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'Die Salafisten haben nichts Neues erfunden'

11. Jänner 2017 in Interview, 2 Lesermeinungen
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Soziologe Ahmad Mansour: "Natürlich ist Mehrheit der Muslime nicht gewalttätig. Das ist bei manchen Salafisten ganz anders. Aber wenn es um die Islam-Interpretation geht, dann sind die problematischen Inhalte weiter verbreitet, als man denken mag."



Berlin (kath.net)
"Die Salafisten haben nichts Neues erfunden. Die Angstpädagogik, die Beharrung auf der Opferrolle, die Feindbilder sind auch im Mainstream-Islamverständnis vorhanden. Salafisten stellen sie nur überspitzt dar." Dies meint Ahmad Mansour, Autor des Buches "Generation Allah - Wieso wir im Kampf gegen religiösen Extremismus umdenken müssen", in einem aktuellen Interview mit "Web.de". Mansour wuchs in einer arabischen Familie in Israel auf und lebt seit zehn Jahren als Psychologe und Soziologe in Deutschland. Er sieht den Kampf gegen den religiösen Extremismus in Deutschland als ein noch ein ungelöstes Problem. "Natürlich ist die Mehrheit der Muslime nicht gewalttätig. Das ist bei manchen Salafisten ganz anders. Aber wenn es um die Islam-Interpretation geht, dann sind die problematischen Inhalte weiter verbreitet, als man denken mag.", findet Mansour, der beobachtet, dass die Religion bei Jugendlichen insgesamt wichtiger geworden sei, nicht nur bei Muslimen. "Jugendlichen, die sich in einer pluralistischen Gesellschaft überfordert fühlen, werden in der Religion klare Werte vermittelt. Sie bekommen ein einfaches Weltbild, das sie leichter verstehen können. Sie bekommen dadurch Orientierung und Halt."


Die "Generation Allah" habe laut dem Soziologen ihre Einstellungen und Werte von ihren Eltern übernommen und einfach nur strenger interpretiert. "Die Salafisten haben einen riesigen Erfolg, weil sie den Unwissenden Scheinwissen vermitteln und sagen, was der Islam angeblich sei und wie man diese Identität zu leben habe. Auf der anderen Seite nutzen manche muslimische Verbände diese Werte, um eine politische Macht daraus zu machen." Die Islamverbände in Deutschland bewertet Mansour als problematisch, weil diese und eben nicht nur die Salafisten ein problematisches Gottesbild verbreiten. Zu den Feindbildern gehören die Juden, der Westen und auch die Demokratie. Diese neue Generation arbeite laut dem Soziologen viel mit Verschwörungstheorien. Besonders der Antisemitismus sei tief verankert.

Kritisch sieht Mansour die Islamkonferenz in Deutschland. Von der Politik wurden dort bewusst kritische Stimmen ausgeladen. Mit dabei seien ausschließlich Verbände, die teilweise vom Ausland gesteuert werden. "Personen, die hierzulande mit dem Thema arbeiten, nehmen daran nicht mehr Teil. Bei der Islamkonferenz werden aber in den nächsten Jahren große Entscheidungen getroffen, was beispielsweise den Islamunterricht angeht. Dabei reden nur Verbände mit. Und die haben immer wieder ganz klar durch ihr Verhalten gezeigt, dass sie nicht immer hinter unseren Werten stehen – das finde ich hochproblematisch.", so Mansour abschließend.


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