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Obiora Ike: Nigeria droht 'Talibanisierung'

28. Juli 2009 in Weltkirche, keine Lesermeinung
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Islamisten, für die jegliche Bildung "westlich dekadent" ist, hätten in den vergangenen Tagen in den nordöstlichen Bundesstaaten insgesamt 210 Menschen ermordet. Prälat Ike befürchtet einen Flächenbrand.


Enugu (kath.net/KiN/idea/igfm) Eine "Talibanisierung" Nigerias durch die jüngste Welle islamistischer Gewalt im Land befürchtet der Leiter des "Katholischen Instituts für Entwicklung, Gerechtigkeit, Frieden und Caritas" in Enugu, Prälat Obiora Ike. In einem Gespräch mit dem weltweiten katholischen Hilfswerk "Kirche in Not" in München sagte er, mit den jüngsten Angriffen radikaler Islamistan auf Sicherheitskräfte im Norden Nigerias habe die Gewalt im Land eine neue Dimension erreicht.

Bisher seien die Islamisten beinahe ausschließlich gegen Christen vorgegangen. Nun jedoch hätten sich neue radikale Gruppen gebildet, die gegen "alles Westliche" und auch gegen andere Muslime vorgingen. Ike berichtet, die Gewaltakte dieser Gruppen richteten sich nun auch gegen die Regierungen in jenen Bundesstaaten, die bereits die Scharia eingeführt hätten. In untereinander abgestimmten Attacken griff die Gruppe Polizeistationen, Kirchen, Moscheen und Gefängnisse und unbeteiligte Menschen an. Sie tötete unschuldige Menschen, Polizisten, Gefängniswärter und ließ einige Gefangene frei.

Nach Einschätzung Ikes handle es sich bei den neuen Islamisten nicht um Splittergruppen, sondern um eine große Bewegung, die sich rasch im ganzen Land ausbreite. Federführend sei dabei eine islamistische Sekte namens Boko Haram ("Erziehung ist Sünde"). Sie halte Schulen und Universitäten für "westlich dekadent" und ginge daher auch gegen muslimische Bildungseinrichtungen vor. In den vergangenen Tagen hätten die Islamisten in den nordöstlichen Bundesstaaten Bauchi, Yobe, Adamawa und Borno insgesamt 210 Menschen ermordet.

Ike fürchtet nun, dass die Unruhen auch auf den dicht besiedelten Bundestaat Kano mit seinen zwölf Millionen Einwohnern übergreifen könnten. Dies könnte seiner Ansicht nach einen Flächenbrand zur Folge haben, denn die Regierungen der nigerianischen Bundesstaaten seien mit dieser neuen Welle der Gewalt überfordert.

Obiora Ike rief die westlichen Regierungen dazu auf, Nigeria beim Kampf gegen die Islamisten zu unterstützen und endlich die versprochenen Hilfsmaßnahmen für Bildung und gegen Armut umzusetzen. Fehlende Bildung und Armut sind seiner Ansicht nach die Hauptursache der aktuellen Gewalt. Abschließend bat Prälat Ike alle Unterstützer von "Kirche in Not" in dieser schwierigen Situation um ihr Gebet für Nigeria.

Die islamistische Gruppe Boko Haram wendet sich gegen westliche Kultur und möchte im Stil der afghanischen Taliban das islamische Religionsgesetz, die Scharia, überall durchsetzen. Im gemischt religiösen Nigeria gilt die Scharia bereits in 12 der 36 Bundesstaaten. Nach Angaben der Organisation Christliche Solidarität Weltweit soll bei den Übergriffen mindestens ein christlicher Pastor ums Leben gekommen sein; zwei Kirchen seien zerstört worden. Christen suchten vor allem in Kasernen Schutz.

Boko Haram war den Berichten zufolge auch für Unruhen Ende Februar verantwortlich, bei denen im Bundesstaat Bauchi 55 Menschen getötet wurden. Eine Vielzahl militanter Muslime komme vom Sudan aus in das westafrikanische Land.

Nach Auffassung der Internationalen Gesellschaft für Menschenrechte (Frankfurt am Main) wird die Gruppe vom Ausland gesteuert oder unterstützt. Von den 33 Militanten, die im Bundesstaat Kano verhaftet worden seien, stammten einige aus dem Tschad und sprächen nur Arabisch. Die IGFM ruft die nigerianische Regierung und die Führungen der Bundesstaaten auf, die Gewalt zu verurteilen und ein Bekenntnis zur Religionsfreiheit abzugeben. Die Bundesregierung hat die Sicherheitskräfte angewiesen, gegen Boko Haram vorzugehen.

Von den 140 Millionen Einwohnern Nigerias sind knapp 49 Prozent Christen, 45 Prozent Muslime und der Rest Anhänger von Naturreligionen.

Foto: (c) Kirche in Not


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