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Gott hat kein Handy

8. Dezember 2017 in Kommentar, 3 Lesermeinungen
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Um mit unserem Vater im Himmel zu kommunizieren brauchen wir kein Handy, sondern nur ein offenes Herz, das sich nach dieser wahrhaftigen Kommunikation und Beziehung sehnt -BeneDicta am Freitag von Isabella Gräfin von Kageneck


Linz (kath.net)
Ein ganz normaler Dienstagmorgen im November. Ich befinde mich mitten im Wintersemester und betrete den Seminarraum. Da ich etwas spät dran bin, ist es schon recht voll. Beim Betreten des Raumes sage ich ein kurzes „Guten Morgen“ und setze mich auf den noch freien Platz. Hier und dort blickt jemand kurz auf und grüßt zurück. Ich sehe mich kurz um und sehe wirklich a l l e Studenten über ihr Smartphone gebeugt (was sich auch im weiteren Verlauf des Seminars nicht wirklich ändern wird zur großen Verzweiflung der Dozenten). Szenenwechsel Bäckerei, in die ich gehe, um kurz etwas zu Mittag zu essen. An fast ausnahmslos allen Tischen wird, während man sein Brötchen mampft, auf das Smartphone gestarrt. Danach fahre ich zum Arzt, betrete das Wartezimmer und erblicke – oh Wunder – das gleiche Bild. Alle Wartenden starren auf ihre Smartphones. Ich komme mir wie der beobachtende Teil eines Stilllebens vor, das mich in Dauerschleife den ganzen Tag über begleitet. Zum krönenden Abschluss bin ich abends noch zum Essen eingeladen. Ein schönes, gemütliches Lokal, das eigentlich dazu einlädt, es einmal bewusst mit allen Sinnen (nicht nur den kulinarischen) auf sich wirken zu lassen. Aber der Anziehungskraft des Smartphones kann auch dieses Ambiente scheinbar nichts entgegensetzen.


Nun will ich gar nicht den Eindruck erwecken, als ob ich mich gänzlich anders verhielte. Erst vorgestern wäre ich um ein Haar gegen eine Straßenlaterne gerannt, weil ich ja noch so unbedingt schnell eine Whatsapp-Nachricht tippen musste. Als ein freundlicher Passant mich noch vor dem harten Zusammenstoß mit dem wahren Leben rechtzeitig glücklicherweise warnen konnte, fiel es mir dann doch wie Schuppen von den Augen. Wenn ich durch die Straßen gehe, komme ich mir mittlerweile vor wie in einer modernen Adaption der berühmten Geschichte aus dem Struwwelpeter „Hans-guck-in-Luft“, nur dass wir sie heute in „Hans-guck-aufs-Handy“ umtaufen müssten. Zwar soll in der Originalerzählung vor allem eine Aufmerksamkeitsstörung thematisiert werden, die durch zu viel Träumerei gekennzeichnet ist und daher dazuführt, dass der Protagonist in allerlei Unfälle gerät. Mit einer Aufmerksamkeitsstörung haben wir es aber in unserem Fall heute auch zu tun. Unsere Aufmerksamkeit wird förmlich absorbiert durch ein handgroßes technisches Gerät, eine kleine Maschine, die wir fast gar nicht mehr aus der Hand legen können. Wir sind für jeden erreichbar und erreichen doch gar nichts. Wir „kommunizieren“ permanent miteinander und sagen uns dennoch nichts. Statt uns in die Augen beim Sprechen zu schauen, Mimik auszutauschen, verschicken wir Emoticons. Eine elektronische Mimik. Dabei kann kein Emoticon an die Schönheit eines Lachens einer Freundin oder die Intimität und Vertrautheit eines Blickes des Ehemanns heranreichen.

Das Problem ist: Wir Menschen funktionieren so einfach nicht. Menschliche Kommunikation funktioniert so nicht. Der Mensch ist immer auf ein personales Du angewiesen und ausgerichtet. Auch vor diesem Hintergrund ist die Menschwerdung Christi zu sehen. Gerade weil der Mensch auf eine personale Beziehung angewiesen ist, wurde Gott Mensch. Ein Mensch, den wir berühren können, mit dem wir sprechen können und der uns ansehen kann und von dem wir uns berühren lassen können. Ein Gottmensch, der uns erkennt, wer wir wirklich sind. Wir sind dabei zu verlernen, die tatsächlichen, wahren Augenblicke des Lebens und der Wirklichkeit um uns herum bewusst wahrzunehmen. Damit verlieren wir Lebensqualität.

Statt bewusst Zeit mit Freunden (und nicht zuletzt mit Gott selbst) zu verbringen, vielleicht auch gerade jetzt in der Adventszeit in Freundschaften zu investieren, suchen wir uns die billige Bestätigung und die oberflächliche Kommunikation in den „sozialen“ Netzwerken wie Facebook oder Instagram. Plattformen, die uns von unserem inneren Kern wegziehen und uns nur eine schnelle Steigerung des Selbstwertgefühls versprechen, quasi eine Art „Fastfood“ für das ach so liebeshungrige und gefallsüchtige Ego. Wir schlingen es in unserer täglichen Smartphone-Manie herunter, nur um nach wenigen Augenblicken festzustellen, dass es uns nicht sattgemacht hat. Ebenso gut könnten wir uns die Butterbrote auf den Körper kleben, wenn wir hungrig sind.

Gott hat kein Handy. Er braucht es auch gar nicht, wenn Er mit uns kommunizieren möchte, genauso wenig wie wir eines brauchen, um mit Ihm zu sprechen. Eine engere, wahrhaftigere und unsere Sehnsüchte erfüllendere Kommunikation wie die mit unserem Vater im Himmel werden wir hier auf Erden nicht finden. Der Sendemast Gottes ist Sein Herz und Seine Liebe für uns, die wir nur in unserem Herzen, im Innersten unserer Seele empfangen können. Das „Telefonnetz“, der Transmitter ist der Heilige Geist, der uns sicher nicht vor die Straßenlaterne laufen lässt, sondern uns sicher durch den Tag geleitet, wenn wir Ihm mehr Beachtung schenken, als unserem Handy. Warum halten wir uns so krampfhaft an diesem kleinen Gerät fest, wo uns doch Gott seine väterliche Hand entgegenstreckt.


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Lesermeinungen

 Diadochus 9. Dezember 2017 
 

Volksdroge

Das Handy ist die neue Volksdroge. Da kriegt der Teufel jeden versklavt. Der böse Feind möchte, dass wir uns mit allem Möglichen beschäftigen, ja nur nicht mit Gott und den heiligen Dingen. Die hl. drei Könige können uns helfen, unsere Blicke auf den zu richten, der wirklich wichtig ist. Sie fielen dem Kinde nieder und huldigten ihm. Er ist unser aller König. Er allein ist wichtig.


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 Herbstlicht 9. Dezember 2017 
 

Dass die Jugend wie gebannt immer und überall auf ein kleines Gerät schaut, verwundert mich schon lange.
Sie scheint geradezu mit inneren Stricken daran gefesselt, ist abhängig geworden und ist sich dessen nicht einmal bewusst.
Früher las ich sehr gerne SF-Bücher.
Was dort warnend beschrieben wurde, ist heute vielerorts zur Realität geworden.
Die jungen Leute kommen mir vor, als würden sie an Fäden gezogen.


2

0
 
 Montfort 9. Dezember 2017 

Danke!

Sehr treffende Beobachtungen, Bilder und Reflexionen. Und die Einladung, öfter off-line zu gehen, um Gott, die Schöpfung, die Menschen wahrzunehmen und ihnen zu begegnen.


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