangelium übereinstimmen, auch wenn nicht explizit davon gesprochen wird." (www.kath.net)
kath.net behält sich vor, Kommentare, welche strafrechtliche Normen verletzen, den guten Sitten widersprechen oder sonst dem Ansehen des Mediums zuwiderlaufen, zu entfernen. Die Benutzer können diesfalls keine Ansprüche stellen. Aus Zeitgründen kann über die Moderation von User-Kommentaren keine Korrespondenz geführt werden. Weiters behält sich kath.net vor, strafrechtlich relevante Tatbestände zur Anzeige zu bringen.


Mehr zu

Nazi-Zeit

  1. 50 Priester und Laien des NS-Widerstands in Paris seliggesprochen
  2. Aachener Blutzeuge und seine Ehefrau erhalten Stolpersteine
  3. Papst entscheidet: Neun polnische Märtyrer der NS-Zeit werden seliggesprochen
  4. Missionar der Liebe zu Gott und zu jedem Nächsten
  5. Wann erfuhr der Vatikan von Auschwitz?
  6. Fischer: Neururer-Film ist Beitrag zur Aufklärung über NS-Zeit
  7. Auschwitz und die Päpste: Glaubenszweifel und Vergebungsbitten
  8. Vor 75 Jahren: Pius XII., Stauffenberg und der Ochsensepp
  9. „Herr Hitler, wer hat Sie gewählt?“
  10. Vor 75 Jahren starb Franz Reinisch unter dem NS-Fallbeil







Top-15

meist-gelesen

  1. Ostern 2027 in Rom - Große kath.net-Leserreise!
  2. Mexiko startet Jubeljahr der Guadalupe-Basilika mit Friedensappell
  3. Polen – ein Beispiel des christlichen Humanismus
  4. Papst ab Dienstag im Gemelli-Krankenhaus
  5. Müller kritisiert geplante öffentliche Hinrichtung in den USA scharf
  6. Was auch immer Synodalität sein soll
  7. Auf den Spuren des Hl. Paulus - Mit Michael Hesemann nach Griechenland
  8. Europa „entseuchen“?
  9. Gerettet durch ein Pro-Life-Schild: Die Geschichte der kleinen Sawyer
  10. Papst an Russland: Getreide der Ukraine muss exportiert werden
  11. US-Demokraten planen Abtreibung bis zur Geburt bei Wahlsieg im November
  12. Ägyptischem Konvertiten droht lebenslange Haft
  13. Arabische Jugendliche störten Abendmesse mit „Allahu Akbar“-Rufen in Wien
  14. Ukrainischer Bischof: Haben Russland nie um Hilfe gebeten
  15. Ohne Furcht und Heuchelei. Die Freiheit für das Gute ohne Kompromisse

© 2026 kath.net | Impressum | Datenschutz