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Bethlehems Bürgermeisterin: 'Vergesst die Christen hier nicht!'

6. Februar 2017 in Weltkirche, 3 Lesermeinungen
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Ohne mehr internationale Pilger, die die lokale Wirtschaft vor Ort stärken, sieht Vera Baboun kaum Zukunft für die letzten Christen in der Geburtsstadt Jesu - Nur mehr 15.000 Christen in Bethlehem


Wien-Bethlehem (kath.net/KAP) Vera Baboun, Bürgermeisterin von Bethlehem, hat an die Christen weltweit appelliert, die Geburtsstadt Jesu und ihre christlichen Einwohner nicht zu vergessen. Es brauche wieder mehr Pilger vor Ort, um den Bewohnern der Geburtsstadt von Jesus eine Zukunftsperspektive zu bieten. Baboun äußerte sich österreichischen Pilgerreisen-Veranstaltern gegenüber, die Anfang Februar aus Israel/Palästina zurückgekehrt waren.

Internationale Pilger sollten nicht nur Souvenirs in den Shops rund um die Geburtskirche kaufen, sondern vor allem auch Übernachtungen in Hotels in Bethlehem buchen und die palästinensische Küche mit ihren lokalen Produkten genießen. Dies würde der christlichen Bevölkerung von Bethlehem eine Perspektive geben, neue Arbeitsplätze schaffen und Einkommen sichern, so die Stadtchefin.


Die Zahl der Christen in Bethlehem habe sich im Laufe der letzten Jahre auf nunmehr ca. 15.000 reduziert hat, bei insgesamt ca. 40.000 Einwohnern, erläuterte Baboun. "Wer wird zukünftig die Glocken läuten, wer wird die Gottesdienste in Bethlehem, Beit Jala oder Beit Sahour besuchen, falls die Zahl der Christen in den kommenden Jahren weiter sinkt?" so Baboun. Noch Mitte der 1990er-Jahre sollen bis zu 30.000 Christen in Bethlehem gelebt haben.

Die Bürgermeisterin äußerte sich bei einem Arbeitsgespräch vor Ort mit den beiden Geschäftsführern von Biblische Reisen, Rüdiger Tramsen und Andreas Kickinger. Im Mittelpunkt der Begegnung mit der Bürgermeisterin stand die Situation der Christen in der Geburtsstadt Jesu sowie die Frage, wie der Pilgertourismus den Menschen in Bethlehem eine langfristige Perspektive geben kann. Andreas Kickinger sprach gegenüber "Kathpress" von einer guten Sicherheitslage vor Ort und wieder steigenden Buchungszahlen.

Baboun ist seit 2012 im Amt und die der erste weibliche Bürgermeister von Bethlehem. Sie war zuvor Rektorin der Roman Catholic High School Beit Sahour und Professorin für Englische Literatur an der Universität Bethlehem. Sie ist katholische Christin und Mutter von fünf Kindern.

Copyright 2016 Katholische Presseagentur KATHPRESS, Wien, Österreich
Alle Rechte vorbehalten



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