Login




oder neu registrieren?



Suche

Suchen Sie im kath.net Archiv in über 70000 Artikeln:








Top-15

meist-diskutiert

  1. Weiterer Angriff auf die Freiheit in Deutschland: Hessen erlaubt 2G-Supermärkte
  2. Wenn die Kinder des Lichts auf die Kultur des Todes treffen
  3. 'Herzlos-Pfarrer' - Kölner 'Sozialpfarrer' Meurer möchte 2G-Regelung in Zügen
  4. Der sonntägliche Messbesuch ist kein Hobby
  5. Norwegen-Killer trat vor der Tat zum Islam über
  6. Love Is In The Air? - Bätzing lobt das 'christlich geprägte Wertefundament' von Merkel
  7. 'Der würde sagen: Betet so, dass ihr keinem anderen schadet!'
  8. Frankreich: Beichtgeheimnis unter Druck
  9. Katholischer Priester wollte seelsorgerlichen Zugang zum sterbendem David Amess, Polizei sagte NEIN
  10. Australischer Bischof ruft zur Covid-Impfung auf
  11. Der Teufel und die Linken
  12. Aufregung in badischer Landeskirche wegen Sprechverbots über biblische Lehre
  13. ‚Climate change’ – unterwegs zu COP26
  14. Johannes Paul I. wird seliggesprochen
  15. "Liebe Freunde des vorgeburtlichen Kindertötens…"

Neuer Plan zur Rettung des Sees Genezareth

13. Juli 2020 in Chronik, keine Lesermeinung
Druckansicht | Artikel versenden | Tippfehler melden


Laut biblischer Überlieferung war der See Genezareth wichtiger Schauplatz im Leben Jesu - Heute lockt er Pilger und Massentouristen an - Diese widerstreitenden Interessen soll ein neuer Plan in Einklang bringen - Von Johannes Schidelko


Jeruslaem  (kath.net/KAP) Wenn idyllische Landschaften und einzigartige historische Stätten mit Massentourismus zusammentreffen, sind Konflikte programmiert. Erst recht, wenn christliche Pilger Ruhe und Besinnung an ihren Heiligen Orten suchen - die immer engmaschiger von einer lauten Freizeitindustrie eingekreist werden. Am See Genezareth, einer traumhaft schönen Region im Norden Israels, zeigt sich, welches Dilemma daraus entstehen kann. Mit einem neuen Plan versucht die israelische Regierung jetzt, Natur, historische Kultur, religiöse Stätten und den einheimischen Tourismus in Einklang zu bringen.

 

An den schönsten Stränden und den abgelegensten Uferstellen waren in den vergangenen Jahrzehnten Imbissbuden, Campingplätze, Vergnügungsparks oder Bootsverleihe wie Pilze aus dem Boden geschossen - teils illegal, teils wurden Pachtverträge von Geschäftsleuten mit "guten Verbindungen" zweckentfremdet. Manche Missstände wurden bereits von den Behörden abgestellt. Der in dieser Woche vom Nationalen Planungs- und Baurat vorgestellte neue Plan soll laut israelischen Medien den internationalen Pilgertourismus an den Ursprungsstätten des Christentums pflegen - auf dessen Einnahmen der Staat Israel dringend angewiesen ist. Zugleich soll er den eigenen Bürgern des dichtbesiedelten Landes Unterhaltung und Erholung auf hohem Niveau bieten. Das alles soll Natur und Umwelt schonen, nachhaltig sein und die Lärmbelästigung durch Clubs und Motorscooter in Grenzen halten. Außerdem darf die Wasserqualität im größten Trinkwasserreservoir des Landes nicht durch Strandbäder oder Schiffsverkehr beeinträchtigt werden.


 

Teil der Küstenlinie als Naturschutzgebiet

 

Nach dem Konzept sind 45 Prozent der 53 Kilometer langen Küstenlinie als Naturschutzgebiet deklariert. Dazu gehören die ganze Nordküste mit den christlichen Stätten von Kapernaum und Tabgha bis Bethsaida - wo laut biblischer Überlieferung Christus lebte, Wunder wirkte, die Bergpredigt hielt und in den Seligpreisungen die Ideale von Frieden, Versöhnung und Nächstenliebe propagierte. Weitere 40 Prozent des Seeufers, vor allem nördlich und südlich der Stadt Tiberias, sollen der Freizeit und Erholung dienen, also mit frei zugänglichen Strandbädern und Campingplätzen. 9 Prozent (5 Kilometer) sind als "ländliche Küste" ausgewiesen. Zu ihnen gehören etliche Kibbuzim an der Ost- und Südküste, wie etwa Degania Alef, in dem der frühere Nationalheld Mosche Dayan als eines der ersten Kibbuzkinder geboren wurde. Die restlichen vier Kilometer bilden die "städtische Küste" von Tiberias.

 

Der Plan legt fest, dass 90 Prozent der Seeufer erhalten bleiben müssen. Der Bau von zwei bereits genehmigten Feriendörfern am Nordufer wurde eingestellt. Zudem wird verboten, weitere Teile des Strandes zu bebauen oder als Bauland auszuweisen. Schließlich soll der Autoverkehr rund um den See entlastet werden; direkte Zufahrten sollen Anrainern und Besuchern von Strandbädern vorbehalten bleiben. Die Planer um die Architekten Ilan Eisen und Zeev Amit hoffen, dass sich dieser Plan für den See als "historischer Wendepunkt erweist - oder zumindest als Versicherungspolice für seine Zukunft, um ihn vor schädlicher Entwicklung zu schützen", schreibt die Tageszeitung Haaretz. Bei ordnungsgemäßer Umsetzung könne der Plan das Erbe an die künftige Generation erheblich verbessern. Auch Pilgerorganisatoren hoffen Und auch Kirchen und Pilgerorganisatoren hoffen auf eine Verbesserung und Regulierung der Lage in der Region. "Wir studieren den Plan genau, weil wir durch einige Entwicklungen in letzter Zeit tatsächlich Gefahren für den Charakter des Nordwestufers sehen", sagte Georg Röwekamp, Chef des Jerusalem-Büros vom "Deutschen Verein vom Heiligen Lande", der Katholischen Nachrichten-Agentur (KNA).

 

Der Plan scheine ausdrücklich das "religious triangle", das "evangelische Dreieck" zwischen Tabgha, Bethsaida und Chorazin "in seinem speziellen Charakter zu respektieren, worüber wir sehr froh sind!", hob Röwekamp hervor, dessen Verein die Stätten von Tabgha samt einem Pilgerhaus unterhält. Zu normalen Zeiten besuchen jedes Jahr mehr als eine Million christlicher Pilger die Region. Viele kommen mit dem Bild vom romantischen Galiläa und dem stillen See; sie erwarten hier - nach einem Aufenthalt im hektischen Jerusalem - Besinnlichkeit an den Lebensstätten des irdischen Jesus. Vielleicht hilft der neue Plan, manche Enttäuschung zu vermeiden.

Copyright 2020 Katholische Presseagentur KATHPRESS, Wien, Österreich


Ihnen hat der Artikel gefallen? Bitte helfen Sie kath.net und spenden Sie jetzt via Überweisung oder Kreditkarte/Paypal!

 





Lesermeinungen

Um selbst Kommentare verfassen zu können müssen Sie sich bitte einloggen.

Für die Kommentiermöglichkeit von kath.net-Artikeln müssen Sie sich bei kathLogin registrieren. Die Kommentare werden von Moderatoren stichprobenartig überprüft und freigeschaltet. Ein Anrecht auf Freischaltung besteht nicht. Ein Kommentar ist auf 1000 Zeichen beschränkt. Die Kommentare geben nicht notwendigerweise die Meinung der Redaktion wieder.
kath.net verweist in dem Zusammenhang auch an das Schreiben von Papst Benedikt zum 45. Welttag der Sozialen Kommunikationsmittel und lädt die Kommentatoren dazu ein, sich daran zu orientieren: "Das Evangelium durch die neuen Medien mitzuteilen bedeutet nicht nur, ausgesprochen religiöse Inhalte auf die Plattformen der verschiedenen Medien zu setzen, sondern auch im eigenen digitalen Profil und Kommunikationsstil konsequent Zeugnis abzulegen hinsichtlich Entscheidungen, Präferenzen und Urteilen, die zutiefst mit dem Evangelium übereinstimmen, auch wenn nicht explizit davon gesprochen wird." (www.kath.net)
kath.net behält sich vor, Kommentare, welche strafrechtliche Normen verletzen, den guten Sitten widersprechen oder sonst dem Ansehen des Mediums zuwiderlaufen, zu entfernen. Die Benutzer können diesfalls keine Ansprüche stellen. Aus Zeitgründen kann über die Moderation von User-Kommentaren keine Korrespondenz geführt werden. Weiters behält sich kath.net vor, strafrechtlich relevante Tatbestände zur Anzeige zu bringen.


Mehr zu

Heiliges Land

  1. Kurienkardinal würdigt Papstreise in Irak und Abraham-Abkommen
  2. Rekord-Pilgerjahr im Heiligen Land
  3. Neues Pilgerhotel im Dorf von Maria Magdalena eröffnet
  4. Kommen Sie mit ins Heilige Land - Mit Mons. P. Leo Maasburg!
  5. „Im Augenblick ist nicht die Zeit für große Gesten“
  6. Papst fordert gleiche Rechte für Christen im Nahen Osten
  7. Israels Botschafter in Baku ist christlicher Araber
  8. Synode: Jugendliche im Heiligen Land brauchen Perspektive
  9. Bethlehem: Messerattacke auf katholischen Ordenspriester
  10. Bethlehems Bürgermeisterin: 'Vergesst die Christen hier nicht!'







Top-15

meist-gelesen

  1. Wenn die Kinder des Lichts auf die Kultur des Todes treffen
  2. "Covid-19 ist gefährlich, aber die Todsünde ist viel gefährlicher."
  3. Der Teufel und die Linken
  4. 'Herzlos-Pfarrer' - Kölner 'Sozialpfarrer' Meurer möchte 2G-Regelung in Zügen
  5. Weiterer Angriff auf die Freiheit in Deutschland: Hessen erlaubt 2G-Supermärkte
  6. Priester der Petrusbruderschaft stürmen mit Weihnachtsalbum die US-Charts
  7. Benedikt XVI.: „Nun ist er im Jenseits angelangt… Ich hoffe, daß ich mich bald hinzugesellen kann“
  8. Love Is In The Air? - Bätzing lobt das 'christlich geprägte Wertefundament' von Merkel
  9. Aufregung in badischer Landeskirche wegen Sprechverbots über biblische Lehre
  10. Der sonntägliche Messbesuch ist kein Hobby
  11. Frankreich: Beichtgeheimnis unter Druck
  12. Norwegen-Killer trat vor der Tat zum Islam über
  13. Katholischer Priester wollte seelsorgerlichen Zugang zum sterbendem David Amess, Polizei sagte NEIN
  14. Synodale Irrwege - Nationale Sonderwege
  15. Linksradikale greifen Münchner Pro-Life-Arzt an!

© 2021 kath.net | Impressum | Datenschutz