Login




oder neu registrieren?


Suche

Suchen Sie im kath.net Archiv in über 70000 Artikeln:







Top-15

meist-diskutiert

  1. 'Und ich dachte, es müßte um Gott und das Heil der Seelen gehen. Ich bin ja so naiv'
  2. Piusbruderschaft kritisiert ‚Doppelmoral‘ nach Verweigerung des Zutritts zur Basilika in Assisi
  3. 'Denn es wird nicht zu dem kommen, was diese Lügner versprechen.'
  4. Jesuitenpater Thomas Reese mit irrer Aussage: ‚Warum ich die alte lateinische Messe hasse‘
  5. Dann sollen sie doch in die Hölle gehen
  6. Nicht mehr zu retten - Zum Substanzverlust der Kirche
  7. ‚Synodalität – ein Wort ohne Begriff? Ein erfundenes Narrativ macht Karriere
  8. Ein Drittel der 15-Jährigen in Deutschland kann nicht mehr ausreichend lesen oder rechnen!
  9. 'Gott, hilf mir. Jesus, hilf mir. Seid ihr Jungs bereit? Let’s Roll'
  10. Kritik von Theologen an der Beurlaubung von P. Edmund Waldstein
  11. Wundersame Heilung, eine Marienerscheinung und Berufung mit 4 Jahren
  12. Nigeria: Bischöfe schlagen nach erneuten Massakern Alarm
  13. US-Präsident Donald Trump gratuliert Katholiken zum Fest Maria Geburt
  14. 'BILD' greift kath.net-Beitrag von Kardinal Müller auf
  15. Scharfe Kritik von Birgit Kelle an Leihmutterschaftsentschuldigung von Jens Spahn

Nigerianischer Generalvikar: ‚Die Menschen in Europa schlafen’

6. April 2011 in Österreich, 3 Lesermeinungen
Druckansicht | Artikel versenden | Tippfehler melden


Vor CSI-Schweigemarsch mit Kardinal Schönborn am 8. April sagt Obiora Ike in Wien: Christen dürfen in Nigerias Sharia-Bundesstaaten kein Grundstück für Kirchenbau erwerben, obwohl sie teilweise Mehrheit stellen


Wien (kath.net/KAP) Zum Eintreten für das Menschenrecht der Religionsfreiheit auch über Europas Grenzen hinaus hat der nigerianische Theologe und Generalvikar von Enugu, Prälat Obiora Ike, aufgerufen. "Die Menschen in Europa schlafen", erklärte er im Blick auf die dramatische Situation in seiner Heimat.

Ike äußerte sich bei einem Pressegespräch am Dienstag im Wiener "Club Stephansplatz 4". Auf Einladung von "Christian Solidarity International" (CSI) und "Kirche in Not" berichtete er von der Lage in Nigeria, wo Christen mit Diskriminierungen zu kämpfen hätten. Der in Innsbruck ausgebildete Priester nimmt am Freitag mit Kardinal Christoph Schönborn am traditionellen "Schweigemarsch für Christen in Not" durch die Wiener Innenstadt teil.

Nigeria sei "laut Statistik das Land mit den meisten Opfern religiöser Auseinandersetzungen"; "in zehn Jahren haben wir mehr als 12.000 Menschen wegen so genannter 'religiöser Problematik' verloren". Eigentlich sollte Nigeria ein säkularer Staat sein, in der Verfassung sei die Religionsfreiheit verankert. "Aber in zwölf (der insgesamt 36, Anm.) Bundesstaaten haben wir die Sharia als Gesetzesgrundlage", so Ike.

Weitere sechs Bundesstaaten wollten ebenfalls ihre Gesetzgebung umstellen. Dies berge jede Menge Konflikte in sich. Nigeria stehe auch als Mitglied der "International Organisation of Islamic Countries" außerhalb der religiös neutralen Staatenwelt; 1985 sei das Land offiziell als "islamischer Staat" anerkannt worden.


Christen litten unter dieser Gesetzgebung, so Ike. In den Sharia-Bundesstaaten könnten sie kein Grundstück für den Bau einer Kirche erwerben. Im entsprechenden Gesetzestext heiße es jeweils in diskriminierender Terminologie, es dürfe "kein Grund für die Errichtung einer Kirche oder eines Prostituiertenhauses zur Verfügung gestellt" werden, zitierte Ike.

In einigen Sharia-Bundesstaaten hätten Christen Probleme, Arbeit zu finden oder einen Bankkredit aufzunehmen. Auch mediale Präsenz bleibe Christen verwehrt. "Sendungen für Christen dürfen weder produziert noch ausgestrahlt werden", so Ike. Dabei seien in manchen dieser Staaten Christen zahlenmäßig sogar stärker als Muslime.

Eine Trennung zwischen fundamentalistischem und nicht-fundamentalistischem Islam, wie sie europäische Muslimorganisationen zögen, sei für Nigeria nicht durchführbar. Eine derartige Unterscheidung betreffe allenfalls das politische Handeln, erklärte Ike.

"Wir Christen sind aufgefordert, diese diskriminierende Situation öffentlich bekannt zu machen", betonte Ike. Denn bald könnte das auch Europa betreffen: "Wir müssen eine Welt schaffen, wo Religions- und Gewissensfreiheit, Menschenrechte und Menschenwürde gewährt werden. Nur dadurch können wir zu Frieden kommen." Dazu müssten auch die Europäer die Stimme erheben.

Im Blick auf die gewaltsamen Konflikte zwischen den Angehörigen der Religionsgemeinschaften - insbesondere im "Hotspot" Jos - sagte Ike, Gewalt könne keinesfalls akzeptiert werden. Die einzige Chance sieht er im Dialog.

Ike forderte dabei auch vom Westen den Mut, klar Position für das Menschenrecht der Religionsfreiheit zu beziehen und die Dinge beim Namen zu nennen. So würden etwa oft Arme und Straßenkinder missbraucht für die Anliegen fundamentalistischer Gruppen. Deshalb müsse in Nigeria auch Armut bekämpft und Ausbildung ermöglicht werden.

Stimme erheben mit Schweigen

Elmar Kuhn, Generalsekretär von "Christian Solidarity International Österreich" (CSI Österreich), und Herbert Rechberger, Geschäftsführer von "Kirche in Not - Österreich" riefen zur Beteiligung am Schweigemarsch auf. Treffpunkt ist um 16.15 Uhr der Platz vor der Wiener Staatsoper. Die Strecke führt über die Kärntner Straße zum Stephansdom, wo um 17 Uhr ein ökumenischer Wortgottesdienst stattfindet.

Tags davor, 7. April, nimmt Ike an einer Diskussion zum Thema "Religiöse Minderheiten integriert, geduldet, verfolgt" um 18.30 Uhr im Alten Rathaus in Wien teil. Weitere Diskutanten sind Aiman Mazyek, Vorsitzender des Zentralrats der Muslime in Deutschland, die koptische Christin Mary Attia sowie Tarafa Baghajati, Obmann der Initiative muslimischer Österreicher.

"Von Asien über Afrika bis in den Nahen Osten zieht sich die Brandspur von Brandstiftern, die Christen das Leben absprechen", erklärte Kuhn. Man wolle bewusst die Stimme für Christen in Not erheben durch Schweigen, "weil Schweigen in unserer Welt des Konsums zunehmen die stärkste Waffe wird".

Es sei "Protest für das Hören" und Bekenntnis dafür, dass Religionsfreiheit nach den Worten Papst Benedikts XVI. "das entscheidende Erbe einer gemeinsamen Welt" sei und "das Gebot, durch das wir gemeinsam einen Weg finden können".

Weitere Informationen:

www.csi.or.at

www.kircheinnot.at

Copyright 2011 Katholische Presseagentur, Wien, Österreich. Alle Rechte vorbehalten.

Foto: (c) Kirche in Not



Ihnen hat der Artikel gefallen? Bitte helfen Sie kath.net und spenden Sie jetzt via Überweisung oder Kreditkarte/Paypal!

 





Lesermeinungen

Um selbst Kommentare verfassen zu können müssen Sie sich bitte einloggen.

Für die Kommentiermöglichkeit von kath.net-Artikeln müssen Sie sich bei kathLogin registrieren. Die Kommentare werden von Moderatoren stichprobenartig überprüft und freigeschaltet. Ein Anrecht auf Freischaltung besteht nicht. Ein Kommentar ist auf 1000 Zeichen beschränkt. Die Kommentare geben nicht notwendigerweise die Meinung der Redaktion wieder.
kath.net verweist in dem Zusammenhang auch an das Schreiben von Papst Benedikt zum 45. Welttag der Sozialen Kommunikationsmittel und lädt die Kommentatoren dazu ein, sich daran zu orientieren: "Das Evangelium durch die neuen Medien mitzuteilen bedeutet nicht nur, ausgesprochen religiöse Inhalte auf die Plattformen der verschiedenen Medien zu setzen, sondern auch im eigenen digitalen Profil und Kommunikationsstil konsequent Zeugnis abzulegen hinsichtlich Entscheidungen, Präferenzen und Urteilen, die zutiefst mit dem Evangelium übereinstimmen, auch wenn nicht explizit davon gesprochen wird." (www.kath.net)
kath.net behält sich vor, Kommentare, welche strafrechtliche Normen verletzen, den guten Sitten widersprechen oder sonst dem Ansehen des Mediums zuwiderlaufen, zu entfernen. Die Benutzer können diesfalls keine Ansprüche stellen. Aus Zeitgründen kann über die Moderation von User-Kommentaren keine Korrespondenz geführt werden. Weiters behält sich kath.net vor, strafrechtlich relevante Tatbestände zur Anzeige zu bringen.


Mehr zu

Afrika

  1. Afrikas Bischöfe erklären Umgang mit Polygamie
  2. 'Wir sind bereit, willens und fähig, unsere große christliche Bevölkerung weltweit zu schützen!'
  3. Papst im Kongo eingetroffen
  4. 20 Tote bei islamistischem Terror-Angriff auf christliches Dorf in Nigeria
  5. Terrorismus breitet sich im Norden Mosambiks aus
  6. Kein Ende im orthodoxen Kirchenstreit um Afrika
  7. Äthiopien: Kämpfe um Tigray eskalieren
  8. Mosambik: Katechet rettet „Schatz“ seiner Pfarrei vor einem Terroranschlag
  9. Afrikanischer Kardinal: Christen sollen gegen ‚Homo-Ehe’ rebellieren
  10. Nigeria: 17-Jährige seit drei Jahren verschleppt







Top-15

meist-gelesen

  1. Ostern 2027 in Rom - Große kath.net-Leserreise!
  2. 'Und ich dachte, es müßte um Gott und das Heil der Seelen gehen. Ich bin ja so naiv'
  3. Nicht mehr zu retten - Zum Substanzverlust der Kirche
  4. Spanischer Erzbischof erinnert angesichts der Migrationskrise an die Reconquista
  5. Drei katholische Bischöfe werden am Marsch für das Leben teilnehmen
  6. Archäologen ‚absolut‘ sicher: Bethsaida gefunden
  7. Vatikan erinnert neue Missionsbischöfe: „Liturgie ist nicht unser eigenes Werk“
  8. Ein Drittel der 15-Jährigen in Deutschland kann nicht mehr ausreichend lesen oder rechnen!
  9. YouTube-Kanal der Erzdiözese Łódź wurde ohne Wissen oder Zustimmung der Administratoren entfernt
  10. 'BILD' greift kath.net-Beitrag von Kardinal Müller auf
  11. Die Würde des Menschen ist unverfügbar
  12. US-Präsident Donald Trump gratuliert Katholiken zum Fest Maria Geburt
  13. Kritik von Theologen an der Beurlaubung von P. Edmund Waldstein
  14. 'Schweigen angesichts des Bösen ist selbst Böses'
  15. Kardinal Müller: „Muslime respektieren kein schwaches Christentum, das sich des Kreuzes schämt“

© 2026 kath.net | Impressum | Datenschutz