Login




oder neu registrieren?



Suche

Suchen Sie im kath.net Archiv in über 70000 Artikeln:







Top-15

meist-diskutiert

  1. Luthers deutsche „Katholiken“
  2. Bistum Speyer: Generalvikar tritt aus der katholischen Kirche aus
  3. Ein Generalvikar gibt auf
  4. Universität Regensburg untersagt Lebensschutz nun auch offiziell
  5. "Wir sind in den Händen von Ideologen"
  6. Bischofskonferenz von England und Wales setzt die Sonntagspflicht wieder ein
  7. Bischofssynode veröffentlicht Zeugnisse homosexueller Paare, die Kinder adoptieren
  8. ‚Amoris laetitia’ und der wahre Thomismus
  9. Medien: 6 Millionen Euro Kirchensteuern für „Synodalen Weg“
  10. Das entkernte Christentum
  11. Das Moskauer Patriarchat und der Vatikan – Eine Tragödie der Polit-Ökumene
  12. Für die Weltkirche ist das nur ein Sturm im Wasserglas
  13. '... um des Himmelreiches willen. Wer das erfassen kann, der erfasse es"
  14. Bistum Dresden-Meißen: Kinderwallfahrt ohne heilige Messe
  15. Muslimische Studenten ermorden auf bestialische Weise christliche Studentin

Äthiopien: Kämpfe um Tigray eskalieren

6. November 2021 in Weltkirche, 1 Lesermeinung
Druckansicht | Artikel versenden | Tippfehler melden


Priester berichtet von Massenflucht aus Amhara-Region


Wien-München (kath.net/KIN)

Ein Jahr nach Ausbruch des blutigen Konflikts in der Region Tigray im Norden Äthiopiens greifen die Kämpfe zwischen Regierungstruppen und den Anhängern der „Tigray´s People Liberation Front“ (TPLF) auf benachbarte Landesteile über. In der Region Amhara, die an Tigray grenzt, setzte nach Eroberungen durch die TPLF eine Massenflucht ein, berichtet ein katholischer Missionar aus der Region dem weltweiten päpstlichen Hilfswerk „Kirche in Not“ (ACN).

 

Aus Sicherheitsgründen muss der Name des Ansprechpartners anonym bleiben. Er lebte bis Ende Oktober in der Stadt Kombolcha am Rande der Region Amhara, etwa 380 Kilometer nördlich der äthiopischen Hauptstadt Addis Abeba. Er und weitere Priester kümmerten sich dort um die Menschen, die aus der Region Tigray geflüchtet waren: „Wir haben viel Leid gesehen. In unserer kleinen Stadt Kombolcha gab es über 4000 Binnenvertriebene. Wir taten, was wir konnten, um Lebensmittel, Decken und Wasser zu beschaffen. Es nur ein Tropfen auf den heißen Stein“, berichtet der Ansprechpartner.

 

„Die Lage hat sich verschlechtert“


Innerhalb kurzer Zeit habe sich die Sorge um die humanitäre Hilfe für die Binnenflüchtlinge in Angst vor der näher rückenden Front verwandelt. „Die Lage hat sich verschlechtert. Jetzt sind auch wir gezwungen, zu fliehen“, schrieb der Priester in einer Nachricht am Abend des 30. Oktober. Einen Tag später nahm die TPLF die Städte Kombolcha und Dessie ein, nachdem sie die Regierungstruppen immer weiter in die Defensive gedrängt hatte.

 

„Meine Mitbrüder sind schon weg, jetzt bleibe ich alleine hier. Ich muss sehen, ob ich morgen auch fliehen kann“, schrieb der Missionar. Viele Menschen seien getötet worden. Wie er „Kirche in Not“ am Allerheiligentag berichtete, konnte er kurz vor der Einnahme der Stadt entkommen und sich etwa 50 Kilometer südlich Richtung Addis Abeba absetzen. „Ich bin nicht mehr in Gefahr. Die Straßen hier sind voller Menschen“, schrieb er in seiner bislang letzten Nachricht.

 

Friedenshoffnungen wurden enttäuscht

Schon vor der Eskalation der Ereignisse Anfang der Woche habe eine Massenflucht aus der Region eingesetzt: „Wer Verwandte in Addis Abeba hatte, schickte Frauen und Kinder dorthin. Wir haben auch unsere Priesterseminaristen aus Kambolcha in die Hauptstadt evakuiert. Nur wir Priester sind zunächst geblieben, um bei den vielen Flüchtlingen zu sein – und um zu sehen, wie sich die Dinge entwickeln“, sagte der Missionar „Kirche in Not“.

 

Die im Sommer aufkeimenden Friedenshoffnungen nach der Wiederwahl von Premierminister Abiy Ahmed seien enttäuscht worden: „Vor der Vereidigung waren überall in der Hauptstadt Schilder mit der Aufschrift ,Neuanfang’ zu sehen. Wir hofften, dass der Krieg zu Ende gehen würde. Stattdessen ist er uns immer nähergekommen.“

Der Norden Äthiopiens ist für Hilfe von außen nahezu unzugänglich. Angesichts der Spannungen wissen die katholischen Missionare, dass materielle Hilfe schwer zu bekommen ist. „Wir bitten Sie um Ihr Gebet für Frieden und Sicherheit in unserer Region sowie um andere Formen der Unterstützung“, schrieb der Missionar an „Kirche in Not“.

 

Am 4. November 2020 hatten die Kämpfe in der Region Tigray begonnen. Premierminister Abiy Ahmed warf der TPLF damals die Abhaltung illegitimer Wahlen vor und entsandte Truppen in die Region. Vorausgegangen waren jahrelange ethnische und politische Auseinandersetzungen zwischen den Tigray und den anderen Bevölkerungsgruppen. In dem Bürgerkrieg kamen den Regierungstruppen auch Einheiten aus dem Nachbarland Eritrea zu Hilfe. Auch das reiche christliche Erbe Äthiopiens wurde durch die Kämpfe bedroht: Die Städte Lalibela, bekannt für ihre Felsenkirchen, und Axum, die ehemalige Hauptstadt und nach äthiopischer Überlieferung Aufbewahrungsort der Bundeslade, gerieten zwischen die Kampflinien.

 

Die äthiopische Bevölkerung setzt sich je zur Hälfte aus Christen und Muslimen zusammen. Das Land ist von einer jahrtausendealten christlichen Tradition geprägt. Die meisten Christen gehören der äthiopisch-orthodoxen Tewahedo-Kirche an. Es gibt eine kleine, aber lebendige katholische Gemeinschaft, die sich in den lateinischen Ritus und den äthiopischen Geez-Ritus aufteilt.

 

Foto: Binnenflüchtling in Kombolcha im Norden Äthiopiens vor der Eroberung durch die TPLF. © Kirche in Not


Ihnen hat der Artikel gefallen? Bitte helfen Sie kath.net und spenden Sie jetzt via Überweisung oder Kreditkarte/Paypal!

 





Lesermeinungen

 Fink 6. November 2021 
 

Bürgerkrieg in Äthiopien - was mir aufällt:

Nirgends erfahre ich, was die tieferen (!) Ursachen dafür sind. Wo sind all die klugen Journalisten bei den Leitmedien, beim ÖR-Rundfunk, die sonst immer ganz genau Bescheid wissen und einen belehren. In Sachen Äthiopien kommt nichts. Weil sie selber "nichts genaues" wissen.


3
 

Um selbst Kommentare verfassen zu können müssen Sie sich bitte einloggen.

Für die Kommentiermöglichkeit von kath.net-Artikeln müssen Sie sich bei kathLogin registrieren. Die Kommentare werden von Moderatoren stichprobenartig überprüft und freigeschaltet. Ein Anrecht auf Freischaltung besteht nicht. Ein Kommentar ist auf 1000 Zeichen beschränkt. Die Kommentare geben nicht notwendigerweise die Meinung der Redaktion wieder.
kath.net verweist in dem Zusammenhang auch an das Schreiben von Papst Benedikt zum 45. Welttag der Sozialen Kommunikationsmittel und lädt die Kommentatoren dazu ein, sich daran zu orientieren: "Das Evangelium durch die neuen Medien mitzuteilen bedeutet nicht nur, ausgesprochen religiöse Inhalte auf die Plattformen der verschiedenen Medien zu setzen, sondern auch im eigenen digitalen Profil und Kommunikationsstil konsequent Zeugnis abzulegen hinsichtlich Entscheidungen, Präferenzen und Urteilen, die zutiefst mit dem Evangelium übereinstimmen, auch wenn nicht explizit davon gesprochen wird." (www.kath.net)
kath.net behält sich vor, Kommentare, welche strafrechtliche Normen verletzen, den guten Sitten widersprechen oder sonst dem Ansehen des Mediums zuwiderlaufen, zu entfernen. Die Benutzer können diesfalls keine Ansprüche stellen. Aus Zeitgründen kann über die Moderation von User-Kommentaren keine Korrespondenz geführt werden. Weiters behält sich kath.net vor, strafrechtlich relevante Tatbestände zur Anzeige zu bringen.


Mehr zu

Afrika

  1. Kein Ende im orthodoxen Kirchenstreit um Afrika
  2. Mosambik: Katechet rettet „Schatz“ seiner Pfarrei vor einem Terroranschlag
  3. Afrikanischer Kardinal: Christen sollen gegen ‚Homo-Ehe’ rebellieren
  4. Nigeria: 17-Jährige seit drei Jahren verschleppt
  5. Demokratische Republik Kongo: „Massaker folgt auf Massaker“
  6. Mosambik: Vermisste Ordensfrauen und Gläubige „gesund und sicher“ zurück
  7. Afrika: Fünf Tote durch Gewitter bei einer Taufe
  8. Afrika: Flüchtlingsdramen abseits der Medien
  9. Das Blutvergießen ist Folge der wirtschaftlichen Ausbeutung
  10. Lebensschützerin: Westen will Afrika seine Werte aufdrängen







Top-15

meist-gelesen

  1. Kommen Sie mit! kath.net-Leserreise nach Fatima und auf die Azoren - Oktober 22
  2. Bistum Speyer: Generalvikar tritt aus der katholischen Kirche aus
  3. Anselm Bilgri, Ex-Mönch des Klosters Andechs, wurde von Papst Franziskus laisiert
  4. Ein Generalvikar gibt auf
  5. Luthers deutsche „Katholiken“
  6. Bistum Dresden-Meißen: Kinderwallfahrt ohne heilige Messe
  7. Das entkernte Christentum
  8. Persil, da weiß man, was man hat!
  9. Meuser: „Die Kirche in Deutschland ist keine Privatsache ihrer aktuellen Betreiber“
  10. '... um des Himmelreiches willen. Wer das erfassen kann, der erfasse es"
  11. Universität Regensburg untersagt Lebensschutz nun auch offiziell
  12. Muslimische Studenten ermorden auf bestialische Weise christliche Studentin
  13. Kardinal Gerhard Müller: „Wenn das gerade gezeugte Kind sich jetzt noch nicht wehren kann…“
  14. Für die Weltkirche ist das nur ein Sturm im Wasserglas
  15. Äbtissin Reemts OSB zum „Rückgang des Bußsakramentes, auch unter Priestern und Ordensleuten“

© 2022 kath.net | Impressum | Datenschutz