Login




oder neu registrieren?



Suche

Suchen Sie im kath.net Archiv in über 70000 Artikeln:








Top-15

meist-diskutiert

  1. Kardinal Woelki bleibt Erzbischof von Köln
  2. Neuer Irrsinn - Indonesischer Erzbischof erklärt Impfverweigerer zu Sündern
  3. 'Einige sähen mich lieber tot'
  4. Burke leidet an starken Nachwirkungen der Covid-Infektion - "Brief an jene, die für mich beten"
  5. 'Sie sind das Werk des Teufels!' - Wen meinte Papst Franziskus?
  6. Impfpflicht für Messbesucher in kanadischer Erzdiözese
  7. Päpstliches Institut: Keine Gewissheit mehr über die Familie?
  8. Bischof Voderholzer erhält für seine Kritik am Synodalen Weg Unterstützung von Kardinal Kasper!
  9. Jede Verschlossenheit hält diejenigen auf Distanz, die nicht so denken wie wir
  10. „Die Feier des Gottesdienstes ist der zentrale Auftrag der Kirche“
  11. Elf Bischöfe, DBK und Nuntius unterstützten den Marsch für das Leben, doch dann kommt die Keule!
  12. Papst an junge Klimaaktivisten: "Macht Lärm, verschafft euch Gehör!"
  13. Immer gegen Woelki - Gefangen in der Sucht an der Vernichtung?
  14. "Kardinal Woelki bleibt und das ist gut so"
  15. Nachdenken, wiederaufbauen, sehen

Mosambik: Katechet rettet „Schatz“ seiner Pfarrei vor einem Terroranschlag

24. Juli 2021 in Weltkirche, keine Lesermeinung
Druckansicht | Artikel versenden | Tippfehler melden


Paulo hielt sich zwei Tage im Pfarrhaus versteckt; draußen tobten die Kämpfe. Am dritten Tag entschied er sich, das Risiko einzugehen und zum Haus eines Freundes zu gelangen.


Wien-München (kath.net/KIN)

„Ich bin Katechet der Pfarrei St. Benedikt aus Palma“, so stellte sich Paulo Agostinho Matica vor, als er dem Apostolischen Administrator von Pemba, Weihbischof Antonio Juliasse, die Kirchenbücher der Pfarrei im äußersten Nordosten von Mosambik überreichte. Paulo Agostinho hatte die Unterlagen wie einen Schatz versteckt, als die Stadt am 24. März 2021 von Terroristen angegriffen wurde. Das weltweite päpstliche Hilfswerk „Kirche in Not“ dokumentiert, wie couragiert der Katechet gehandelt hat.

„Ich war im Pfarrhaus bei der Arbeit, als der Terrorangriff begann“, erinnert sich Paulo.  Während die ersten Schüsse und Bombendetonationen zu hören waren, beschloss der Katechet, die Pfarrbücher zu retten, in denen die Eheschließungen und Taufen der katholischen Gemeinde St. Benedikt in Palma aufgezeichnet sind – eine Art „historisches Gedächtnis“ der Pfarrei.

 

Zwei Tage im Pfarrhaus versteckt

Paulo hielt sich zwei Tage im Pfarrhaus versteckt; draußen tobten die Kämpfe. Am dritten Tag entschied er sich, das Risiko einzugehen und zum Haus eines Freundes zu gelangen. Von dort aus floh er erst in ein Dorf am Stadtrand von Palma und schließlich nach Senga. Die Kirchenbücher, die er als den „Schatz“ der Gemeinde betrachtete, hatte er immer bei sich.


Seit 2017 wird der Norden von Mosambik von dschihadistischen Angriffen heimgesucht; sie treffen die gesamte Bevölkerung, Muslime wie Christen. Lokalen Angaben zufolge sollen dabei über 2500 Menschen getötet und über eine Dreiviertelmillion vertrieben worden sein. Selbst Experten wissen wenig über die Herkunft und die Hintergründe der bewaffneten Einheiten; sie gelten als Splittergruppen der Terrormilizen „Islamischer Staat“, Al-Shabaab und anderer Gruppen. Die Terrortruppen dürften auch von wirtschaftlichen und politischen Zielen motiviert sein: Vor der Küste im Norden Mosambiks sind große Erdöl-Bohrungen in Vorbereitungen – eines der größten Investitionsprojekte in Subsahara-Afrika.

Ende März verübten die Terroristen eine ihrer bis dahin schlimmsten Attacken in der Provinz Cabo Delgado. Es kursierten Nachrichten, dass in Palma Menschen enthauptet wurden; Hunderte von Menschen waren auf der Flucht – unter ihnen auch Paulo Agostinho Matica.

 

Auch auf der Flucht den Dienst als Katechet nicht vergessen

Als der Katechet am Vorabend des Palmsonntags in Senga ankam, fand er eine kleine christliche Gemeinde vor. „Sie sagten zu mir: ‚Wir wollen beten’. Also ging ich in die Kirche, und wir begannen zu beten.“ Wenn kein Priester verfügbar ist, wird in der Gegend von Cabo Delgado üblicherweise ein Wortgottesdienst vom Katecheten gefeiert. So begingen die Christen von Senga den Palmsonntag.

Um die Pfarrbücher nicht zu verlieren, musste Paulo einen Ort finden, der sicher war. Also ging er in das Dorf Mwagaza, wo er Verwandte hat, und blieb dort bis Mitte April. Als er hörte, dass der Eroberungszug der Terroristen vorbei war, beschloss Paulo, trotz aller Gefahren nach Palma zurückzukehren.

 

Was er vorfand, erschütterte ihn zutiefst: Die Kirche war geplündert worden. Die Milizen hatten viele Gegenstände in Brand gesetzt, zum Beispiel Heiligenbilder und Kirchenbänke. Auch die Lautsprecher und einige Kirchenfenster hatten sie zerstört. Alles war verwüstet. Paulo Agostinho Matica hatte im Pfarrhaus etwa 30 000 Meticals [etwa 400 Euro] für die Ausgaben der Gemeinde aufbewahrt. Alles war weg, erzählt er: „Sie nahmen das Geld, einen Fernseher und das Motorrad.“

 

„Inmitten des Leids ein Zeugnis der Liebe zur Kirche Gottes“

Gut zwei Monate nach dem Terroranschlag in Palma fuhr der Katechet in die Provinzhauptstadt Pemba, um die Pfarrbücher in einer kurzen Zeremonie zu übergeben, die „Kirche in Not“ per Video mitverfolgen konnte. Weihbischof Juliasse, der Apostolische Administrator der Diözese, lobte Paulos Mut und seine Entschlossenheit: „Ich bewundere sehr, dass er sich die Mühe gemacht hat, die Pfarrbücher zu retten. Inmitten des Leids gibt er dieses Zeugnis der Liebe zur Kirche Gottes.“

Paulo Agostinho Matica ist es zu verdanken, dass die Pfarrbücher der Gemeinde St. Benedikt in Palma gerettet werden konnten. Wäre der Mut dieses Mannes nicht gewesen, hätten die Pfarrbücher dazu gedient, das Feuer zu schüren, das die Terroristen auf dem Boden der Kirche entfacht hatten. Nun sind sie Teil des historischen Erbes der Diözese.


Ihnen hat der Artikel gefallen? Bitte helfen Sie kath.net und spenden Sie jetzt via Überweisung oder Kreditkarte/Paypal!

 





Lesermeinungen

Um selbst Kommentare verfassen zu können müssen Sie sich bitte einloggen.

Für die Kommentiermöglichkeit von kath.net-Artikeln müssen Sie sich bei kathLogin registrieren. Die Kommentare werden von Moderatoren stichprobenartig überprüft und freigeschaltet. Ein Anrecht auf Freischaltung besteht nicht. Ein Kommentar ist auf 1000 Zeichen beschränkt. Die Kommentare geben nicht notwendigerweise die Meinung der Redaktion wieder.
kath.net verweist in dem Zusammenhang auch an das Schreiben von Papst Benedikt zum 45. Welttag der Sozialen Kommunikationsmittel und lädt die Kommentatoren dazu ein, sich daran zu orientieren: "Das Evangelium durch die neuen Medien mitzuteilen bedeutet nicht nur, ausgesprochen religiöse Inhalte auf die Plattformen der verschiedenen Medien zu setzen, sondern auch im eigenen digitalen Profil und Kommunikationsstil konsequent Zeugnis abzulegen hinsichtlich Entscheidungen, Präferenzen und Urteilen, die zutiefst mit dem Evangelium übereinstimmen, auch wenn nicht explizit davon gesprochen wird." (www.kath.net)
kath.net behält sich vor, Kommentare, welche strafrechtliche Normen verletzen, den guten Sitten widersprechen oder sonst dem Ansehen des Mediums zuwiderlaufen, zu entfernen. Die Benutzer können diesfalls keine Ansprüche stellen. Aus Zeitgründen kann über die Moderation von User-Kommentaren keine Korrespondenz geführt werden. Weiters behält sich kath.net vor, strafrechtlich relevante Tatbestände zur Anzeige zu bringen.


Mehr zu

Afrika

  1. Afrikanischer Kardinal: Christen sollen gegen ‚Homo-Ehe’ rebellieren
  2. Nigeria: 17-Jährige seit drei Jahren verschleppt
  3. Demokratische Republik Kongo: „Massaker folgt auf Massaker“
  4. Mosambik: Vermisste Ordensfrauen und Gläubige „gesund und sicher“ zurück
  5. Afrika: Fünf Tote durch Gewitter bei einer Taufe
  6. Afrika: Flüchtlingsdramen abseits der Medien
  7. Das Blutvergießen ist Folge der wirtschaftlichen Ausbeutung
  8. Lebensschützerin: Westen will Afrika seine Werte aufdrängen
  9. Kairo: Augustinus-Film im Mittelpunkt einer Fastenveranstaltung
  10. Franziskaner gewinnt 1-Million-Dollar-Preis für den weltbesten Lehrer







Top-15

meist-gelesen

  1. Kardinal Woelki bleibt Erzbischof von Köln
  2. 'Sie sind das Werk des Teufels!' - Wen meinte Papst Franziskus?
  3. 'Einige sähen mich lieber tot'
  4. Elf Bischöfe, DBK und Nuntius unterstützten den Marsch für das Leben, doch dann kommt die Keule!
  5. Bischof Voderholzer erhält für seine Kritik am Synodalen Weg Unterstützung von Kardinal Kasper!
  6. Burke leidet an starken Nachwirkungen der Covid-Infektion - "Brief an jene, die für mich beten"
  7. "Kardinal Woelki bleibt und das ist gut so"
  8. "Infiziert vom Virus der Falschheit?"
  9. Immer gegen Woelki - Gefangen in der Sucht an der Vernichtung?
  10. Neuer Irrsinn - Indonesischer Erzbischof erklärt Impfverweigerer zu Sündern
  11. Wenn der Bock zum Gärtner wird
  12. „Die Feier des Gottesdienstes ist der zentrale Auftrag der Kirche“
  13. Initiative Dubium und Maria 1.0: „Quo Vadis“ Bischof Georg Bätzing?
  14. Es ist die Zeit, um auszurufen: Wächter (Jerusalems), erhebet euch
  15. Impfpflicht für Messbesucher in kanadischer Erzdiözese

© 2021 kath.net | Impressum | Datenschutz