Login




oder neu registrieren?


Suche

Suchen Sie im kath.net Archiv in über 70000 Artikeln:







Top-15

meist-diskutiert

  1. „In Deutschland tobt derzeit ein Kirchenkampf“ - Droht ein Schisma?
  2. Debatte um Leitung der Deutschen Bischofskonferenz - Lehramtstreue Bischöfe als „Königsmörder“?
  3. These: Der dreifaltige Gott soll in der Liturgie der Messe verkündet werden
  4. Kardinal Woelki zur Polarisierung in der Bischofskonferenz: „Diese Situation ist belastend“
  5. Vatikan dementiert Bericht über Abweisung Macrons durch den Papst
  6. Papst Leo sendet kraftvolle Grußbotschaft an die Teilnehmer des „Marsch für das Leben“/Washington
  7. „Jesus ja, Kirche nein? – Das ist wie: ‚Ich bin für Fußball, aber gegen Fußballvereine‘“
  8. Seligsprechungsprozess für Pater Alfred Delp SJ wird eröffnet
  9. Erzbistum Paris beruft angesichts der boomenden Konversionen eine Kirchenversammlung ein!
  10. Josef Grünwidl ist neuer Erzbischof von Wien
  11. US-Vizepräsident Vance wird erneut beim „March for Life“ teilnehmen und sprechen
  12. Eine unerträgliche Verharmlosung des tatsächlichen NS-Unrechts!
  13. USA: Breite Mehrheit für Massenabschiebungen – Neue Umfragen stützen Trump-Kurs
  14. „Catholic Herald“: „Irlands schwindende Familien“
  15. "Ich glaube, dass Gott das erste Selfie geschossen hat.“

Obiora Ike: Nigeria droht 'Talibanisierung'

28. Juli 2009 in Weltkirche, keine Lesermeinung
Druckansicht | Artikel versenden | Tippfehler melden


Islamisten, für die jegliche Bildung "westlich dekadent" ist, hätten in den vergangenen Tagen in den nordöstlichen Bundesstaaten insgesamt 210 Menschen ermordet. Prälat Ike befürchtet einen Flächenbrand.


Enugu (kath.net/KiN/idea/igfm) Eine "Talibanisierung" Nigerias durch die jüngste Welle islamistischer Gewalt im Land befürchtet der Leiter des "Katholischen Instituts für Entwicklung, Gerechtigkeit, Frieden und Caritas" in Enugu, Prälat Obiora Ike. In einem Gespräch mit dem weltweiten katholischen Hilfswerk "Kirche in Not" in München sagte er, mit den jüngsten Angriffen radikaler Islamistan auf Sicherheitskräfte im Norden Nigerias habe die Gewalt im Land eine neue Dimension erreicht.

Bisher seien die Islamisten beinahe ausschließlich gegen Christen vorgegangen. Nun jedoch hätten sich neue radikale Gruppen gebildet, die gegen "alles Westliche" und auch gegen andere Muslime vorgingen. Ike berichtet, die Gewaltakte dieser Gruppen richteten sich nun auch gegen die Regierungen in jenen Bundesstaaten, die bereits die Scharia eingeführt hätten. In untereinander abgestimmten Attacken griff die Gruppe Polizeistationen, Kirchen, Moscheen und Gefängnisse und unbeteiligte Menschen an. Sie tötete unschuldige Menschen, Polizisten, Gefängniswärter und ließ einige Gefangene frei.


Nach Einschätzung Ikes handle es sich bei den neuen Islamisten nicht um Splittergruppen, sondern um eine große Bewegung, die sich rasch im ganzen Land ausbreite. Federführend sei dabei eine islamistische Sekte namens Boko Haram ("Erziehung ist Sünde"). Sie halte Schulen und Universitäten für "westlich dekadent" und ginge daher auch gegen muslimische Bildungseinrichtungen vor. In den vergangenen Tagen hätten die Islamisten in den nordöstlichen Bundesstaaten Bauchi, Yobe, Adamawa und Borno insgesamt 210 Menschen ermordet.

Ike fürchtet nun, dass die Unruhen auch auf den dicht besiedelten Bundestaat Kano mit seinen zwölf Millionen Einwohnern übergreifen könnten. Dies könnte seiner Ansicht nach einen Flächenbrand zur Folge haben, denn die Regierungen der nigerianischen Bundesstaaten seien mit dieser neuen Welle der Gewalt überfordert.

Obiora Ike rief die westlichen Regierungen dazu auf, Nigeria beim Kampf gegen die Islamisten zu unterstützen und endlich die versprochenen Hilfsmaßnahmen für Bildung und gegen Armut umzusetzen. Fehlende Bildung und Armut sind seiner Ansicht nach die Hauptursache der aktuellen Gewalt. Abschließend bat Prälat Ike alle Unterstützer von "Kirche in Not" in dieser schwierigen Situation um ihr Gebet für Nigeria.

Die islamistische Gruppe Boko Haram wendet sich gegen westliche Kultur und möchte im Stil der afghanischen Taliban das islamische Religionsgesetz, die Scharia, überall durchsetzen. Im gemischt religiösen Nigeria gilt die Scharia bereits in 12 der 36 Bundesstaaten. Nach Angaben der Organisation Christliche Solidarität Weltweit soll bei den Übergriffen mindestens ein christlicher Pastor ums Leben gekommen sein; zwei Kirchen seien zerstört worden. Christen suchten vor allem in Kasernen Schutz.

Boko Haram war den Berichten zufolge auch für Unruhen Ende Februar verantwortlich, bei denen im Bundesstaat Bauchi 55 Menschen getötet wurden. Eine Vielzahl militanter Muslime komme vom Sudan aus in das westafrikanische Land.

Nach Auffassung der Internationalen Gesellschaft für Menschenrechte (Frankfurt am Main) wird die Gruppe vom Ausland gesteuert oder unterstützt. Von den 33 Militanten, die im Bundesstaat Kano verhaftet worden seien, stammten einige aus dem Tschad und sprächen nur Arabisch. Die IGFM ruft die nigerianische Regierung und die Führungen der Bundesstaaten auf, die Gewalt zu verurteilen und ein Bekenntnis zur Religionsfreiheit abzugeben. Die Bundesregierung hat die Sicherheitskräfte angewiesen, gegen Boko Haram vorzugehen.

Von den 140 Millionen Einwohnern Nigerias sind knapp 49 Prozent Christen, 45 Prozent Muslime und der Rest Anhänger von Naturreligionen.

Foto: (c) Kirche in Not


Ihnen hat der Artikel gefallen? Bitte helfen Sie kath.net und spenden Sie jetzt via Überweisung oder Kreditkarte/Paypal!

 





Lesermeinungen

Um selbst Kommentare verfassen zu können müssen Sie sich bitte einloggen.

Für die Kommentiermöglichkeit von kath.net-Artikeln müssen Sie sich bei kathLogin registrieren. Die Kommentare werden von Moderatoren stichprobenartig überprüft und freigeschaltet. Ein Anrecht auf Freischaltung besteht nicht. Ein Kommentar ist auf 1000 Zeichen beschränkt. Die Kommentare geben nicht notwendigerweise die Meinung der Redaktion wieder.
kath.net verweist in dem Zusammenhang auch an das Schreiben von Papst Benedikt zum 45. Welttag der Sozialen Kommunikationsmittel und lädt die Kommentatoren dazu ein, sich daran zu orientieren: "Das Evangelium durch die neuen Medien mitzuteilen bedeutet nicht nur, ausgesprochen religiöse Inhalte auf die Plattformen der verschiedenen Medien zu setzen, sondern auch im eigenen digitalen Profil und Kommunikationsstil konsequent Zeugnis abzulegen hinsichtlich Entscheidungen, Präferenzen und Urteilen, die zutiefst mit dem Evangelium übereinstimmen, auch wenn nicht explizit davon gesprochen wird." (www.kath.net)
kath.net behält sich vor, Kommentare, welche strafrechtliche Normen verletzen, den guten Sitten widersprechen oder sonst dem Ansehen des Mediums zuwiderlaufen, zu entfernen. Die Benutzer können diesfalls keine Ansprüche stellen. Aus Zeitgründen kann über die Moderation von User-Kommentaren keine Korrespondenz geführt werden. Weiters behält sich kath.net vor, strafrechtlich relevante Tatbestände zur Anzeige zu bringen.


Mehr zu

Afrika

  1. 'Wir sind bereit, willens und fähig, unsere große christliche Bevölkerung weltweit zu schützen!'
  2. Papst im Kongo eingetroffen
  3. 20 Tote bei islamistischem Terror-Angriff auf christliches Dorf in Nigeria
  4. Terrorismus breitet sich im Norden Mosambiks aus
  5. Kein Ende im orthodoxen Kirchenstreit um Afrika
  6. Äthiopien: Kämpfe um Tigray eskalieren
  7. Mosambik: Katechet rettet „Schatz“ seiner Pfarrei vor einem Terroranschlag
  8. Afrikanischer Kardinal: Christen sollen gegen ‚Homo-Ehe’ rebellieren
  9. Nigeria: 17-Jährige seit drei Jahren verschleppt
  10. Demokratische Republik Kongo: „Massaker folgt auf Massaker“






Top-15

meist-gelesen

  1. ISLAND-REISE - KOMMEN SIE MIT! - Eine Reise, die Sie nie vergessen werden!
  2. „In Deutschland tobt derzeit ein Kirchenkampf“ - Droht ein Schisma?
  3. Debatte um Leitung der Deutschen Bischofskonferenz - Lehramtstreue Bischöfe als „Königsmörder“?
  4. Oktober 2026 - Kommen Sie mit nach SIZILIEN mit Kaplan Johannes Maria Schwarz!
  5. Erzbistum Paris beruft angesichts der boomenden Konversionen eine Kirchenversammlung ein!
  6. Große kath.net-Leserreise nach Rom - Ostern 2027 - Mit P. Johannes Maria Schwarz
  7. Kardinal Woelki zur Polarisierung in der Bischofskonferenz: „Diese Situation ist belastend“
  8. Kardinal Zen: Papst Leo „ist wahrlich eine Leitungspersönlichkeit, die zuhören kann!“
  9. Katholikin Eva Vlaardingerbroek verliert Einreiseerlaubnis nach Großbritannien
  10. Josef Grünwidl ist neuer Erzbischof von Wien
  11. Ein neuer Beginn in der DBK ist möglich
  12. Papst Leo sendet kraftvolle Grußbotschaft an die Teilnehmer des „Marsch für das Leben“/Washington
  13. „Papst Leo XIV. stellt in allen seinen Predigten und Ansprachen immer Jesus Christus in die Mitte“
  14. Sterilisationen, schlechte Lebensbedingungen: Grönländer kritisieren dänische Herrschaft
  15. Maria 1.0: Immer wieder Deutschland - „Deutsch-Synodale“ Reformatoren schaffen Realität

© 2026 kath.net | Impressum | Datenschutz