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‚Menschen in irregulären Beziehungen können in der Gnade leben’

11. Oktober 2017 in Weltkirche, 39 Lesermeinungen
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Jesuitenpater Antonio Spadaro lobt die Richtlinien der sizilianischen Bischöfe zur Umsetzung von ‚Amoris laetitia’, die unter Umständen eine Zulassung von wiederverheirateten Geschiedenen zur Kommunion vorsehen.


Boston (kath.net/LSN/jg)
Personen, die in irregulären Beziehungen leben, „können in der Gnade Gottes leben, können lieben und können auch im Leben der Gnade wachsen“, sagte Antonio Spadaro SJ, der Herausgeber der Zeitschrift La Civiltá Cattolica bei einer Konferenz in Boston Anfang Oktober.

„Wir müssen zu dem Schluss kommen, dass der Papst realisiert, dass man nicht länger von einer abstrakten Kategorie Personen und einer Praxis der Integration nach einer Regel sprechen kann, der in allen Fällen zu folgen ist“, fügte er wörtlich hinzu. Der Grad an Verantwortlichkeit sei nicht in allen Fällen der gleiche, daher könnten auch die Konsequenzen oder Auswirkungen einer Regel unterschiedlich sein. „Es ist nicht länger möglich, Menschen auf Grundlage einer Norm zu beurteilen, die über allen steht“, sagte er.


Während seines Referates lobte Spadaro die Richtlinien, welche die sizilianische Bischofskonferenz im Sommer verabschiedet haben. „Das sizilianische Dokument schlussfolgert mit Klarheit, dass wiederverheiratete Geschiedene unter bestimmten Umständen, die vom Beichtvater zu beurteilen sind, die Absolution empfangen und zur Eucharistie zugelassen werden können“, sagte der Jesuit.

Die zweitägige Konferenz am Boston College wurde von P. James Keenan SJ und Kardinal Blase Cupich, dem Erzbischof von Chicago, gemeinsam veranstaltet. Unter den Teilnehmern waren zwei Kardinäle und 24 Bischöfe. Die Veranstaltung wollte den „neuen Schwung“ für die pastorale Praxis diskutieren, der nach Ansicht der Organisatoren von der päpstlichen Exhortation „Amoris laetitia“ ausgeht. Papst Franziskus habe in dem Rundschreiben die Bischöfe und Priester dazu aufgefordert „den Laien zuzuhören“ und „die Entscheidungen, die sie für ihren Lebensweg getroffen hätten, zu respektieren“, berichtet die Onlineausgabe des National Catholic Reporter.



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