Login




oder neu registrieren?


Suche

Suchen Sie im kath.net Archiv in über 70000 Artikeln:







Top-15

meist-diskutiert

  1. Wie die Piusbrüder - Linker belgischer Bischof plant weiterhin verbotene Weihen
  2. Gefeuert wegen AfD-Kandidatur: Deutsche Caritas-Erzieherin zieht vor Gericht
  3. Papst Leo singt mit 80.000 Jugendlichen das „Salve Regina“ auf Latein
  4. Sechs Messdiener mit Down-Syndrom ministrierten bei der historischen Papstmesse in Paris
  5. Asymmetrisch blinder Blick auf die deutsche Landschaft
  6. Ist der Islam ‚eine alternative Form des byzantinischen Christentums‘?
  7. Es gibt drei Erzengel, die vor Gottes Thron für uns eintreten
  8. Die Deutsche Bischofskonferenz will keine 'Demontage' des deutschen Staatsfunks
  9. Wort-Gottes-Feier in katholischer Kirche mit Liedern von Taylor Swift
  10. „Wenn wir den wahren missionarischen Geist, den richtigen Weg finden, gibt es in Deutschland noch…“
  11. „Das Ende von Maria 2.0“
  12. 'Amoris Laetitia' oder das Lehramt, das sich selbst abschafft
  13. Ein Erzbischof auf Staatsbesuch
  14. US-Bischof Robert Barron: „Der Kommunismus erlebt in unserem Land gerade ein Comeback“
  15. Einbürgerung als Wahlstrategie? Linke profitiert massiv von muslimischen Wählern in Berlin

Hören Politik und Kirchen noch auf die Basis?

28. Juni 2016 in Kommentar, 3 Lesermeinungen
Druckansicht | Artikel versenden | Tippfehler melden


Zum britischen Referendum. idea-Kommentar von Gerhard Besier


Wetzlar (kath.net/idea) „Heftige Turbulenzen an den internationalen Finanzplätzen“ – diese Meldung war die erste am Morgen nach dem Brexit. Und gleich danach war von „Erschütterung“, „Alptraum“ und drohenden Katastrophen die Rede. Da fragt man sich doch, in welcher Welt unsere Politiker und Journalisten eigentlich leben. Trotz eindeutiger Zeichen haben sie bis zuletzt nicht an den Austritt des Vereinigten Königreiches aus der EU geglaubt. Weil sie das für ökonomisch „unvernünftig“ hielten und vor allem, weil es ihrem eigenen Weltbild widersprach. Die Gefühlslage vieler Bürger – nicht nur in Großbritannien – wird bis zur Stunde hartnäckig ignoriert. Die EU ist für viele einfache Menschen unwirklich, nicht fassbar, und auch ein Spanienurlaub kann daran kaum etwas ändern. Das menschliche Handeln wird eben nicht nur von wirtschaftlichen Überlegungen bestimmt. Unsere Gefühle, die Frage, wer wir sind, inwieweit wir unser Schicksal selbst bestimmen können – all das bewegt uns mehr als eine kühle Kosten-Nutzen-Rechnung. Brüssel und alles, was damit verbunden ist, sind über die Jahrzehnte eine große Unbekannte geblieben, fremd und irgendwie monströs.


Es ist höchste Zeit hinzuhören

Aus dem Brexit lässt sich lernen, dass solche künstlichen Konstruktionen die Herzen der Menschen nicht erreichen, weil sie nicht erlebbar sind und weil sich viele von ihnen überfordert fühlen. Es ist höchste Zeit, wirklich hinzuhören. Die Bürger haben es einfach satt, dass sie von Politik und Medien ständig darüber belehrt werden, wie sie über bestimmte Dinge zu denken haben. Sich aufgrund der Zuwanderung fremd im eigenen Land zu fühlen, das ist einer der Hauptgründe für die EU-Gegner im Vereinigten Königreich gewesen. Sie wollen wieder Briten sein und nicht „Europäer“, denn so etwas gibt es in ihrer wirklichen Welt gar nicht.

Sie haben einfach weitergemacht

Spätestens jetzt muss vielen Politikern wie Journalisten klargeworden sein, dass sie mit ihrer Volkspädagogik gescheitert sind. Sie waren nicht gut beraten, als sie meinten, die öffentliche Meinung so manipulieren zu können, wie es ihren eigenen Vorstellungen entsprach. Ungeachtet der Proteste und des öffentlichen Missmuts haben sie einfach weitergemacht. Die unbeschreibliche Arroganz gründet hierzulande in einem breiten linksliberalen Bewusstsein des Besserwissens – Teile der Merkel-CDU eingeschlossen.

Auch die Kirchen sind betroffen

In dieser Haltung werden manche Politiker und Journalisten von den etablierten Kirchen noch bestärkt. Man bestätigt sich gegenseitig. Jüngstes Beispiel ist – vor dem Hintergrund des Massenmords von Orlando – die unsägliche Parallelisierung von Islamismus und evangelikaler Frömmigkeit in einigen Medien. Dieser blanke Unsinn ist – gutwillig – nur mit dem volkspädagogischen Ziel zu erklären, den radikalen Islam zu verharmlosen, weil bereits über 5 Millionen Muslime unter uns leben. Und der EKD-Ratsvorsitzende schweigt.

Wie lange, meint er, lassen sich die Gläubigen das gefallen? Wie lange noch will die etablierte Kirche den Entfremdungskurs von der Basis fortsetzen und dabei den schleichenden, aber permanenten Exit ignorieren?

Der Autor, Gerhard Besier (Dresden), ist habilitierter evangelischer Theologe, promovierter Historiker und Diplom-Psychologe. Er lehrt an verschiedenen europäischen Universitäten und an der Stanford-Universität in Kalifornien.

Symbolbild: Wolken

Foto oben (c) kath.net/Petra Lorleberg


Ihnen hat der Artikel gefallen? Bitte helfen Sie kath.net und spenden Sie jetzt via Überweisung oder Kreditkarte/Paypal!

 





Lesermeinungen

Um selbst Kommentare verfassen zu können müssen Sie sich bitte einloggen.

Für die Kommentiermöglichkeit von kath.net-Artikeln müssen Sie sich bei kathLogin registrieren. Die Kommentare werden von Moderatoren stichprobenartig überprüft und freigeschaltet. Ein Anrecht auf Freischaltung besteht nicht. Ein Kommentar ist auf 1000 Zeichen beschränkt. Die Kommentare geben nicht notwendigerweise die Meinung der Redaktion wieder.
kath.net verweist in dem Zusammenhang auch an das Schreiben von Papst Benedikt zum 45. Welttag der Sozialen Kommunikationsmittel und lädt die Kommentatoren dazu ein, sich daran zu orientieren: "Das Evangelium durch die neuen Medien mitzuteilen bedeutet nicht nur, ausgesprochen religiöse Inhalte auf die Plattformen der verschiedenen Medien zu setzen, sondern auch im eigenen digitalen Profil und Kommunikationsstil konsequent Zeugnis abzulegen hinsichtlich Entscheidungen, Präferenzen und Urteilen, die zutiefst mit dem Evangelium übereinstimmen, auch wenn nicht explizit davon gesprochen wird." (www.kath.net)
kath.net behält sich vor, Kommentare, welche strafrechtliche Normen verletzen, den guten Sitten widersprechen oder sonst dem Ansehen des Mediums zuwiderlaufen, zu entfernen. Die Benutzer können diesfalls keine Ansprüche stellen. Aus Zeitgründen kann über die Moderation von User-Kommentaren keine Korrespondenz geführt werden. Weiters behält sich kath.net vor, strafrechtlich relevante Tatbestände zur Anzeige zu bringen.


Mehr zu

Demographie

  1. Elon Musk: Abtreibung und Geburtenkontrolle dezimieren weltweit die Bevölkerung
  2. Elon Musk zur Demographie: ‚Wir haben bestimmt nicht zu viele Menschen’
  3. 'Club-of-Rome' fordert Ein-Kind-Politik für Industrieländer
  4. Deutschland hat die niedrigste Geburtenrate der Welt
  5. Jenaer Wissenschaftler: 'Ohne Religion fehlt es an Kindern'
  6. Demographie: Welle der Altersarmut in Deutschland ab spätestens 2030
  7. Kardinal Bagnasco: Italien droht demografischer Selbstmord
  8. Was Demographie und Euthanasie gemeinsam haben
  9. Deutschland: Bevölkerung überaltert, Arbeitskräfte ab 2020 Mangelware
  10. Weltbevölkerung wird älter und schrumpft







Top-15

meist-gelesen

  1. Ostern 2027 in Rom - Große kath.net-Leserreise!
  2. Papst Leo zu den Bischöfen: „Die Kirche in Frankreich liegt dem Papst sehr am Herzen!“
  3. Französische Bischöfe: Papst Leo hat das Herz der Franzosen berührt
  4. Er ist der dritte amtierende Papst in der Grotte von Massabielle/Lourdes: Leo XIV.
  5. ‚Trinkt auch ihr aus dieser Quelle!’ Der Durst, den nur Christus stillt
  6. Papst Leo singt mit 80.000 Jugendlichen das „Salve Regina“ auf Latein
  7. Papst Leo erstaunt über hohe Zahl von Erwachsenentaufen in Frankreich
  8. Wo Begegnung zur Zivilisation der Liebe wurde. Die Armen als Fleisch Christi
  9. US-Bischof Robert Barron: „Der Kommunismus erlebt in unserem Land gerade ein Comeback“
  10. Junge Französin bekennt vor Papst: „Wie der heilige Paulus sagt: ‚Für uns ist Christus das Leben‘“
  11. Papst Leo an 80.000 Jugendliche im Stade de France: "Wer mit Gott lebt, ist frei"
  12. „Wenn wir Eucharistie feiern, dürfen wir mit allem zu ihm kommen, was in uns unvollendet ist“
  13. Neuer Schülerkreise Joseph Ratzinger / Papst Benedikt XVI. bestätigt bisherigen Vorstand im Amt
  14. Nordische Bischofskonferenz beendet Herbstvollversammlung in Paderborn
  15. Wenn das Nein nicht mehr zählt

© 2026 kath.net | Impressum | Datenschutz