Login




oder neu registrieren?


Suche

Suchen Sie im kath.net Archiv in über 70000 Artikeln:







Top-15

meist-diskutiert

  1. Vatikan exkommuniziert sechs Bischöfe der Piusbruderschaft!
  2. Papst an Piusbrüder: 'Kehren Sie um!
  3. Der Vatikan ordnet das Rückkehr-Prozedere für Menschen, die die Piusbruderschaft verlassen wollen
  4. Bevorstehende „illegale Bischofsweihen für die Piusbruderschaft“ „ein schwerer schismatischer Akt“
  5. „Alten und neuen Ritus bestehen lassen. Latein verbieten? Das spielt Rebellen in die Hände“
  6. Écône, zum Zweiten
  7. Ein besonderer Tag für ‚unseren‘ Pfarrsekretär
  8. Taylor Marshall zu FSSPX: Diese liturgische Neuerung ist eindeutig ‚nicht traditionell‘
  9. „Die Behauptung, Rom gehe hart gegen Rechte vor, nicht aber gegen Linke, ist schlichtweg falsch“
  10. Papst ernennt Sr. Alessandra Smerilli zur Präfektin des Entwicklungsdikasteriums
  11. "Ohne Einheit mit dem Papst keine volle Gemeinschaft mit der Kirche"
  12. Haben Sie das Apostolische Mandat? – „Nein. Sie wussten, dass sie es nicht hatten“
  13. Vatikan hofft weiterhin auf Dialog mit der Piusbruderschaft
  14. Mehr Klarheit mit jeder Absage aus Rom
  15. Petrus und Paulus: Die Einheit der Kirche wächst aus der Verschiedenheit

Nur das Recht von Ärzten und Angehörigen wurde gestärkt

28. Juni 2010 in Deutschland, 7 Lesermeinungen
Druckansicht | Artikel versenden | Tippfehler melden


Zum Urteil des Bundesgerichtshofs zur Sterbehilfe - Von Klaus-Peter Grasse


Berlin (kath.net/idea)
Mit dem Urteil zur Sterbehilfe hat der Bundesgerichtshof das Selbstbestimmungsrecht von Patienten gestärkt. So haben viele Medien getitelt. Auch nach Ansicht der EKD hat das Gericht das Recht des Patienten auf die Umsetzung seines Willens gestärkt. Wenn es so wäre, dürfte es kaum Kritik geben. Doch wie wurde im konkreten Fall der Patientenwille ermittelt?

Den Ermittlungen des Gerichts zufolge hatte die Patientin, die seit Oktober 2002 in einem Wachkoma lag, einen Monat zuvor mündlich den Wunsch geäußert, dass sie in einem solchen Fall keine künstliche Ernährung wünsche, sondern in Würde sterben möchte.

Die Lebensrechtsorganisation Aktion Lebensrecht für Alle (AlfA) berichtet, dass sich die Tochter erst nach Jahren an den Wunsch der Mutter erinnerte und dann aktiv wurde. Offensichtlich gab es weder Zeugen noch eine schriftliche Verfügung der Patientin.


Dem Missbrauch Tür und Tor geöffnet

Der Wunsch, nicht künstlich ernährt zu werden, ist ebenso nachvollziehbar wie der Wunsch einer Tochter, ihrer Mutter ein würdevolles Sterben zu ermöglichen. Aber wie verbindlich ist solch ein Wunsch für Ärzte, Pflegekräfte und Heimleitungen? AlfA hält es zu Recht für „überaus problematisch“, „dass die nicht überprüfbare Behauptung eines einzelnen, ein inzwischen bewusstloser Patient habe ihm gegenüber mündlich erklärt, keine lebenserhaltende Maßnahmen zu wünschen, Ärzte verpflichten solle, medizinisch angebracht erscheinende Maßnahmen zu unterlassen. Damit wird dem Missbrauch Tür und Tor geöffnet.“

Mindestens zwei Richtungen sind denkbar: Für Angehörige kann es einfach lästig sein, sich um einen Menschen weiter kümmern zu sollen, mit dem man nicht mehr kommunizieren kann. Und es gibt auch Erben, die es nicht erwarten können, dass jemand stirbt.

Darf man über das Leben anderer entscheiden?

Deshalb ist auch der Forderung der Deutschen Hospiz Stiftung zuzustimmen, dass lebenserhaltende Maßnahmen nur eingestellt werden dürfen, „wenn der Betroffene früher glasklar gesagt hat, was er will und was nicht“. Ein beiläufiges Vieraugengespräch ohne Zeugen reiche nicht aus. „Mutmaßungen anderer über den tatsächlichen Willen des Betroffenen dürfen nicht tödlich sein.“ Bei der Ermittlung des mutmaßlichen Willens seien mehrere, dem Patienten nahestehende Menschen zu befragen.

Aus den Aussagen, die sorgsam zu dokumentieren seien, müsse sich ein einheitliches Bild ergeben. In diesem Sinne sollte das Patientenverfügungsgesetz nachgebessert werden. Die Stiftung hat Recht. Der Bundesgerichtshof hat nicht das Selbstbestimmungsrecht von Patienten gestärkt, sondern das Recht von Angehörigen und Ärzten, über das Leben anderer zu entscheiden. Dadurch ist die Menschenwürde weitaus mehr bedroht als durch das fragwürdige Bemühen, Leben um jeden Preis zu verlängern.


Ihnen hat der Artikel gefallen? Bitte helfen Sie kath.net und spenden Sie jetzt via Überweisung oder Kreditkarte/Paypal!

 





Lesermeinungen

Um selbst Kommentare verfassen zu können müssen Sie sich bitte einloggen.

Für die Kommentiermöglichkeit von kath.net-Artikeln müssen Sie sich bei kathLogin registrieren. Die Kommentare werden von Moderatoren stichprobenartig überprüft und freigeschaltet. Ein Anrecht auf Freischaltung besteht nicht. Ein Kommentar ist auf 1000 Zeichen beschränkt. Die Kommentare geben nicht notwendigerweise die Meinung der Redaktion wieder.
kath.net verweist in dem Zusammenhang auch an das Schreiben von Papst Benedikt zum 45. Welttag der Sozialen Kommunikationsmittel und lädt die Kommentatoren dazu ein, sich daran zu orientieren: "Das Evangelium durch die neuen Medien mitzuteilen bedeutet nicht nur, ausgesprochen religiöse Inhalte auf die Plattformen der verschiedenen Medien zu setzen, sondern auch im eigenen digitalen Profil und Kommunikationsstil konsequent Zeugnis abzulegen hinsichtlich Entscheidungen, Präferenzen und Urteilen, die zutiefst mit dem Evangelium übereinstimmen, auch wenn nicht explizit davon gesprochen wird." (www.kath.net)
kath.net behält sich vor, Kommentare, welche strafrechtliche Normen verletzen, den guten Sitten widersprechen oder sonst dem Ansehen des Mediums zuwiderlaufen, zu entfernen. Die Benutzer können diesfalls keine Ansprüche stellen. Aus Zeitgründen kann über die Moderation von User-Kommentaren keine Korrespondenz geführt werden. Weiters behält sich kath.net vor, strafrechtlich relevante Tatbestände zur Anzeige zu bringen.


Mehr zu

Euthanasie

  1. Schottisches Parlament lehnt Gesetzentwurf zur Legalisierung des assistierten Suizids deutlich ab
  2. Kanada hat fast 100.000 Euthanasiefälle seit der Legalisierung 2016
  3. Nach Protesten scheitert Frankreichs Euthanasiegesetz im Senat
  4. Menschenrecht auf Abtreibung?
  5. Euthanasie in Kanada: Menschen mit Behinderung haben mittlerweile Angst vor dem Gesundheitssystem
  6. Trauriger Rekord: Fast 10.000 Euthanasietote in den Niederlanden im Jahr 2024
  7. Kardinal kritisiert Gesetz zu Suizidbeihilfe in der Toskana
  8. Kanadische Ärzte wollen Organe von Euthanasiepatienten gewinnen
  9. Bischof Egan: ‚Großbritannien ist kein christliches Land mehr.‘
  10. Vier ehemalige Premierminister gegen das geplante Euthanasiegesetz in Großbritannien






Top-15

meist-gelesen

  1. EINMALIGE SIZILIEN-Rundreise mit Kaplan Johannes Maria Schwarz - REISE AUSGEBUCHT
  2. Vatikan exkommuniziert sechs Bischöfe der Piusbruderschaft!
  3. Der Vatikan ordnet das Rückkehr-Prozedere für Menschen, die die Piusbruderschaft verlassen wollen
  4. Écône, zum Zweiten
  5. „Alten und neuen Ritus bestehen lassen. Latein verbieten? Das spielt Rebellen in die Hände“
  6. „Die Behauptung, Rom gehe hart gegen Rechte vor, nicht aber gegen Linke, ist schlichtweg falsch“
  7. Papst an Piusbrüder: 'Kehren Sie um!
  8. Bevorstehende „illegale Bischofsweihen für die Piusbruderschaft“ „ein schwerer schismatischer Akt“
  9. Haben Sie das Apostolische Mandat? – „Nein. Sie wussten, dass sie es nicht hatten“
  10. Deutsche Medien schweigen zum Bericht über Vergewaltigungsbanden in Großbritannien
  11. Mehr Klarheit mit jeder Absage aus Rom
  12. Ehemalige Äbtissin wehrt sich gerichtlich gegen Rauswurf
  13. Ein besonderer Tag für ‚unseren‘ Pfarrsekretär
  14. Freimaurerei „mit einem vollständigen Bekenntnis zum katholischen Glauben unvereinbar“
  15. "Ohne Einheit mit dem Papst keine volle Gemeinschaft mit der Kirche"

© 2026 kath.net | Impressum | Datenschutz