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Umkehr, das heißt Hören auf Gottes Wort

13. März 2011 in Deutschland, 28 Lesermeinungen
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"Glaubenskraft ist mit Arbeitspapieren und Strukturreformen nicht zu erreichen" - Hirtenbrief von Erzbischof Zollitsch zur Fastenzeit


Freiburg/Karlsruhe (kath.net/ pef)
Um neues Vertrauen zu gewinnen, muss die Kirche nach Überzeugung von Erzbischof Robert Zollitsch (Freiburg) umkehren. „Umkehr, das heißt Hören auf Gottes Wort, Hinwendung zu Jesus Christus und seiner Botschaft“, heißt es in einem Hirtenwort des Erzbischofs, das am ersten Fastensonntag in allen Gottesdiensten der rund 1000 Gemeinden der Erzdiözese Freiburg verlesen wird. Jesus selbst habe zur Umkehr aufgerufen: „Kehrt um, und glaubt an das Evangelium“ (Mk 1,15).

Deshalb sei es notwendig, „dass wir uns persönlich wie auch als Kirche immer neu an der Frohen Botschaft orientieren. Denn es braucht Menschen, die ihr Christsein so leben, dass es andere anspricht und begeistert - wenigstens aber nachdenklich stimmt und nachfragen lässt nach dem Grund der Hoffnung, die uns trägt.“

In diesem Sinn versteht der Erzbischof von Freiburg auch den Dialog, der bei der Herbstvollversammlung der Deutschen Bischofskonferenz 2010 angekündigt wurde und zu dem Zollitsch nun alle Katholiken seiner Erzdiözese mit diesem Hirtenbrief einlädt. Die Erzdiözese Freiburg habe bereits „gute Erfahrungen im gemeinsamen Suchen nach Wegen in die Zukunft machen dürfen“, schreibt Zollitsch unter Hinweis auf die Pastoralen Leitlinien des Erzbistums, die in einem bistumsweiten Dialog entstanden waren: „Sie haben Ihre Ideen, Ihre Zeit und Kraft eingebracht. Mit Ihrem großartigen Engagement und Mittun sind wir wichtige Schritte in die Zukunft gegangen. Dafür bin ich dankbar! Daran möchte ich gemeinsam mit Ihnen anknüpfen“, heißt es in dem Hirtenbrief zu Fastenzeit, der auch im Internet (www.ebfr.de) nachlesbar und nachhörbar ist.

Glaubenskraft ist mit Arbeitspapieren und Strukturreformen nicht zu erreichen

Erzbischof Zollitsch versteht den jetzt in der Fastenzeit startenden Dialog nach eigenen Worten vor allem als einen geistlichen Prozess. Es gehe zuallererst um die Kunst des rechten Hörens: „Ein Ruf, den keiner hört, verhallt im Raum. Das Wort Gottes, das im Herzen keinen Resonanzraum findet, kann sich nur schwer entfalten und kaum zu Taten der Nächstenliebe führen.“ Die Fastenzeit lade in besonderer Weise ein, die „geistliche Akustik in unseren Gemeinden zu überprüfen“.


Christen, Gemeinden, Seelsorgeeinheiten und auch das Erzbistum könnten innehalten und im Hören auf die Botschaft des Evangeliums gemeinsam überlegen, wie das Leben und Zusammenleben im Geist Jesu Christi gestaltet werden könne. Dabei gehe es auch um die Frage, was die Kirche tun könne, „damit der Glaube an Jesus Christus die Herzen der Menschen wieder stärker erreicht und ihnen Orientierung für ihr Leben gibt?“ Eines ist nach den Worten von Erzbischof Zollitsch klar: „Wir können nicht einfach so weitermachen wie bisher. Und allein mit Strukturveränderungen und Arbeitspapieren ist dies nicht zu erreichen. Um neues Vertrauen zu gewinnen, bedarf es der Umkehr in unserer Kirche.“

Ungeduld und drängende Fragen: Tiefer schauen und weiter blicken

Erzbischof Zollitsch äußert in seinem Hirtenbrief die Zuversicht, „dass wir im geschwisterlichen Gespräch einen Schritt weiterkommen werden und auch noch stärker erfahren können, was es heißt, Gemeinschaft des Glaubens zu sein.“ Er wisse „um die drängenden Fragen, die in den vergangenen Wochen auch öffentlich vorgelegt und diskutiert wurden“ und könne „die oft mit den verschiedenen Positionen verbundene Ungeduld verstehen“. Doch es gehe darum, „noch tiefer zu schauen und weiter zu blicken.“

Deshalb werde die Erzdiözese Freiburg mit ihren bestehenden und bewährten Räten (den Pfarrgemeinde- und Dekanatsräten, dem Diözesanrat, dem Diözesanpastoralrat und dem Priesterrat) „den Weg der geistlichen Entscheidungsfindung für den rechten Weg der Kirche in die Zukunft gezielt unterstützen, fördern und den Glauben stärken.“ Geplant sei auch, „in den Regionen mit Hilfe von Zukunftskongressen im gemeinsamen Hören auf Gott und aufeinander die Zeichen der Zeit“ zu erkennen und sie im Licht des Evangeliums zu deuten.

Eingeladen seien zudem die Ordensgemeinschaften, die Religionslehrerinnen und Religionslehrer, die Verbände, die hauptberuflichen Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter und die kategorialen Gemeinden wie etwa die Hochschulgemeinden. In dem Hirtenbrief Zollitsch heißt es wörtlich: „Auch die Meinung derer, die der Kirche fernstehen oder ihr gar den Rücken gekehrt haben, ist uns wichtig.“ Schon im Frühjahr 2010 hatte die Erzdiözese Freiburg für solche Rückmeldungen ein Dialog-Telefon (Nr. 0761/2188-980) sowie spezielle Internetseiten eingerichtet.

Nach den Worten von Erzbischof Zollitsch gibt es viele Fragen. „Wo stehen wir? Wofür stehen wir? Wohin gehen wir?“ Deshalb lädt er alle ein, „den Dialog als geistlichen Prozess vertieft einzuüben, sich miteinander und mit anderen in Ihren Gruppen, Gremien, Gemeinden und Seelsorgeeinheiten auszutauschen.“ Drei Fragekomplexe liegen Zollitsch besonders am Herzen: Der erste betrifft den Dienst als Kirche an und in der Gesellschaft:

„Was hat die Welt – die Arbeitswelt, die Umwelt, meine Lebenswelt – mit Gott zu tun? Wie gelingt es uns auch heute, die Gottesfrage in unserer Gesellschaft wachzuhalten?“ Hinzu komme die Frage nach der Weitergabe des Glaubens an Kinder, an Jugendliche und auch an Erwachsene. Zudem sei ein Austausch über die Kirche der Zukunft wichtig: „Verstehen wir uns als geschlossene Gesellschaft, als kleine Herde oder als eine offene und einladende Gemeinschaft? Was trägt zu einem guten und konstruktiven Miteinander von Priestern und Laien, von hauptberuflichen kirchlichen Mitarbeitern und Ehrenamtlichen bei?“

Der Erzbischof von Freiburg freut sich auf Überlegungen dazu, „die im Dialog, im gemeinsamen Austausch untereinander und im Hören auf Gottes Wort entstanden sind.“ Zudem interessiere er sich für die Art und Weise, „wie Sie diesen geistlichen Prozess, diesen Dialog im Licht des Evangeliums, miteinander angehen und welche Erfahrungen Sie damit als Gemeinschaft machen.“ Er bittet die Leser des Hirtenbriefs: „Helfen Sie mit, dass wir unseren Dienst an und in der Gesellschaft erfüllen, dass unser christlicher Glaube in die Herzen von immer mehr Menschen einzieht und dass wir in unserem Erzbistum geschwisterlich miteinander umgehen.“

Benedikt XVI. wird wertvolle Impulse geben und lebendige Kirche erleben

Dass die Gemeinschaft im Glauben nicht an den Grenzen der Seelsorgeeinheit, des Dekanats oder Bistums ende, werde im September in besonderer Weise deutlich, wenn Papst Benedikt Deutschland besuche: „Am 24. und 25. September wird er in Freiburg zu Gast sein – ein wirklich historisches Ereignis: Denn damit besucht zum ersten Mal in der Geschichte ein Papst unser Erzbistum! Schon heute lade ich Sie alle – Jung und Alt, Frauen und Männer – ganz herzlich ein. Kommen Sie nach Freiburg, um gemeinsam mit Papst Benedikt Gottesdienst zu feiern, um miteinander zu singen und zu beten und so die große Gemeinschaft des Glaubens hautnah zu erleben!“ Papst Benedikt werde „wertvolle Impulse geben und eine lebendige, selbstbewusste und mit der Weltkirche besonders verbundene Ortskirche von Deutschland und Freiburg erleben.“


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