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9. Dezember 2014 in Deutschland, keine Lesermeinung
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Transport des Friedenslichts im Münchner Nahverkehr in Gefahr. Von Barbara Just (KNA)


München (kath.net/KNA) Längst ist es guter Brauch, dass sich mitten im Trubel des Münchner Christkindlmarkts am Nachmittag des dritten Advents katholische und evangelische Christen im Liebfrauendom versammeln. Bei dem ökumenischen Gottesdienst wird alljährlich das «Friedenslicht aus Bethlehem» verteilt. Ein Kind hat es wenige Wochen zuvor in der Geburtsgrotte entzündet. Nun soll es «an alle Menschen guten Willens» in Europa als Zeichen des weihnachtlichen Friedens ausgesandt werden. Jung und Alt haben deshalb ihre Laternen dabei, um die brennenden Kerzen sicher nach Hause zu transportieren. Das aber könnte den Münchnern in diesem Jahr im öffentlichen Nahverkehr verboten werden.

Die für die Aktion hauptverantwortlichen Pfadfinder bekamen den Ärger schon im vergangenen Jahr zu spüren. Als Jugendgruppen ihres Verbands mit dem Licht in S- oder U-Bahnen einsteigen wollten, schritt vereinzelt das Sicherheitspersonal ein. Angesichts der vollen Züge und in der Sorge vor einem möglichen Brand mussten die Lichter um des lieben Friedens willen ausgemacht werden - zur Enttäuschung der Kinder und Jugendlichen. Die Pfadfinderverbände der «Arbeitsgruppe Friedenslicht» ließ das nicht ruhen, sie fragten in diesem Jahr ganz offiziell bei der Münchner Verkehrsgesellschaft (MVG) und beim Münchner Verkehrs- und Tarifverbund (MVV) an.


Die Antwort war erhellend. So darf auf Geheiß der Technischen Aufsichtsbehörde und der Branddirektion wegen des «zu dieser Zeit herrschenden hohen Fahrgastaufkommens» grundsätzlich das Friedenslicht nicht mehr mitgenommen werden. Dabei war dies in den vergangenen 15 Jahren nie ein Problem, weder in den Bahnen noch in den Trams oder Bussen, wie Andrea Jaumann von der Pfadfinderinnenschaft Sankt Georg (PSG) sagt. Seit Wochen nun laufen im Hintergrund Anstrengungen, um den entstandenen Schwelbrand zu löschen.

Am Montag aber war es mit der stillen Diplomatie erst einmal vorbei. Die Politik mischte sich ein in Gestalt von Diana Stachowitz. Die kirchenpolitische Sprecherin der SPD im Landtag wandte sich in einem offenen Brief an Innenminister Joachim Herrmann (CSU). Darin bat sie ihn, auf die Regierung von Oberbayern, in der die Technische Aufsichtsbehörde ansässig ist, einzuwirken. Diese sollte den Transport der Friedenslichter erlauben. «Selbstverständlich unter der Voraussetzung, dass diese sich in einem geschlossenen Behälter befinden.»

Gerade in diesem Jahr, «vor dem Hintergrund der vielen kriegerischen Auseinandersetzungen weltweit und der leider wieder zunehmenden antisemitischen Aktionen bei uns», gewinne das Friedenslicht noch einmal mehr an Bedeutung. So laute das Motto dieses Mal auch noch «Friede sei mit dir - Shalom - Salam», schreibt die evangelische Christin.

Die noch verbleibenden Tage bis zum Sonntag wollen die Pfadfinder nun nutzen, um eine einvernehmliche Lösung herbeizuführen, wie es heißt. Vielleicht kann dabei auch ein vor Jahren von der Deutschen Bahn konzipiertes «Merkblatt für Reisende mit Friedenslicht» helfen. Darin heißt es unter anderem, dass sich das Licht in einem «geschlossenen Metallbehälter» oder in einem «geschlossenen Glasbehälter» befinden muss, der in einem Metallbehälter stehe. Und vielleicht wäre es auch von Vorteil, die Sicherheitsdienste von dieser Bedingung zu unterrichten. Laut Jaumann fahren in anderen Bundesländern die Pfadfinder in ihrer Kluft samt Friedenslicht sogar kostenlos mit der Bahn.



(C) 2014 KNA Katholische Nachrichten-Agentur GmbH. Alle Rechte vorbehalten.
Foto © kath.net/Petra Lorleberg


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