Login




oder neu registrieren?


Suche

Suchen Sie im kath.net Archiv in über 70000 Artikeln:







Top-15

meist-diskutiert

  1. Belgischer Bischof Johan Bonny kündigt Weihe verheirateter Männer zu Priestern an
  2. Papst Leo gratuliert der neuen Erzbischöfin von Canterbury
  3. „Genau das, was wir heute in Deutschland beim Synodalen Weg erleben, dieselben Themen, Ansichten“
  4. Spanien am moralischen Abgrund
  5. Besser keine Laienpredigt
  6. Euthanasie-Skandal in Spanien: Wurde Noelia Castillo Ramos der Widerruf verweigert?
  7. Christliche Werte unerwünscht - Einschränkung der Meinungsfreiheit in Finnland!
  8. Die ÖVP - eine "Wählertäuschung"
  9. Bischof Dr. Heiner Wilmer SCJ wird neuer Bischof von Münster
  10. Norwegen: Bischof Hansen bittet, dass jeder Gläubige des Bistums Oslo zur Beichte geht
  11. Kardinal Woelki: Kirche ohne Priester wäre "nicht mehr katholisch"
  12. Wien: Einziger Christ in der Klasse wird "Schwein" genannt
  13. IOC klärt: Künftig nehmen keine Transfrauen mehr an Frauenwettbewerben bei Olympischen Spielen teil!
  14. Kardinal Eijk zelebriert erstes Hochamt im Vetus Ordo: „Eindrückliches, unvergessliches Erlebnis“
  15. Besuch des syrischen Präsidenten - „Kirche in Not“ fordert Bundeskanzler Merz zum Handeln auf

„Gravierende theologische Hindernisse“

5. April 2018 in Kommentar, 75 Lesermeinungen
Druckansicht | Artikel versenden | Tippfehler melden


Streit um die Kommunionzulassung für evangelische Ehepartner „im Einzelfall“: „Der Vorstoß der Bischofskonferenz kann nicht für sich in Anspruch nehmen, theologisch gedeckt zu sein.“ Von Paul Josef Kardinal Cordes


Bonn-Vatikan (kath.net/pl) kath.net dankt dem emeritierten Kurienkardinal Paul Josef Cordes und dem „National Catholic Register“ für die freundliche Erlaubnis, das Originalstatement in voller Länge zitieren zu dürfen. Link zum Beitrag im NCR.

Die Deutsche Bischofskonferenz votierte bei ihrer jüngsten Vollversammlung, in gemischten Ehen könnte der evangelische Partner in Einzelfällen und unter bestimmten Bedingungen die heilige Kommunion empfangen. Diese Entscheidung stößt auf gravierende theologische Hindernisse.

Da ist zunächst die gut bezeugte kirchliche Tradition. L. Hertling hat in einem beeindruckenden historischen Artikel die Communio-Praxis der frühen Christenheit dargelegt (Communio und Primat, in: „Una Santa“ 17 ((1962)) 91ff.). Nur folgendes sei aus ihm festgehalten.

Die eucharistische Kommunion ist für die frühe Christenheit das sichtbare Zeichen der kirchlichen Gemeinschaft. Als um die Mitte des 2. Jhds. Bischof Polykarp von Smyrna nach Rom kam, um mit Papst Aniketos wegen des Osterfeststreites zu verhandeln, gelang es den beiden Bischöfen nicht, sich zu verständigen. Deshalb lösten sie aber die kirchliche communio nicht. Irenäus von Lyon drückt die bewahrte Glaubens-Gemeinschaft so aus: „Sie kommunizierten miteinander.“


Gegenüber den aufgekommenen Irrlehren und Häresien galt immer der Grundsatz: Jeder gehört dorthin, wo er die heilige Kommunion empfängt. Der häretische Patriarch Macedonius von Konstantinopel ließ daher widerstrebende Katholiken kurzerhand dazu zwingen, seine Kommunion zu empfangen; er ließ ihnen mit Gewalt den Mund öffnen und ihnen so die Eucharistie geben.

Diese Auffassung findet sich noch im 7. Jahrhundert. Katholiken, so wird berichtet, die in häretische Gegenden reisten, nahmen den Leib des Herrn dorthin mit. Dasselbe taten auch die Häretiker, um nicht mit Katholiken in die Glaubensgemeinschaft eintreten zu müssen. So stellen sich Glaube und Praxis der frühen Kirche dar: Der Empfang des Herrenleibes ist authentischer für die Glaubensüberzeugung als alle Worte.

Zu der orientierenden Praxis der frühen Kirche kommt für die Gegenwart eine eindeutige Weisung des kirchlichen Lehramtes. Papst Benedikt XVI. erließ sie in seinem Nachsynodalen Apostolische Schreiben über die „Eucharistie: Quelle und Höhepunkt von Leben und Sendung der Kirche“ (vom 23. 3. 2007). Dort heißt es: Anderseits verbietet uns die Ehrfurcht, die wir dem Sakrament des Leibes und Blutes Christi schulden, daraus ein bloßes „Mittel“ zu machen, das unterschiedslos angewendet wird, um ebendiese Einheit zu erlangen.

Die Eucharistie drückt ja nicht nur unsere persönliche Gemeinschaft mit Jesus Christus aus, sondern schließt auch die volle Communio mit der Kirche ein. Das ist also das Motiv, warum wir mit Schmerz, doch nicht ohne Hoffnung, die nicht katholischen Christen bitten, unsere Überzeugung, die auf die Bibel und die Überlieferung zurückgreift, zu verstehen und zu respektieren.

Wir meinen, dass die eucharistische Kommunion und die kirchliche Communio so zuinnerst einander angehören, dass es für nicht katholische Christen allgemein unmöglich ist, das Sakrament der Kommunion zu empfangen, ohne die Communio zu teilen.

Der Vorstoß der Bischofskonferenz kann nicht für sich in Anspruch nehmen, theologisch gedeckt zu sein.

"Im Herzen der Weltkirche“ - Kardinal Cordes im Gespräch mit Michael Ragg


Foto Kardinal Cordes (c) Paul Badde/kath.net


Ihnen hat der Artikel gefallen? Bitte helfen Sie kath.net und spenden Sie jetzt via Überweisung oder Kreditkarte/Paypal!

 





Lesermeinungen

Um selbst Kommentare verfassen zu können müssen Sie sich bitte einloggen.

Für die Kommentiermöglichkeit von kath.net-Artikeln müssen Sie sich bei kathLogin registrieren. Die Kommentare werden von Moderatoren stichprobenartig überprüft und freigeschaltet. Ein Anrecht auf Freischaltung besteht nicht. Ein Kommentar ist auf 1000 Zeichen beschränkt. Die Kommentare geben nicht notwendigerweise die Meinung der Redaktion wieder.
kath.net verweist in dem Zusammenhang auch an das Schreiben von Papst Benedikt zum 45. Welttag der Sozialen Kommunikationsmittel und lädt die Kommentatoren dazu ein, sich daran zu orientieren: "Das Evangelium durch die neuen Medien mitzuteilen bedeutet nicht nur, ausgesprochen religiöse Inhalte auf die Plattformen der verschiedenen Medien zu setzen, sondern auch im eigenen digitalen Profil und Kommunikationsstil konsequent Zeugnis abzulegen hinsichtlich Entscheidungen, Präferenzen und Urteilen, die zutiefst mit dem Evangelium übereinstimmen, auch wenn nicht explizit davon gesprochen wird." (www.kath.net)
kath.net behält sich vor, Kommentare, welche strafrechtliche Normen verletzen, den guten Sitten widersprechen oder sonst dem Ansehen des Mediums zuwiderlaufen, zu entfernen. Die Benutzer können diesfalls keine Ansprüche stellen. Aus Zeitgründen kann über die Moderation von User-Kommentaren keine Korrespondenz geführt werden. Weiters behält sich kath.net vor, strafrechtlich relevante Tatbestände zur Anzeige zu bringen.


Mehr zu

Deutsche Bischofskon

  1. Bischof Dr. Heiner Wilmer SCJ wird neuer Bischof von Münster
  2. Deutsche Bischofskonferenz beschließt: Man will in Rom um Erlaubnis für Laienpredigt bitten
  3. Burger: „Kurzum, wie hältst Du es mit Religion und Kirche? Wie geht das mit dem Glauben?“
  4. Woelki: „Herr, offenbare du deinen Willen für deine Kirche, das ist der Kernsatz aller Synodalität“
  5. „Garant der Einheit in der Liebe ist der Hirte der Universalkirche, derzeit der Hl. Vater Leo XIV.“
  6. Zwei (renommierte und namentlich bekannte) Missbrauchsopfer „blitzen mit ihren Protesten ab“
  7. Kardinal Woelki zur Polarisierung in der Bischofskonferenz: „Diese Situation ist belastend“
  8. Debatte um Leitung der Deutschen Bischofskonferenz - Lehramtstreue Bischöfe als „Königsmörder“?
  9. Unter den kroatischen Katholiken wächst Grundsatzkritik
  10. Auch Bischof em. Hanke/Eichstätt erhebt Einwände gegen DBK-Papier zur sexuellen Vielfalt






Top-15

meist-gelesen

  1. Euthanasie-Skandal in Spanien: Wurde Noelia Castillo Ramos der Widerruf verweigert?
  2. Große SIZILIEN-Rundreise mit Kaplan Johannes Maria Schwarz!
  3. Spanien am moralischen Abgrund
  4. Eine große BITTE an Ihre Großzügigkeit! - FASTENSPENDE für kath.net!
  5. Belgischer Bischof Johan Bonny kündigt Weihe verheirateter Männer zu Priestern an
  6. Bischof Dr. Heiner Wilmer SCJ wird neuer Bischof von Münster
  7. Papst Leo gratuliert der neuen Erzbischöfin von Canterbury
  8. „Genau das, was wir heute in Deutschland beim Synodalen Weg erleben, dieselben Themen, Ansichten“
  9. Norwegen: Bischof Hansen bittet, dass jeder Gläubige des Bistums Oslo zur Beichte geht
  10. Kardinal Eijk zelebriert erstes Hochamt im Vetus Ordo: „Eindrückliches, unvergessliches Erlebnis“
  11. Besser keine Laienpredigt
  12. Kanada: 84-Jährige wegen Rückenschmerzen in Notaufnahme, bekommt als Erstes Sterbehilfe angeboten!
  13. Christliche Werte unerwünscht - Einschränkung der Meinungsfreiheit in Finnland!
  14. Wien: Einziger Christ in der Klasse wird "Schwein" genannt
  15. Die ÖVP - eine "Wählertäuschung"

© 2026 kath.net | Impressum | Datenschutz